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Realkapitalismus

Freitag, 13. November 2009

Studentenproteste zur Zeit an 34 Universitäten und Hochschulen

Im Moment habe ich gerade mal gar keine Zeit zu Blogeinträgen.

Aber die Meldungen von den Unibesetzungen sind mir erfreulich und wichtig genug, daß ich sogleich verlinke.

Es ist hohe Zeit für offenen Widerstand, und wer, wenn nicht Studentinnen und Studenten sollten zu den Lebendigsten gehören?

Hier geht es zu der homepage "unsere unis".

PS:
Ich finde es ein Unding, daß bereits Polizei gegen die Hörsaalbesetzer eingesetzt wird, noch bevor verantwortliche Politiker erklärt haben, wie und wann sie die berechtigten Forderungen der Studenten aufgreifen und erfüllen wollen.


Das Foto hab' ich im März 2009 in Berlin während der Demo "Wir zahlen nicht für Eure Krise!" aufgenommen.
Bildungsstreik

Mittwoch, 11. November 2009

Berliner Deutsche Größe

Wie schon berichtet, hatten wir im September Berlinurlaub gemacht; in der Stadt, in der ich mehr oder weniger seit 50 Jahren lebe, die mir, so muß ich es benennen, fremd-vertraut ist.
Ich bin kein Berliner.
Lange Zeit trug Berlin mit Gleichmut (und nicht ganz zu Unrecht) die Bezeichnung "größtes Dorf der DDR", und auch jetzt war mir klar, daß Berlin da, wo in Metropolen das Zentrum ist, viel Wiese hat, viel Bäume und Gesträuch, und daß es zwei halbe Zentren gibt, am Alex das eine, am Bahnhof Zoo/Kudamm das andere.

Erst nachträglich, beim wiederholten Durchsehen unserer Fotografien, habe ich etwas Anderes entdeckt:
Berlin geht - relativ leise, um nicht zu sagen "still und heimlich" - unbeirrt den Weg zu einer Weltmetropole. Bisher wurde das nicht in Kaiser-Wilhelm-Manier in die Welt posaunt. Aber man hat längst angefangen, es zu bauen. (Wer hinkende Vergleiche liebt: Noch sind wir nicht bei 1914 oder 1905, eher irgendwo zwischen 1866 und 1878.)

Schon vor Jahren hatte mich der Neubau des Kupferstichkabinetts abgestoßen, ja empört. Welch blödsinnige Raumverschwendung, dachte ich, welche Kälte, welche Fremdheit, welche Ungeneigtheit der schönen Kunst.

Berlin 1

Das habe ich damals noch für den Fehlgriff eines Architekten und seines Auftraggebers gehalten.

Berlin 2

Jetzt habe ich vom Kunstforum zum Potsdamer Platz geblickt und war beeindruckt ("überwältigt" wäre nun doch zu viel) von der Macht und Herrlichkeit, die sich dort höchst lebendig emporreckt. Das ist hingeklotzt, nicht gekleckert. Und ziemlich gekonnt, kein Fremdkörper. Und noch viel freies Feld in der Umgebung, falls eines Tages Germanen größenwahnsinnig bauen wollen.
Auch die neue U-Bahnlinie paßt in das Konzept. Ästhetisch, befremdlich, in dreißig Jahren nicht mehr zu groß.

Berlin 3

Ästhetik und Größenwahn gehören ja zusammen.

Berlin 6

Die finstere Ästhetik, das bedrohliche Pathos des Völkerschlachtdenkmals, auch die Sprache mancher Plastik im Tiergarten, ist es zur Zeit nicht. Heute Glattheit, auch Eleganz, Kälte und vor allem Reihung, Serie.

Berlin 5

Es wäre höchst merkwürdig, wenn uns die deutlich erkennbare "Philosophie in Stein" nicht nachdrücklich verdolmetscht würde.

