Lenin

Donnerstag, 14. Juli 2011

Der Hasser

Auf den ersten Blick scheint es, Lenin habe es seinen Feinden leicht gemacht, ihn zu diskreditieren.
Wie dieser Mann andere Menschen (die Ausbeuter) hasst! Wie er stets und ständig den Antagonismus (zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten) behauptet, und wie er nicht müde wird, die Bedeutung der Gewalt für die Revolution hervor zu heben!
Dabei weiß doch jeder Menschenfreund, daß Hass eine schwarze Seele macht.

Auf den zweiten Blick ist zwar bemerkenswert, daß Lenin in bescheidenen, gesitteten Verhältnissen lebte. Ruhmsucht war nicht sein Ding, Grausamkeit ebenfalls nicht, von persönlicher Machtgeilheit keine Rede. Doch den zweiten Blick sparen sich viele der leninfeindlichen Aufklärer. Und die meisten Anderen behelfen sich mit Erklärungen aus dem reichen Arsenal der psychologischen Defektologie.
Auch Wolfgang Ruge in seinen nachgelassenen Materialien einer politischen Biografie befleißigt sich, wie ich meine, einer oft hilflosen Psychologisierung.
Hervorzuheben ist jedoch sein Versuch, einige markante Punkte der Persönlichkeitsentwicklung Lenins zu fixieren. Das gilt an erster Stelle für die Hinrichtung des geliebten und bewunderten (21-jährigen) Bruders in Lenins 17. Lebensjahr. Mir war unbekannt, daß es der Mutter gelungen war, vom Zaren das Versprechen zu erwirken, die Todesstrafe in eine Haftstrafe umzuwandeln. Allerdings verlangte der Zar ein Reuebekenntnis des Verurteilten, das Alexander Uljanow verweigerte. Nicht nur die Hinrichtung selbst, sondern auch die hier zu Tage tretende moralische Qualität dürften von weittragender Bedeutung für Lenins Charakterbildung gewesen sein.

Außerordentliche (nicht zuletzt soziale) Intellektualität + exemplarische Charakterausprägung (+ robuste psychische und physische Gesundheit), sollten das nicht Persönlichkeitsfaktoren sein, die Lenin weit über die üblichen Kreise der Individuen hinausführen konnten?
Vielleicht hatte Lenin einfach die intellektuelle Schärfe bis in den Abgrund zu blicken und den Mut und die Kraft, es sein Leben lang auszuhalten und dagegen zu arbeiten?

Mir sind diese Überlegungen merkwürdigerweise aus einem ganz aktuellen Anlaß gekommen: Dem sich nun zum 10. Mal jährenden Anschlag vom 11. September 2001. (Angekündigt wurde ein neues Buch von Bröckers und Christian C. Walther "11.9. - zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes", Westend-Verlag, 320 Seiten. € 16,99.)
Ich kennen kaum jemanden, der die offizielle Erklärungsversion glaubt. Doch alle leben wir weiter, "als sei nichts geschehen". Wie ist das möglich?
Doch es braucht nicht 9/11. Es war auch vorher schon etwas geschehen: Unser braves Volk hatte, wie die Jungfrau ein Kindlein, die Mordbestie aus sich zum Triumph gebracht und spurlos wieder in sich zurück genommen.
Der (deutsch-)amerikanische Geist hatte die Atombestie zur Welt gebracht, hatte sie ohne Not, aus purem Kalkül, losgelassen und wieder in die Jackentasche gesteckt. Zur allfälligen Benutzung, wie jeder weiß.
Was ist extremer? Sind es die Zustände oder ist es Lenins Diagnose der Zustände?
Die Menschenzustände haben es bequem. Sie kennen keine Verantwortlichkeit. Sie reproduzieren sich einfach mit stetig wachsender Gewalt immer weiter.
Lenin muß sich verantworten. In seinem Bemühen, den Teufelskreis zu durchbrechen, hat er, wegen und trotz bestmöglicher Diagnose, ein Stück Werk vollbracht.
Und die ganze Verantwortung, wer nimmt sie heute wahr?

