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Kunst

Dienstag, 29. Juli 2008

Lumix Festival - "Villa Germania" von Verena Brandt

Verena Brandt, geboren 1978 in Hamburg, hat u.a. bei Ute Mahler studiert und lebt in Berlin.
Ihre Reportage von der deutschen Exklave in Pattaya an der thailändischen Ostküste prägte sich ein.
Verena Brandt 1

Das ist die rücksichtslose, dennoch nicht denunzierende, soziologisch-psychologisch genaue Studie eines Paradieses manch deutschen Pensionärs. Die Fotografin verzichtet auf Kunstgriffe oder Beiwerk, um "interessant" zu sein. Sie vetraut den Bewohnern des Paradieses, die nichts verbergen wollen und dem Auge ihrer Kamera.
Offenkundig ist es nicht ihre Sache, die Situation zur Eindeutigkeit zu vereinfachen, vielmehr möchte sie vorurteilslos alle Facetten aufzeigen.

In mir, dem aufmerksam gewordenen Betrachter, streiten sich Gefühle lebhafter Ablehnung, wenn ich herrisches Besitzerverhalten zu erkennen glaube mit einer Art von Trauer beim Anblick der immer wieder vergeblichen Jagd nach dem Glück.

Verena Brandt 2


Verena Brandt 3


Verena Brandt 4


Verena Brandt 5


Mancher ist für immer hierher gezogen, hat sich von seiner allzu selbständigen deutschen Frau scheiden lassen und lebt nun schon seit einem Jahr im Glück mit seiner thailändischen Gefährtin.
Verena Brandt 6


Erfüllt sich so der Wunsch nach dem ewigen Sommer, der ewigen Jugend, dem unerschöpflichen Genuß,...
Verena Brandt 7


im Deutschen Haus am Ende der Welt?
Verena Brandt 8


Bildquellen, soweit über meine Bildnotizen von der Lumix-Ausstellung hinausgehend:
Hier.
Hier weitere Reportagen von Verena Brandt.

Dienstag, 22. Juli 2008

Lumix Festival – ästhetisch

„Blindness in Gao“, Massimo Berruti, geb. 1979 in Rom.
„Varanasi – The City of Light“, Tomas Munita, geb. 1975 in Santiago de Chile.
„Disappearing Circus“, Rafael Milach, geb. 1978 in Glivice, lebt in Warschau.

Es mag seltsam erscheinen, drei von mehr als 60 Ausstellungen des Lumix-Festivals unter dem Stichwort „ästhetisch“ herauszugreifen.
Weder will ich die ästhetischen Qualitäten der anderen mehr als tausend Fotografien bestreiten, noch fühle ich mich überhaupt zu einer differenzierten ästhetischen Wertung berufen.
Und doch ist es so, daß mich in diesen Fällen die Schönheit der Bilder ganz besonders angesprochen hat, zum Teil wohl deshalb, weil ich ein Mißverhältnis zum erklärten oder erwarteten Inhalt empfand.

"Blindness In Gao" beschäftigt sich mit dem hohem Anteil von 20 Prozent Blinden und Augenkranken in Mali. Um den Kranken zu helfen gibt es dort sogenannte „guide children" (Blindenkinder). Sie führen Blinde durch deren Leben und geben ihr eigenes dafür auf. Sie müssen bei dem Blinden bleiben, bis derjenige stirbt. Sie werden dafür bezahlt, aber den größten Teil ihres Lebens werden sie behandelt wie Sklaven.

Massimo Berruti 1

Beeindruckt haben mich die Gestalten der Blinden. In weite Gewänder gehüllt, hoch aufgerichtete Figuren, mit nach innen gekehrten, klaren, gleichsam archetypischen Gesichtszügen. Alle Bilder monochrom und mit einer vereinfachenden Komposition. Eine Anmutung von Stille, Würde, Strenge.
Ich fühlte mich an die Chöre der griechischen Tragödie erinnert oder das Priesterreich Sarastros.

Massimo Berruti 2

Und die Kindersklaven? Obwohl in den Begleittexten wiederholt auf sie hingewiesen wurde, in den Bildern waren sie bis auf eine Ausnahme nicht existent. Ein unangenehmer Widerspruch zwischen verbal angekündigter Thematik und bildlicher Realisation oder anders gesagt: Einprägsame Bilder zu einem nicht vorhandenem Text.

Tomas Munitas Fotoessay „Varanasi“ zu sehen, war ein Genuß.

Tomas Munita 1

Klassische Szenen aus der heiligen Stadt der Gottes Shiva, des hinduistischen Hauptgottes, Pilgerstätte seit 2500 Jahren. Bilder von kostbarer, feindifferenzierter oder expressiver Farbigkeit, Momente der rituellen Sammlung und inneren Ruhe aber auch Alltagsszenen ohne Religionsbezug, monumental und von geradezu biblischer Zeitlosigkeit.