Sonntag, 8. November 2009

Aufs Maul geschaut

Eigentlich tue ich mir Reden unserer Kanzlerin nicht an.
Bei ihrem jüngsten "historischen Auftritt" (mit nachfolgendem A-tritt) in den USA, habe ich eine Ausnahme gemacht.
Und weil ihre Worte so schön klingelten, habe ich gezählt:
15 x benutzte sie "Freiheit" + 3 x in Wortzusammensetzungen, also insgesamt 18 x.

Die rabiateste Form der Freiheit ist bekanntlich der uneingeschränkte Kampf Aller gegen Alle.
Weshalb das große Dreigestirn der bürgerlichen Ideale lautet: Freiheit, Gleicheit, Brüderlichkeit.

Frau Merkel gebrauchte "Gleichheit" Null mal.
"Brüderlichkeit" gebrauchte sie ebenfalls Null mal.

Historisch interessierte Leute haben ausgerechnet, daß die USA seit 1945 mehr als 15 Millionen Kriegstote zu verantworten haben. Über Kriege der USA seit 1945 sprach Frau Merkel Null mal.
Die Dame ist ihren Beifall wert.

Dienstag, 3. November 2009

putzig, Warren!

Da sammelt einer ganz viele Milliarden Dollahs ein.
Wohl, weil er die so toll findet.
Dann schmeißt er ganz viele Milliarden $ 'raus.
Wohl, weil mit 'ner Eisenbahn sich viel besser spielen läßt.

Vielleicht ist es ja auch ganz anders.
Nur, eine richtig gute Werbung für den Dollar ist das nicht.
Aber über den meckern ja eh manche Leute ziemlich krass.

Sonntag, 1. November 2009

Schwarzbuch Sozialarbeit

Mrs. Tapir hat ein Buch geschrieben. Es heißt "Schwarzbuch Sozialarbeit" und setzt sich damit auseinander, was Soziale Arbeit unter den Bedingungen der "Ökonomisierung", weniger vornehm gesagt, unter dem neoliberalen Trommelfeuer der rotgrünen, schwarzroten und nun schwarzgelben Regierung, bedeutet.
In zwei, drei Monaten wird es erscheinen, jetzt durfte ich beim Korrekturlesen helfen.
Natürlich habe ich mich ganz kühl auf Fehlersuche konzentriert, aber manchmal gab es so empörende Beispiele, daß mir buchstäblich "das Messer in der Tasche" aufging.
Hier ist eine Kostprobe:
Schwarzbuch

Montag, 26. Oktober 2009

Vertrauen, Leichtigkeit, Deutschlands Größe



Ob die Kanzlerin hier nicht allzu leicht - abgesehen vom Stottern - etwas Schwerwiegendes sagt?

Apropos, Leichtigkeit ist ein Thema beim Publik-Forum.
Diesbezüglich darf man Heckler Koch vertrauen; ja, dem mittelständischen Unternehmen, das sich vor langer Zeit der Produktion von Nähmaschinen und Fahrradteilen widmete.
Sie haben ihr berühmtes Schnellfeuergewehr G3 zum G36 weiterentwickelt. Es ist nun besonders leicht und handlich - speziell für Kindersoldaten bestens geeignet.
Manche in Deutschland, vor der Krise drittgrößter Waffenexporteur, beflügelt der Kanzlerin Wunsch:
Nach der Krise werden wir besser dastehen als zuvor.
Zählen eigentlich Geschenke auch zum Export?

Apropos Deutschlands Größe.
Auch dazu fällt mir gerade etwas ein...

Freitag, 23. Oktober 2009

Wo Sarrazin krakeelt,....

ist der philosophische Weihepriester Sloterdijk nicht weit.
Und zaubert eilig ein "Manifest der geknechteten Bürger" aus dem Hut.
Fehlt noch Spießgeselle Broder.

Es wächst der Haß.

