Widerstand

Donnerstag, 3. November 2011

KRITISCHE SOZIALE ARBEIT - Mahnwache am 4.11.2011 in Berlin

In der Folge der Berliner Arbeitstagung "aufstehen widersprechen einmischen" vom Juni 2011 (Hier hatte ich berichtet: http://opablog.twoday.net/stories/31620923/) wurde das "unabhängige Forum kritische Soziale Arbeit" gebildet und ist aktiv geworden.
Im neuen opablog geht es um die aktuellsten Aktivitäten der kritischen Sozialarbeiter:
http://opablogdotnet.wordpress.com/?p=209&preview=true

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Der griechische Protest live

http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-10-202mera/

und

http://www.keeptalkinggreece.com/2011/10/20/athens-protests-and-clashes-one-dead-protester-live-blogging-in-englpart-ii-news-pcts-vds/

Mittwoch, 19. Oktober 2011

"Lernen, lernen, nochmals lernen!"

Igitt, das waren Worte von Lenin.
Andererseits, was solls. Lenin schreckt die jungen Leute nicht. Von dem haben sie nie gehört.

Bin neugierig, wie die Occupy-Leute lernen werden. "Verständnisvolle Begleiter", Helfer, Ratschläger haben sie ja reichlich.
Auch Klaus Ernst von der Linken will beitragen, die Lage zu klären. Er sagt, laut "Tagesspiegel": "Die Situation ähnelt der im Herbst 1989. Ein Prozent bereichert sich und 99 Prozent ballen die Faust in der Tasche."
Auch wenn ich einräume, daß Vergleiche immer hinken, dieser Vergleich geht grandios an der Wirklichkeit vorbei.
1989 war nicht die Bereicherung das Problem. (Auch heute ist die Bereicherung nur die offenkundige Seite des Problems.)
1989 war eine Zukunftsgesellschaft in der Sackgasse. (Faschismus war keine Option.) Heute ist die Vergangenheitsgesellschaft NICHT in der Sackgasse. (Ein Faschismus, ein ganz neuer (x), ist eine Option.)
1989 wollten viele der Aktiven, diese 10, 15%, ihrer Zukunftsgesellschaft eine Zukunft geben. Sie formulierten Ziel und Wege und stellten Forderungen.
Heute wollen viele der Aktiven, diese 0,1%, ihre Vergangenheitsgesellschaft in eine frühere, "gesündere", schönere Vergangenheit zurückführen. Sie äußern Träume.
Freilich lassen sich dennoch Vergleiche ziehen:
1989/90 wurde die Bewegung der Aktiven unter teils Beifall und Mitwirkung, teils Verwirrung und Gelähmtheit der Masse von den Mächtigen kassiert.
Auch 2011 geht es darum, die Bewegung zu kassieren. Die Mächtigen setzen das an allen Anfang. Aus einer möglichen Realbewegung soll eine wirkliche Scheinbewegung werden.


(x)
Vielleicht wird dieser Faschismus so neu, so postmodern, so "zeitgemäß", daß dafür ein neuer Begriff gefunden werden muß.

Update: Nochmal zum Lernen.
Man schaue nach Griechenland. Dort stehen Massen von Menschen im Kampf. Dort hat ein wirkliches Ringen begonnen. Dort wird ein Zipfelchen (nur ein Zipfelchen!) der schier übermächtigen (aber nicht allmächtigen!) politischen, ökonomischen, ideologischen Gewalt des wirklichen Kapitalismus sichtbar.

Samstag, 15. Oktober 2011

"Kleine Schrittchen", "Bürgerprotest", vielleicht auch "Occupy" - das Kind hat viele Namen

An vielen Stellen regen sich Menschen, weil sie unzufrieden damit sind, wie sie regiert werden.
Auffällig ist, daß sich sogleich Politiker an diese keimende Bewegung dranhängen, "wie Vampire an eine Blutbank" sagt Mumia abu Jamal in seinem wöchentlichen "jW"-Beitrag.
Auch hierzulande haben Politiker der Grünen und der SPD sich mit den heutigen "Anti-Banken-Aktionen" solidarisiert, Politiker genau der Parteien, die als rot/grüne Bundesregierung die Deregulierung vorangetrieben haben.

Bankenprotest ist gerade "in". Nicht vergessen sollten wir die vielen anderen Politikfelder, auf denen dasselbe menschenfeindliche Programm vorangetrieben wird.
Von einem Beispiel, wie in der Sozialen Arbeit der Widerstand von unten organisiert wird, habe ich hier berichtet.
Inzwischen sind einige Monate vergangen und... nein, der Widerstand ist nicht eingeschlafen, sondern ist weitergegangen, hat sich versteift, wächst. Davon zeugen auch drei gutgemachte Videos von dieser Tagung, die jetzt auf Youtube stehen. Ich verlinke mal das erste:


Besonders auf der Website und im Blog "einmischen" wird der Widerstand weiter diskutiert und organisiert.
Und das ist auch bitter nötig, denn die politischen Vorarbeiten zur weiteren Demontage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes sind im vollen Gange.

