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Lenin

Samstag, 29. März 2008

"kommunistischer Hochmut"

Lenin Trotzki

Beim kritischen Lesen meiner kleinen Tageszeitung "junge Welt" ist mir in letzter Zeit immer wieder die Wendung "kommunistischer Hochmut" in den Sinn gekommen.

Das ist ein Ausdruck, den Lenin schon bald nach der Oktoberrevolution öfter verwendet hat. Im Grunde hat er damit die frühen Formen des Machtmißbrauchs von Kommunisten bezeichnet.

Soweit ich sehe, ist dieser Sprachgebrauch Lenins bis heute niemals untersucht worden. Wer beschäftigt sich auch mit dem, was vor 90 Jahren ein heute mausetoter Hund meinte. Die fast allwissende Suchmaschine liefert ganze zwei Fundstellen.

Das hier sei ein Zettelchen, das ich mir hinter den Spiegel stecke.

Mittwoch, 7. November 2007

AN ALLE! AN ALLE! AN ALLE!

So trat vor 90 Jahren die Sozialistische Russische Oktoberrevolution in die Welt.
Den revolutionären Arbeiter- und Bauernmassen des russischen Vielvölkerstaates mit ihrem Führer Lenin ging es nicht um Sonderinteresse, es ging um Alle, um nicht weniger als die Befreiung aller Geschundenen dieser Erde.
Das erste Dekret erklärte Frieden. Die Bolschewisten hielten Wort, und das große Rußland brach aus der imperialistischen Blutmühle des Ersten Weltkriegs aus.
Das zweite Dekret gab Grund und Boden. Die Bolschewisten hielten Wort und packten die jahrhundertealte Räuberei, die als „Privatisierung“ geheiligte, an der Wurzel.
Später sagte man, Kapitel 2 der Weltgeschichte sei aufgeschlagen worden.

Das Tor ins Reich der Freiheit wurde aufgestoßen, und die Revolutionäre schickten sich an, zu den Sternen zu greifen. Sie schufen eine gewaltige Baugrube. Mehr nicht.
Lenin, dem einzigartigen Führer, waren nur wenige Schritte in die blendende Helle des neuen Raums vergönnt. Zur Hälfte wurde auch er, wie so Viele, ein Opfer der Attentate, zur anderen Hälfte der übermenschlichen Arbeitsleistung.
Neue Generationen werden kommen und das Gebäude der Menschlichkeit errichten.
Mit Liebe und Bewunderung gedenke ich derer, die vor 90 Jahren den Mut zur Tat und die Fähigkeit zum Sieg aufbrachten.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Reiche, die Gutes tun!

Sehr Reiche, die sehr Gutes tun!!

Milliardäre, die ungeheuer Gutes tun!!!

MohnMohn
Bildquelle hier

Endlich wird dieses wundersame Phänomen wissenschaftlich untersucht, wie die "junge Welt" berichtete.

Lenin, wie mir gerade einfällt (muß wohl mit dem bevorstehenden 90. Jahrestag der Oktoberrevolution zusammenhängen), war auch in dieser Frage eine Nasenlänge voraus.
Er gewann den russischen Textilmagnaten Sawwa Morosow (zugleich Mäzen der Tretjakow-Galerie) dafür, dem revolutionären Kampf der Bolschewiki beträchtliche Summen zu spenden.
Noch heute steht dieses Denkmal Sawwa Morosows an der transsibirischen Eisenbahn.

Sawwa-Morosow
Bildquelle hier


PS:
Es muß ja nicht gleich für die Revolution sein.
Wie wär's denn erstmal mit einem Obolus für die Streikkasse?

Donnerstag, 3. Mai 2007

1. Mai 2007 in Jena

Erster Mai 2007 in Jena

Ich traue meinen Augen nicht. Lenin schafft es auf's Maiplakat des DGB.

Sonntag, 11. Februar 2007

Heldengedenken in Bad Berka

8.2.2007

BB wäre kein deutsches Provinzstädtchen, würde ein Kriegerdenkmal fehlen - im Dunstkreis der evangelischen Kirche, für die Helden des ersten Weltkriegs.