Montag, 11. Juli 2011

Eigentlich Lenin

Er ist eigentlich, so glaube ich allmählich zu wissen, das Thema meines Lebens. Wenn das so ist, tue ich erstaunlich wenig dafür.
Wahrscheinlich scheue ich instinktiv die Herkulesarbeit. Man müßte Philosoph sein und als Historiker arbeiten. Als Philosoph mag ich mit Ach und Krach gelten. Von Historiker kann keine Rede sein.
Auch scheint mir das Thema zu nahe zu gehen. Es hängt wohl wirklich meine Identität daran, um diesen Allerweltsbegriff mal zu verwenden. Meine Jahrzehnte in der DDR gut, d.h. einigermaßen sinnvoll, gelebt zu haben, konnte nur gelingen, wie ich glaube, weil ich mich bewußt und in meiner eigenen Weise auf Lenin stützte.
Zuletzt fällt mir zur Erklärung der erwähnten Zurückhaltung noch das Gefühl ein, ziemlich allein zu stehen. Ich meine hier nicht Ängstlichkeit; eher die damit gesetzte unglaubliche Dimension der Aufgabe. Wenn massenhafte Abkehr vom Idol, dann ist Begreifen eines (mehrerer) Massenprozesse nötig, im Grunde Totalität. Wer könnte das leisten? Ich bin nicht Hegel, Marx oder Lenin.

In Dies und Das was in den letzten zwanzig Jahren über Lenin geschrieben wurde, habe ich 'reingegeuckt. Ein Aha-Erlebnis ist ausgeblieben. Bollinger massiert den L. mehr oder weniger vorsichtig auf Gegenwartskompatibilität. Zizek pflegt sein kleines Tohuwabohu der Selbstdarstellung, Solshenizin naja, und und Wolkogonow mit dickem Band ist einfach peinlich.
Für Wolfgang Ruges Leninbiografie (obwohl vom Untertitel "Vorläufer Stalins" gewarnt) habe ich mich interessiert. Ruges Schicksal in der Sowjetunion war exemplarisch und sein Erinnerungsbuch schätze ich hoch.
Doch auch Ruge schreibt eine ideologische Biografie (wobei man die besondere Entstehungsgeschichte seiner Arbeit einrechnen muß). Mit Werner Röhr, meinem Komilitonen aus lange vergangenen Studententagen, hat endlich ein anerkannter Gelehrter vom Fach dazu eine kenntnisreiche, sachliche und also hilfreiche Rezension geschrieben ("Z. Zeitschrift für marxistischen Erneuerung" Heft 86).

Vielleicht - ich bin noch am Überlegen - kann Ruges Leninbiografie eine zwiespältige und also partiell positive Rolle für mich spielen, mir nämlich helfen, meine sozusagen Blockade aufzulösen. Insofern Ruge grundsätzlich als Historiker arbeitet, liefert er sehr viele konkrete Ansatzpunkte zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung, und insofern er aus Enttäuschung abgewendeter (aber dennoch um Grechtigkeit bemühter) Parteisoldat ist, liegen seine Fluchtwege in die neuen alten Illusionen ziemlich offen zutage.
Mehr denn je bin ich überzeugt, daß eine "Wissenschsaft der Logik" von Lenins Wirken Not tut.

Donnerstag, 22. April 2010

Lenin - die Zäsur

Lenin 1918

Ein Jahr nach "der friedlichen Revolution", ich war damals Abgeordneter der SED-PDS im Stadtbezirk Berlin-Mitte, traf ich mich mit Genossen und Sympathisanten der SED-PDS. Es ging darum, ein Informationsmaterial zu aktuellen Wohnungs- und Mietfragen zu erarbeiten. Das Datum war reiner Zufall - 7. November 1990.
Selbstverständlich stellte ich einen Bezug zum 7. November 1917 her, dem Beginn der Oktoberrevolution in Rußland -
und erntete eisiges Schweigen.
Keiner meiner Mitgenossen, die zuvor natürlich Jahr für Jahr den "Roten Oktober" gefeiert hatten, wollte an die Oktoberrevolution erinnert werden. Wohlgemerkt: Nicht, daß eine heroisierende, verabsolutierende Rückbesinnung abgelehnt wurde. Es wurde - und das im stillschweigenden Einverständnis der ganze Runde - jeder Bezug vermieden!

