Arbeiten in verschiedenen Techniken, aus ganz unterschiedlichen Schaffensperioden begegnet der interessierte Besucher in den angenehmen Räumen der Galerie im 1. Stock.
Es dominiert einmal mehr das menschliche Antlitz, der menschliche Kopf in der Auffassung und Ausdeutung dieser - so darf man wohl sagen - Meisterin der Porträtkunst.
Es gibt Tausende, die mehr über U. L. sagen können. Ich kenne nicht viel von ihm.
Neugierig auf Neues hab' ich „Stark wie Zwei“ aus der Bibliothek mitgenommen. Ich finde etliche gute Lieder des Lebens in dieser Zeit und einige große.
Schön besingt „Ich zieh' meinen Hut“ die Treue. In „Ganz anders“ klingt es „modern“, energisch, eben anders als der sonst wiederkehrende melancholische Ton.
„Was hat die Zeit mit uns gemacht“ ist für mich der erste Höhepunkt der Platte. Textlich subtil das schmerzhafte Bild einer gescheiterten Zeit und einer scheiternden Liebe.
„Stark wie Zwei“ ist das erste Lied der Platte, mit dem der Altrocker dem Tod ins Auge blickt. Das ist schwer durchzuhalten, und so endet's mit einem versöhnenden Refrain. Dann der nachdrückliche Zugriff auf's Leben: cool („Der Deal“), mit Humor („Chubby Checker“) wild („Der Greis ist heiß“).
Zwei Lieder („Woddy Woddy Wodka“ und „Nasses Gold“), die vom Alkohol und ohne jede Pose von den tragischen Tiefen solchen Künstlerlebens handeln.
„Verbotene Stadt“ - getragen von der Trauer um den verlorenen Traum und „der Astronaut muß weiter“, ein ergreifendes Lied des Untergangs. Trost so nah wie der Sternenstaub im Sonnenwind.
Martin Andersen Nexö schrieb über ihn: "Erich Mühsam war ein edler, würdiger Repräsentant des modernen Kulturmenschen, tapfer und guten Willens voll, geistreich und revolutionär. Da ihm infolge seines Wesens tierische Waffen nicht zur Verfügung standen, mußte er beim Zusammenstoß mit der Barbarei unterliegen."
Und Walter Mehring drückte seinen Schmerz über die Ermordung Erich Mühsams im KZ Oranienburg im Jahr 1934 in den bitteren Worten aus: "Nun Unsseidank! sie ist befreit,
Die Menschheit von der Menschlichkeit!"
Erich Mühsam verkörperte das beste Streben unseres Volkes.
Schmächtig von Gestalt war er ein Riese an freiem Geist und Mut.
Die Faschisten verfolgten in mit unmenschlichem Haß und als ihnen endlich die volle Macht übertragen war, vernichteten sie ihn mit sadistischer Lust.
Drei Gedichte Mühsams, die Ernst Busch in Musik gebracht hat, finde ich auf einer alten Aurora-Schallplatte aus der DDR von 1966:
"Das Soldatenlied" von 1916
"Streit und Kampf" von 1920 und
"Ehrung der Toten".
Es tut gut, sich der Stimmen von Mühsam und Busch zu erinnern. ErichMuehsam (mp3, 5,378 KB)
China, in dem bekanntlich mehr Einwohner leben als in Europa, den USA und Rußland zusammengenommen, hat in Schanghai eine kleine Galerie zu bieten, in der gerade der Künstler Zhang Wei ausstellt.
Zhang Wei stellt in seiner Folge "Qi Baishi versus Marilyn" das amerikanische Sexidol dem Meisterkalligrafen und Künstler Qi Baishi gegenüber. Mehr hier.