Hier ist dazu das Nötige an Informationen zu lesen, hier ist ein Aufruf und Angebot, dagegen aktiv zu werden -
Treffpunkt 4. 11. 2011, 11.00 Uhr Hamburgischen Landesvertretung, Jägerstr. 4, Berlin.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Wie sich der Bürger wehrt

Verständlich, daß der Bürger nicht gern in dem ihm aufgezwungenen, würdelosen Zustand verharrt. Doch was soll er tun?
Nicht zur Wahl gehen. Weil er "wahlmüde" ist, wie ihm höhnisch erklärt wird.
Für seine Enthaltung wird er von Vielen beschimpft. Er ist ja selbst nicht glücklich damit. Denn noch ist er kein Zombie. Die öffentlichen Dinge betreffen ihn. Auch denkt er an die Kinder und will mitbestimmen.
Also selbst aktiv werden: IFB - "Initiative freier Bürger" oder PM - "Pro Mitreden" oder in einer anderen der mittlerweile tausend Formen, die von den Parteidemokraten gnädig als "berechtigte lokale Initiative" und ihren Politikforschern als "Einpunktbewegungen" registriert werden.
Der Flohmarkt der Politinitiativen hat seinen Reiz; ist aber nicht Jedermanns Sache. Und seine Begrenztheit geht auch dem schärfsten Aktivisten auf. Also größeres Geschütz: Volksentscheide!
Hunderttausende beim Volksentscheid gegen die schamlose Privatisierung der Wasserversorgung - wunderbar! Volksentscheid gegen den Bau einer Moschee - wie bitte?

Noch größeres Geschütz! Direkte Demokratie! Schluß mit dem alten Parteinfilz!
Zwischen dem freien Bürger und dem Staatsführer soll ein direktes Verhältnis bestehen. Wählbarkeit des Bürgermeisters, des Landesfürsten, des Bundespräsidenten, ja, der Bundeskanzlerin! Wenn überhaupt Parteien, dann ganz neue, ganz andere, solche, die gar keine mehr sind. Die Superdemokraten, die den unzufriedenen Bürger jetzt beglücken wollen, heißen Henkel, v. Arnim, Sloterdijk, Sarrazin. Sie sind Autoren der "Jungen Freiheit" und schwadronieren von "plebiszitärer Präsidialdemokratie" und "direkter Steuerdemokratie", von "identitärer Demokratie".

Aufbegehrender Bürger wo landest Du? Der Weg zum neuen Führer ist mit vielen guten Vorsätzen gepflastert. Dazu gehört auch die hinreißende Kritik an den Gebrechen und Verbrechen eines sog. Turbokapitalismus. Also Bürger, formierst Du Dich wieder zum "nationalen Aufbruch" und gegen die "Zinsknechtschaft", gegen das "raffende Kapital" und für die neue Macht und Herrlichkeit des "schaffenden Kapitals"? Entsdchuldigung, das waren Schlagworte von gestern.
Gibt es einen anderen Weg?

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Bürger würdelos

Er ist angehalten, sich an Wahlen zu beteiligen.
Losungen, Kurztexte, Propagandasprüche, die ihm die Parteien um die Ohren hauen, beleidigen seinen Verstand.
Programme der Parteien, soweit vorhanden, ignoriert er schon lange, nachdem er verstanden hat, daß es sich um nichts sagende, unverbindliche Proben schlechter Politliteratur handelt.
PolitikerInnengesichter auf Plakaten begreift er als Proben der Leistungsfähigkeit von Photoshop, die ihn mittlerweile langweilen.
Reden von Politikern und ihrer Sprecher in Rundfunk und Fernsehen steuert er aus Gründen gesundheitlicher Vorsorge mit der Ausschalttaste. (Zu Rhetorik und speziell Gestik von Politikern hat er alles Nötige von Ekkehard Schall als Arturo Ui vor 40 oder 50 Jahren im BE erfahren.)
Wie die Laternenmasten der Städte zur Wahlzeit zugerichtet werden, ekelt ihn. Das umso mehr, als ihm bewußt ist, wer das alles bezahlen muß.