Dienstag, 13. Oktober 2009

"Tod des Petro-Dollars, na bitte!"

Unter obigem Titel hier ein lesenswerter Beitrag von Jim Willie.

Montag, 5. Oktober 2009

Denkfabrikentäter

Deutsche Leistungsträger, Elite im Herbst 2009, üben für den neuen, gewöhnlichen Faschismus.


Paul Nolte "Wir stehen vor einem Neubeginn, einem Paradigmenwechsel im politischen Umgang mit den Unterschichten."







Paul Nolte

Walter Wuellenweber "Bislang glaubten Politik, Sozialwissenschaften und Gesellschaft: Die Lebensformen der Unterschicht und ihre Verhaltensweisen seien die Folge ihrer Armut. Genau das Gegenteil ist richtig: Die Armut ist eine Folge ihrer Verhaltensweise, eine Folge der Unterschichtskultur."






Walter Wüllenweber

Friedrich Thiessen "Auf der Basis der von der Gesellschaft derzeit formulierten Ziele ist eher ein Absenken der Mindestsicherung als ein Anstieg gerechtfertigt"











Friedrich Thießen

Peter Oberender "Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben."















Peter Oberender

Henner Schmidt "Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen."










Henner Schmidt

Thilo Sarrazin "Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen: Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest sollte woanders hingehen."







Thilo Sarrazin




"Arbeitsscheue im Sinn dieses Erlasses sind Männer im arbeitsfähigen Lebensalter, deren Einsatzfähigkeit in der letzten Zeit durch amtsärztliches Gutachten festgestellt worden ist oder noch festzustellen ist, und die nachweisbar und in zwei Fällen die ihnen angebotenen Arbeitsplätze ohne berechtigten Grund abgelehnt oder die Arbeit zwar aufgenommen, aber nach kurzer Zeit ohne stichhaltigen Grund wieder aufgegeben haben."
Erlass "Schutzhaft gegen Arbeitsscheue, Januar 1938


Beitrag unter Verwendung dieses Artikels von Telepolis.


Update 6.10.:
Da es hier ja irgendwie auch um Soziale Arbeit geht, erlaube ich mir diesen Link zum Bundeskongreß Soziale Arbeit (Vortrag von Michael Winkler), der vom 24. bis 26. 9. in Dortmund stattgefunden hat.
Aus Dortmund haben bekanntlich am 26.9. alle modernen Medien ausführlich berichtet. - ?
Auch waren tausende Polizisten im Einsatz. - ??
Weil Dortmund gegen Schalke Fußball spielte.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Hinter den Daten

Magnum
357er Magnum: Mit dieser Waffe feuerte Kurt Aho auf das SWAT-Team der Polizei


Neue Realität in USA: Schießerei in Phoenix, Arizona auf offener Straße nach Zwangsversteigerung

"Als die Polizisten näher kamen, trank Kurt Aho sein Bier und ignorierte die Befehle, seine Waffe fallen zu lassen, wie azcentral.com berichtet. Bevor die Polizei kam, erzählte er seinem Nachbarn, er würde weder sich, noch das Haus ausliefern, in dem er seit beinahe 30 Jahren gewohnt hatte. In Anbetracht einer Zwangsversteigerung sowie einem Haufen von Arztrechnungen wegen seines Kampfes gegen den immer wiederkehrenden Krebs, bereitete sich der 64-jährige am vergangenen Dienstag auf einen Kampf gegen ein Team von Polizisten aus Phoenix vor, und dies nur Augenblicke, nachdem er die Reifen von zwei Trucks zerschossen hatte, die am Ende seiner Sackgasse in der Nähe der Bell Road und der 31st Avenue parkten. Aho eröffnete ohne Vorwarnung das Feuer auf die Fahrzeuge, als die Fahrer, die sein Haus in den Morgenstunden des Tages im Zuge einer Zwangsversteigerungsauktion erworben hatten, kamen, um ihn zu fragen, wann er auszuziehen gedenke. Er ging ins Haus, holte eine .357er Magnum und jagte das Paar durch den Garten der Nachbarn, so Zeugen am Mittwoch. Jeffrey Hobson sagte, er habe kurz vor der Konfrontation noch ein letztes Bier mit Aho getrunken. Er teilte mit, dass er sich Sorgen machte, als Aho ihm erzählte, er wolle sterben. „Er sagte: ‚Wenn die Cops kommen, werde ich entweder durch sie sterben, oder ich werde mich umbringen’, sagte Hobson. „Sie haben ihm genau das gegeben, was er wollte.”