Lenin war mir seit vielen Jahren in meiner Lehrtätigkeit bei der Weiterbildung von mittleren Leitungsfunktionären aus den VEB des Schwermaschinen- und Anlagenbaus eine der wichtigsten theoretischen wie politisch´-ideologischen Quellen. In vielen Spezialseminaren zu ausgewählten Werken Lenins erarbeiteten wir uns kritisch-konstruktive Positionen zu den schwierigen Fragen der Praxis.
Für kurze Zeit, im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Oktoberrevolution, stellte Gorbatschow seine Perestroika in die seit 1924 abgebrochene Tradition Lenins. Das blieb ein Lippenbekenntnis.

Bis 1989 war Lenin ein Säulenheiliger. Ab 1989 war er endlich out.

Nach 1990 suchte ich in vielen Richtungen nach "modernen", "zeitgemäßen", "schöpferisch weiterentwickelten" marxistischen Positionen. Ich stieß auch auf die Werttheorie der Gruppe um Robert Kurz ("Krisis"). Endlich, dachte ich, endlich ein Werk, das sich den Fragen zuwendet: "Die Illusion von 1917" von Peter Klein. Und wußte bald, daß alles ein Putsch, ein Voluntarismus, eine Vergewaltigung der Vernunft und der Gesetzmäßigkeiten gewesen war.
Im Laufe der Jahre wurden die Entlarver Legion. Lenin war der Phantast, der Terrorist, der Diabolus, der Ziehvater Stalins, ja eigentlich schlimmer als Stalin. Er war der Anfang aller Irrwege.

Zur Zeit scheint es, fasst ohne Ausnahme, nur drei Standards der Reaktion auf Lenin zu geben: 1. Schmähen 2. Ignorieren 3. zeitlos, gedankenlos Vergöttern.
Daß die Schmähung die weitaus häufigste Reaktionsweise ist, mag als Indiz für einen sehr Untoten gelten.
Daß fast alle Linken, auch "die ganz Linken", Lenin ignorieren, ist ein untrügliches Zeichen für den systemimmanenten Charakter dieser Richtung.
Über diejenigen, die heute mit Lenins Buchstaben herumfuchteln, lohnt es nicht zu reden.

Ich halte fest, daß es bis heute, von wenigen Ansätzen abgesehen, eine Lenin-Kritik nicht gibt.
Eine solche Kritik hätte sich der einzigartigen geistigen wie praktischen Fundamente zu versichern, die unter Lenins Führung gelegt wurden, dem Wollen der Zeit Gestalt gebend und im Schulterschluß mit Marx und Engels.
Und gleichermaßen hätte diese Kritik zu ergründen, warum es den Nachfolgern nicht gelang, auf den Fundamenten das erträumte und erstrebte Gebäude zu errichten.
Im Besonderen hätte diese Kritik eine sich sozusagen eindenkende und einfühlende Analyse des Strebens Lenins nach dem Sieg der Revolution zu leisten, weil so, vermute ich, Fingerzeige des Genies für den weiteren Weg gefunden werden könnten.

Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin) wurde am 22. April vor 140 Jahren geboren.
Das Bild zeigt Lenin im Oktober 1918 im Kreml.

Sonntag, 12. Juli 2009

Volk und Macht

Über "Intellektuelle und Volk" oder "Intellektuelle und Macht" ist schon viel geschrieben worden. Es könnte der Eindruck entstehen, daß man darüber viel weiß.

Während ich meine 1989er Tagebücher sichte, verblüfft mich die Vielfalt und Lebendigkeit des (auch meines) intellektuellen Lebens dieser Monate einerseits und die (anscheinend) fast völlige Folgenlosigkeit all dessen für den historischen Prozeß, wie er sich dann tatsächlich vollzogen hat.

Unsere gegenwärtige Krisensituation löst in mir ganz ähnliche Empfindungen aus: Ein Tohuwabohu, ein Universum von Äußerungen aller Art zur Krise einerseits und andererseits das Gefühl, daß die wahren materiellen Prozesse davon völlig unberührt ablaufen (oder stagnieren).

