WIR SIND JUNG, DIE WELT IST OFFEN
O DU SCHÖNE WEITE WELT
UNSER SEHEN UNSER HOFFEN
ZIEHT HINAUS DURCH WALD UND FELD
BRUDER, LAß DEN KOPF NICHT HÄNGEN
KANNST JA NICHT DIE STERNE SEHN
AUFWÄRTS BLICKEN, VORWÄRTS DRÄNGEN
WIR SIND JUNG, UND DAS IST SCHÖN.
1914
junge Welt - 6.8.2011, vier Versuche
*
"POESIE SCHMECKT GUT", eine neue Heftreihe, Auflage 100 (einhundert), handgeschöpft, handgeschrieben, handcoloriert, handgeheftet, persönlich überreicht.
* unbedingt persönlich überreicht, denn die neue kreative intellektuelle Elite erlangt eine neue
BEWEGUNGSSOUVERÄNITÄT. Die fing an mit dem Massentourismus, setzte sich fort in den neuen, netzgestützten Kommunikationsformen und könnte, könnte, könnte, wenn, wenn, wenn zur selbstbestimmten Jobmobilität führen.
AH! SELBSTBESTIMMTE JOBMOBILITÄT!
* KÖNNTE, KÖNNTE, KÖNNTE; HÄTTE, HÄTTE, HÄTTE; sagt auch das aktuelle Antifaschistische Komitee: "OHNE DIE MAUER HÄTTE ES KRIEG GEGEBEN"
Die Mauer ein Segen. Aber noch nicht wirklich Fun.
* Fun liefert unsre jüngste
Popikone. Breivik ist ihr Name, die Comicgestalt aus einem der populärsten Trashromane der 90er Jahre.
O DU SCHÖNE WEITE WELT
Da wende ich 70jähriges Fossil mich in meinen Garten, wende mich den Weinreben zu, knüpfe Netze dicht an dicht. Ich kämpfe und siege gegen die räuberischen Amseln.
Wenn ich dich nicht hätte, Gartentraum!
Nur das Wetter, heute etwas schwül, etwas drückend, macht es etwas schwer. Das Herz.