Ihm wird erklärt, daß seine Zukunft zu mindestens 90% von dieser Schicksalswahl abhängt.
Er ist so unendlich kompromißbereit, daß er sich, wenn diese Wahl doch nur 10% wirkliche Bedeutung hätte, trotz allen Widerwillens beteiligen und aus der Menagerie all der Übelkeiten seinen Favoriten küren würde.
Doch was sich brüstet, eine politische Wahl und Ausdruck von Volkssouveränität und demokratische Entscheidung usw. usw. zu sein, ist in Wahrheit die Zumutung zwei- bis dreimal pro Jahrzehnt auf Zetteln Kreuzchen zu machen. Und kein Deut mehr.
Nach Deinen Kreuzchen: Ab nach Hause und nie wieder fragen und nie etwas wollen und - um Gottes Willen - nie ungefragt oder gar unerlaubt wieder kommen.
Kann es eine größere Demütigung eines erwachsenen Menschen geben?

Samstag, 1. Oktober 2011

Wall Street Banker - Sie amüsieren sich prächtig, noch.



Ab Sekunde 55.

Update 2.10.2011
Hier ist die Website der Kampagne OCCUPY WALL STREET.

Sonntag, 17. Juli 2011

Böses "Theater auf Kosten der Unterdrückten" in Berlin-Neukölln

Kürzlich fand die Tagung "Aufstehen - Widersprechen - Einmischen" statt.
Die Arbeit, die dort begonnen wurde, geht weiter. Das Aktuellste findet man auf dem Blog "sozialearbeit.einmischen.info" und der Website "einmischen.com".
Eine erfreuliche Überraschung bei dieser Tagung war es, das Konzept und Beispiele des "Theaters der Unterdrückten" kennen zu lernen. Davon habe ich hier kurz berichtet.

Vor vier Tagen aber fand in Neukölln ein böses "Theater mit den Unterdrückten" statt.
Neuköllns Bezirksbürgermeister, der nicht zuletzt aus Auftritten mit dem Berliner Humoristen Kurt Krömer bekannte Heinz Buschkowsky, hatte mal eben die Verträge mit 25 Einrichtungen der Jugendarbeit, 15 Schulstationen und acht Präventivprojekten zum 30. September gekündigt. Damit verbunden sollten 170 Stellen bei Jugendgewaltprävention, Streetworkern, Schulstationspädagogen gestrichen werden.
Kinder, Jugendliche, Jugendsozialarbeiter protestierten. Polizisten gingen rüde gegen sie vor.
Das Bild und Berichte dazu fand ich auf wsws.org und hier.
Neukölln Jugendprotest

Im Ergebnis der Sondersitzung der BVV und der Proteste wurde der Theaterdonner ein wenig zurückgenommen (Die Kündigungen der Verträge wurden für einige Monate ausgesetzt.), jedoch um den Preis einer gravierenden Verschlechterung der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Kündigungen wird es geben, die Unsicherheit der Perspektive bleibt. Alle die nicht Betroffenen sind sich einig, daß an den Kindern und Jugendlichen gespart werden muß.
Denn die Banken brauchen noch viele Millionen. Und ebenso die Bunderswehr - die sich bekanntlich gern (und notfalls endgültig) um die Jugend kümmert.
Diesmal haben 300 meist junge Menschen protestiert. Der Druck steigt.

"Theater der Unterdrückten"

Theater der Unterdrueckten

Mein kleiner Bericht und einige Links beim Blog sozialearbeit.einmischen.info.

Sonntag, 26. Juni 2011

Nicht nur rhetorisch

Vor paar Tagen hatte ich gefragt, ob die Situation der Linken 1933 und 2011 einen kleinen oder einen großen Unterschied mache. Diese Frage war nicht nur rhetorisch gemeint.
Zwar liegt ein Unterschied auf der Hand: schärfste Kampfsituation damals - lächerliches Klüngelverhalten heute. Doch vielleicht gibt es eine viel tiefere Gemeinsamkeit?
Kurt Tucholsky war einer der entschiedensten und zugleich weitsichtigsten Kämpfer gegen den deutschen Faschismus und für eine radikale Demokratie. Der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg und dann die Machtübertragung an die Hitlerfaschisten hat ihn in die tiefste Depression gestürzt. Nicht, weil er allzu zart besaitet war, sondern weil er alles sah, was kommen würde.
Auf's Äußerste enttäuschte ihn, daß die Linke keine grundsätzlichen Schlußfolgerungen aus ihrer strategischen, wahrhaft welthistorischen Niederlage zu ziehen vermochte.
Vielleicht muß man heute allgemeiner sagen: Die Linke formuliert zwar höchstgespannte Ansprüche aber sie leistet verschwindend wenig, um die Menschheitskrise auf den Begriff zu bringen.
Ich glaube, daß hier die bittere Wahrheit liegt, damals wie heute.

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