Ich vermute, daß der Schlüssel zum Verstehen dieses seltsamen Zwiespalts in der Dialektik (Ja, ich weiß: Wer heute noch "Dialektik" sagt, disqualifiziert sich selbst - - - Gähn!), in der Dialektik von Volk und Macht liegt.

Auf Marx fußend, glaubten wir, mit dem Historischen Materialismus sehr weitgehende Antworten gefunden zu haben. Auf Lenins Lehre von der Partei neuen Typs fußend, glaubten wir, historisch wirksame politische Hebel entwickelt zu haben. Beides war kein Köhlerglaube. Beide Auffassungen wurden historisch glänzend bestätigt.
Aber auch: Beide Auffassungen wurden historisch entscheidend relativiert.

Wie das Volk einmal geschichtsmächtig sein kann, und wie es ein andermal seine geschichtliche Ohnmacht geradezu sucht - solche Fragen sind mehr als paar Nobelpreise wert.
Darüber zu Reflektieren ist vielleicht schicksalhaft, vielleicht sinnlos, spannend wäre es allemal.

Sonntag, 16. November 2008

„das süßliche kommunistisch-beamtenhafte Geflunker“

Meine kleine Tageszeitung bringt regelmäßig mit aktuellem Bezug kurze Texte von Marx, Luxemburg oder Lenin. So auch heute - einen Brief Lenins von Februar 1922 an den Vorsitzenden der Staatsbank (Lenin Werke Band 36, Berlin 1962, Seite 552f).
Man kann diesen Text in Hinblick auf die gegenwärtige Finanzkrise lesen.
Mir ist aber die Beobachtung wichtiger, wie das Genie der Revolution schon damals der kommunistischen Phrase, d.i. letztlich der kommunistischen Liquidierung der Revolution entgegentritt, entgegentreten muß. Lenin steht für die aufklärerische Rationalität und emanzipatorische Moralität der Kommunisten (und kaum ein Jahr später fällt er).
Wahrscheinlich werden sich die heutigen Krisen in historisch kurzer Zeit grausam vertiefen. Dem werden wir hoffnungslos ausgeliefert bleiben, wenn wir nicht das Lebenswerk des Genius der siegreichen Revolution aufnehmen und es dort, wo er zusammenbrach (begreifend, warum er zusammenbrach) und ihm treu bleibend auf neue Weise weiterführen.

Samstag, 29. März 2008

"kommunistischer Hochmut"

Lenin Trotzki

Beim kritischen Lesen meiner kleinen Tageszeitung "junge Welt" ist mir in letzter Zeit immer wieder die Wendung "kommunistischer Hochmut" in den Sinn gekommen.

Das ist ein Ausdruck, den Lenin schon bald nach der Oktoberrevolution öfter verwendet hat. Im Grunde hat er damit die frühen Formen des Machtmißbrauchs von Kommunisten bezeichnet.

Soweit ich sehe, ist dieser Sprachgebrauch Lenins bis heute niemals untersucht worden. Wer beschäftigt sich auch mit dem, was vor 90 Jahren ein heute mausetoter Hund meinte. Die fast allwissende Suchmaschine liefert ganze zwei Fundstellen.

Das hier sei ein Zettelchen, das ich mir hinter den Spiegel stecke.

Mittwoch, 7. November 2007

AN ALLE! AN ALLE! AN ALLE!

So trat vor 90 Jahren die Sozialistische Russische Oktoberrevolution in die Welt.
Den revolutionären Arbeiter- und Bauernmassen des russischen Vielvölkerstaates mit ihrem Führer Lenin ging es nicht um Sonderinteresse, es ging um Alle, um nicht weniger als die Befreiung aller Geschundenen dieser Erde.
Das erste Dekret erklärte Frieden. Die Bolschewisten hielten Wort, und das große Rußland brach aus der imperialistischen Blutmühle des Ersten Weltkriegs aus.
Das zweite Dekret gab Grund und Boden. Die Bolschewisten hielten Wort und packten die jahrhundertealte Räuberei, die als „Privatisierung“ geheiligte, an der Wurzel.
Später sagte man, Kapitel 2 der Weltgeschichte sei aufgeschlagen worden.