Nachbarn, die den Vorfall gegen 16:30 Uhr beobachtet hatten, sagten, Aho sei mit der Waffe in der Hand auf der Straße hin und her gelaufen, nachdem er die neuen Eigentümer weggejagt hatte. Als die Polizisten ihm befahlen, die Waffe fallen zu lassen, ignorierte der selbstständige Unternehmer sie und ging zurück zum Haus, um frisches Bier zu holen. Patrick Waddell, 26, sagte, er und die anderen Nachbarn hätten die Polizei angefleht, mit Aho sprechen zu dürfen, da sie um seine Selbstmordabsichten wussten. „Wir sagten den Polizisten: ‘Wenn Sie sich ihm nähern, will er doch nur, dass Sie ihn töten’”, sagte Waddell, ebenfalls ein Unternehmer, der Kacheln und Teppiche verlegt. Die Polizisten beschossen Aho zuerst mit Gummigeschossen und trafen ihn am Arm. Aho schoss darauf zweimal auf die Polizisten und streifte laut der Aussage des Polizeisprechers von Phoenix, James Holmes, das gepanzerte Fahrzeug des Spezialeinsatzkommandos. Ein Mitglied des SWAT-Teams gab laut Polizei den tödlichen Schuss ab und traf Aho mit einem einzigen Schuss tödlich in die Brust. Am Tag nach der Konfrontation, waren die Nachbarn über die gewalttätigen Szenen, die sich in ihrer Straße abgespielt hatten, immer noch völlig schockiert. „Er war ein sehr netter Kerl, aber er war an den Punkt gekommen, an dem er sich sagte, er hätte nichts mehr zu verlieren“, sagte Yair Lavi, 49, der seit 15 Jahren in der Nachbarschaft lebt.

Lavi sagte, er habe früher oft ein Bier mit Aho zusammen getrunken und mit ihm diskutiert, wie schwer die Wirtschaft ihre Unternehmen getroffen habe. Andere beschrieben Aho als eine Vaterfigur, die ihnen dabei half, ihr Auto zu reparieren, oder ihnen Ratschläge zu ihrem Privatleben erteilte. Aho war Inhaber von AZNU Engineering, einem Bauunternehmen. Freunde sagten, er habe es in der letzten Zeit schwer gehabt, Arbeit zu finden. Sie erzählten, er habe sich darauf vorbereitet, dass seine Tochter und sein Enkelsohn bei ihm einziehen würden, weil auch ihr Haus zwangsversteigert wurde. Roger Shaw, 40, ein Freund der Familie, erzählte, Aho habe Freunden und der Familie geholfen, trotz seiner eigenen finanziellen Sorgen, ihr Privat- und Geschäftsleben neu zu gestalten. Er fügte hinzu, er glaube, Aho habe der Polizei keine Wahl gelassen, als auf ihn zu schießen.

Anm.: Willkommen im US-Dreamland! Man darf gespannt sein, was noch passieren wird, im Hinblick auf die nun einsetzende Welle von Zwangsversteigerungen, die bis an die 7 Millionen Objekte reichen wird! Wer möchte, liest dazu nochmals: "
USA: Foreclosures führen zu Angebotsüberhang von bis zu 7 Millionen Einheiten"

Quelle: wirtschaftsfacts.de

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