Kriegerdenkmal1

Zu DDR-Zeiten hatte man die Pietät, solche meist trutzigen Gedenksteine nicht zu entfernen. Der Verwitterung überlassen, hinter wucherndem Efeu versteckt, dösten Gedenktafeln, deren kaum entzifferbare Texte niemanden bekümmerten.
Das hat sich geändert.
Blitzblank gepflastert und geharkt sind die Areale des vaterländischen Erinnerns. Die Steine neu gesetzt (?) oder zumindest gesandstrahlt; die Texte blöken dir schamlos ihren Anspruch entgegen:

Kriegerdenkmal2

"OH HERR, SEGNE UNSER KRIEGSHANDWERK!"
oder so ähnlich.


Eine zweite Tafel formuliert noch dreister, noch widerwärtiger:

Kriegerdenkmal3

Leider irrte auch Lenin, als er den Imperialismus des ersten Weltkriegs beschrieb. Allzu hoffnungsfroh glaubte er, dies sei ein stagnierender, ein sterbender Kapitalismus.
Ganz und gar ins Schwarze aber traf er, als er, all den Vaterlandsverteidigern ins Stammbuch, diesen Krieg charakterisierte:
"...auf beiden Seiten ein imperialistischer Krieg, ein Eroberungskrieg, ein Raub- und Plünderungskrieg, ein Krieg um die Aufteilung der Welt, um die Verteilung und Neuverteilung der Kolonien, der Einflußsphären des Finanzkapitals..."

"Der Feind steht im eigenen Land", drückte es Karl Liebknecht aus.
Dafür mußte er sterben, Opfer solcher Vaterlandsgesellen, die die Heldenkugel verpaßt hatte.

Stefan Bollinger: Lenin. Träumer und Realist

Bad Berka, 3.2.2007

Liebe U,
seit einigen Tagen liegt Deine Geschenksendung auf meinem Nachttisch. Ich habe auch schon 'reingeschnuppert und hoffe, daß das schmale Bändchen meine Rehabilitation in mehr als einer Hinsicht fördert.
"Lenin. Träumer und Realist", herausgegeben von Stefan Bollinger, Wien 2006. Eigentlich ist es ja ein knapper Text; von den rund 170 Seiten sind 120 Auszüge aus Arbeiten Lenins, die hätte ich nicht gebraucht, und nur etwa 50 Seiten sind ein Bollinger-Essay.
Aber die Menge macht es nicht. Ich erinnere mich noch an meinen Versuch einer Lektüre von Wolkogonows "Lenin" von 1994, eines Wälzers von vielen hundert Seiten, angefüllt mit Schmähungen des einstigen Idols. Da habe ich mich nur gefragt, welcher Selbsthaß dem vormals sowjetischen Politfunktionär den Kuli geführt haben muß.
Bollinger scheint mir doch von anderer Qualität. Zwar gibt ers auch bei ihm Ansätze zu dem taktischen Slalom, den fast alle laufen, die sich öffentlich zu Unperson Lenin äußern, aber es dominiert doch das ernsthafte Bemühen, eine außerordentliche historischen Erscheinung in wesentlichen Zusammenhängen und Konfliktlinien zu begreifen. Nützlich sind auch die Hinweise auf weitere neuere Studien zu Lenin und der Oktoberrevolution.