Das Tor ins Reich der Freiheit wurde aufgestoßen, und die Revolutionäre schickten sich an, zu den Sternen zu greifen. Sie schufen eine gewaltige Baugrube. Mehr nicht.
Lenin, dem einzigartigen Führer, waren nur wenige Schritte in die blendende Helle des neuen Raums vergönnt. Zur Hälfte wurde auch er, wie so Viele, ein Opfer der Attentate, zur anderen Hälfte der übermenschlichen Arbeitsleistung.
Neue Generationen werden kommen und das Gebäude der Menschlichkeit errichten.
Mit Liebe und Bewunderung gedenke ich derer, die vor 90 Jahren den Mut zur Tat und die Fähigkeit zum Sieg aufbrachten.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Reiche, die Gutes tun!

Sehr Reiche, die sehr Gutes tun!!

Milliardäre, die ungeheuer Gutes tun!!!

MohnMohn
Bildquelle hier

Endlich wird dieses wundersame Phänomen wissenschaftlich untersucht, wie die "junge Welt" berichtete.

Lenin, wie mir gerade einfällt (muß wohl mit dem bevorstehenden 90. Jahrestag der Oktoberrevolution zusammenhängen), war auch in dieser Frage eine Nasenlänge voraus.
Er gewann den russischen Textilmagnaten Sawwa Morosow (zugleich Mäzen der Tretjakow-Galerie) dafür, dem revolutionären Kampf der Bolschewiki beträchtliche Summen zu spenden.
Noch heute steht dieses Denkmal Sawwa Morosows an der transsibirischen Eisenbahn.

Sawwa-Morosow
Bildquelle hier


PS:
Es muß ja nicht gleich für die Revolution sein.
Wie wär's denn erstmal mit einem Obolus für die Streikkasse?

Donnerstag, 3. Mai 2007

1. Mai 2007 in Jena

Erster Mai 2007 in Jena

Ich traue meinen Augen nicht. Lenin schafft es auf's Maiplakat des DGB.

Sonntag, 11. Februar 2007

Heldengedenken in Bad Berka

8.2.2007

BB wäre kein deutsches Provinzstädtchen, würde ein Kriegerdenkmal fehlen - im Dunstkreis der evangelischen Kirche, für die Helden des ersten Weltkriegs.

Kriegerdenkmal1

Zu DDR-Zeiten hatte man die Pietät, solche meist trutzigen Gedenksteine nicht zu entfernen. Der Verwitterung überlassen, hinter wucherndem Efeu versteckt, dösten Gedenktafeln, deren kaum entzifferbare Texte niemanden bekümmerten.
Das hat sich geändert.
Blitzblank gepflastert und geharkt sind die Areale des vaterländischen Erinnerns. Die Steine neu gesetzt (?) oder zumindest gesandstrahlt; die Texte blöken dir schamlos ihren Anspruch entgegen:

Kriegerdenkmal2

"OH HERR, SEGNE UNSER KRIEGSHANDWERK!"
oder so ähnlich.


Eine zweite Tafel formuliert noch dreister, noch widerwärtiger:

Kriegerdenkmal3

Leider irrte auch Lenin, als er den Imperialismus des ersten Weltkriegs beschrieb. Allzu hoffnungsfroh glaubte er, dies sei ein stagnierender, ein sterbender Kapitalismus.
Ganz und gar ins Schwarze aber traf er, als er, all den Vaterlandsverteidigern ins Stammbuch, diesen Krieg charakterisierte:
"...auf beiden Seiten ein imperialistischer Krieg, ein Eroberungskrieg, ein Raub- und Plünderungskrieg, ein Krieg um die Aufteilung der Welt, um die Verteilung und Neuverteilung der Kolonien, der Einflußsphären des Finanzkapitals..."

"Der Feind steht im eigenen Land", drückte es Karl Liebknecht aus.
Dafür mußte er sterben, Opfer solcher Vaterlandsgesellen, die die Heldenkugel verpaßt hatte.

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