Daß ich mich auf meine alten Tage noch einmal ausführlicher mit Lenin beschäftigen würde, war mir klar, seit die DDR unterging. Viel zu wichtig war er mir zu DDR-Zeiten. In seinen Werken hatte ich viele Ansatzpunkte für eine "linke", eine radikale Kritik an Erscheinungen des Realsozialismus gefunden, und ich habe sie gerne meinen Mitgenossen (und sie waren keineswegs immer erfreut darüber) unter die Nasen gerieben.
Natürlich ist es heute irrelevant, sich auf solch systemimannentes Kritisieren zu berufen, in Erinnerung bleibt aber doch, wie viele, die sich SED-Kommunisten nannten, den Lenin und die ganze Oktoberrevolution von einen Tag auf den anderen fallen ließen, wie eine heiße Kartoffel. Wie viele PDS-Kämpfer seufzten insgeheim erleichtert: Endlich können wir echte deutsche Sozialisten sein, ohne den russischen Rattenschwanz!
Da rede sich keiner/keine heraus, es sei neuerdings soviel Schlimmes über Lenin ans Licht gekommen, er sei der unvollendete Stalin, ja Hitler gewesen. In Wahrheit wurden auch zu Zeiten des Realsozialismus der russische Kriegskommunismus und der zeitweilige rote Terror nicht verheimlicht.
Ich denke, daß hier viel Augenauswischerei im Spiel ist und schlichte Feigheit vor dem Feind.
Natürlich rede ich hier nicht einer blinden Verteidigung oder gar Anbeterei dessen das Wort, was wir vor 20 Jahren wußten. Die Welt hat sich weiter gedreht, und es darf der Versuch gemacht werden, weiter zu denken, auch den Lenin; vielleicht ist das sogar bei Strafe dringend notwendig.
Mal sehen, ob mir die Schrift von Bollinger dabei nützt.

Freitag, 23. Juni 2006

Kein Besuch

Lieber J.
Daß Du Deinen Besuch absagen musst, ist schade. Andererseits, wieviel und ausgedehnt Du mit Deinen 78 Jahren immer noch gereist bist, das habe ich immer für außergewöhnlich gehalten, und so hast Du mein volles Verständnis.
So werden wir also in diesem Sommer nicht das Friedrich-Wolf-Haus in Lehnitz besuchen.
Was Deinen Wunsch betrifft, das KZ Oranienburg zu besuchen, wo Erich Mühsam, Bürger Deiner Heimatstadt, ermordet wurde, so muß ich Dir sagen: Von diesem KZ gibt es hier nichts mehr zu sehen. Nur im Kreismuseum gibt es dazu entsprechende Informationen. Das bekannte KZ Sachsenhausen (Sachsenhausen ist Ortsteil von Oranienburg.) wurde ab 1936 gebaut und hat mit dem KZ Oranienburg von 1933/34 nichts zu tun.
Außerdem gibt es hier noch den Bau, in dem die Zentralverwaltung aller KZ untergebracht war. Zu DDR-Zeiten war das eine Kaserne der Sowjetarmee und heute residiert darin – das Finanzamt.
So hab ich vor wenigen Tagen in einem Gebäude, in dem vielleicht Eichmann tätig war, meinen Antrag auf Eigenheimzulage abgegeben.
Das gibt es nur in Nibelungenland!
Von Deutschland gibt es ja zur Zeit über alle Maßen viel.
Ich habe bisher noch kein Fußballspiel gesehen, werde aber meiner Tradition, so zwei, drei Spiele einer Weltmeisterschaft anzukieken, treu bleiben.
Ob dann Deutschland dabei ist? Ich habe nichts gegen diese Fußballmannschaft, hoffe aber sehr, dass sie, im Interesse einer gewissen Dämpfung der allgemeinen Schwarz-Rot-Goldenen-Euphorie vor allem aber zur Beendigung der widerwärtigen Fußball-Anschleimerei von Merkel und Co, baldmöglichst rausfliegt.
Du siehst, ich kann mich noch aufregen, freuen sowieso, also geht’s mir gut.
Morgen werde ich mal zu einer Konferenz nach Berlin tappern – „Zukunftsfähiger Marxismus?“.
Es treten etliche der im deutschen Sprachraum namhaften Ideologen auf.
Eine ähnliche Konferenz zu Lenin oder Leninismus gibt es nicht. In dieser theoretischen Frage, bin ich ja, wie Du weißt, Extremist und denke, solange für die Linke Lenin ein Tabu bleibt, bleibt sie selbst …., na ja, ein Schmarrn, ist vielleicht zu kraß gesagt.

Lieber J. von mir herzliche Grüße und die besten Wünsche für Dein Wohlergehen.

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