Tomas Munita 3

Genauso hätte ich mir das alles vorgestellt, wenn ich es mir vorgestellt hätte. Und genau hier kratzt mich etwas. Etwas Hermetisches hatte diese Bilderwelt, eine Geschlossenheit in Schönheit und durch Schönheit. Ein Gewicht der Schönheit, gegen das ich rebellieren möchte, damit das lärmende, stinkende, geschlagene, hungrige Leben einbricht.

Tomas Munita 2

Meine Bildnotizen von Munitas Ausstellung sind technisch sehr unbefriedigend. Auf seiner Website sind viele seiner Arbeiten zu sehen, auch Bilder aus Varanasi, leider keins der in Hannover ausgestellten.

Hier übrigens der Reisebericht eines deutschen Besuchers in Varanasi (mit lebhafter Diskussion).

Für seine Portraitserie »Disappearing Circus« fotografierte Rafal Milach pensionierte Zirkusartisten in Polen.
Die polnischen Zirkusartisten verfügten mit der legendären Zirkusschule „Julinek“ über eine hervorragende Ausbildung und waren in den angesehensten Manegen der Welt engagiert. Seit den 90er Jahren verschwinden die Zirkusse, „Julinek“ ist geschlossen.

Rafael Milach 3

Kein Tusch mehr, Kein Lachen, kein Schwitzen, kein Glanz.
Abglanz noch allenthalben.

Rafael Milach 1 Rafael Milach 2

Geblieben sind verletzte Akrobaten, müde Clowns, schweigende Zauberer.

Behutsam schließt die Schönheit der Bilder die ganze Spannweite auf:
Vom lachenden Leben zum achtlos Verworfenen, zum Müll.

Rafael Milach 4

Das komplette Essay und viele weitere Arbeiten von Rafael Milach hier.


Übrigens in eigener Sache:
Über das diesjährige "Festival für jungen Fotojournalismus" in Hannover habe ich bereits in fünf Postings berichtet. Sie sind allesamt leicht unter "Lumix" hier mit der Suchfunktion zu finden.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Auch sie vestehen etwas vom Weichziel - "Soldat"



Das ukrainische Duo "5'nizza".

"Geroi kakowo roamana" - Held welchen Romans?

Hier habe ich (Danke an Doris!) eine Übersetzung gefunden.

Soldat

Ich bin Soldat, ich schlief 5 Jahre nicht und unter meinen Augen sind Säcke
Ich selbst hab’s nicht gesehen, aber man sagte es mir so.
Ich bin Soldat und ich hab keinen Kopf, man schlug ihn mir mit Stiefeln ab
Yo-yo-yo, der Kommandant brüllt, zerrissener Mund beim Kommandanten
Weil die Granate…
Weiße Watte, rote Watte heilt den Soldaten nicht.

Ich bin Soldat, nicht ausgetragenes Kind des Krieges
Ich bin Soldat, Mama heil meine Wunden
Ich bin Soldat, Soldat, vergessen von Gott und Land
Ich bin ein Held, sagt mir welchen Romans
O, o-o-o
Ich bin Soldat, ich find’s schade, wenn mir nur eine Patrone übrig bleibt
Nur sie oder ich
Letzter Waggon,
Selbstbrenner,
Es gibt unsrer Millionen
Im OOOON
Ich bin Soldat, ich kenne meine Sache, meine Sache, zu schießen,
Damit die Kugel in den leib des Feindes trifft
Das ist Ragga [Reggae?] für dich Mama-Krieg
Nun bist du zufrieden?

Ich bin Soldat, nicht ausgetragenes Kind des Krieges
Ich bin Soldat, Mama heil meine Wunden
Ich bin Soldat, vergessen von Gott und Land
Ich bin ein Held, sagt mir welchen Romans.

I’m a souljah I’m a souljah
I’m a souljah I’m a souljah
I’m a souljah soul jah soul
jah soul jah-jah

Ich bin Soldat, nicht ausgetragenes Kind des Krieges
Ich bin Soldat, Mama heil meine Wunden
Ich bin Soldat, vergessen von Gott und Land
Ich bin ein Held, sagt mir welchen Romans.



(Und wenn Euch youtube den Song "Jamaika" von 5nizza anbietet - ruhig mal reinschaun. Die beiden sind einfach genial. Leider sind sie jetzt nicht mehr zusammen.)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Lumix Festival – Der Blick nach Rußland

Nicht weniger als sechs FotografInnen beschäftigten sich mit Rußland:
„Territory of Dream“ von Alexandra Demenkowa, St. Petersburg (Sie ist übrigens z. Z. an einer Ausstellung in Zingst beteiligt),
„Aids in Odessa“ von Andrea Diefenbach, Wiesbaden (hier ihre reichhaltige Homepage),
„Generation Perestroika“ von Philipp Ebeling aus Hannover/London (hier seine Homepage),
„101 Billionairs“ des Niederländers Rob Hornstra (hier mehr seiner Arbeiten),
„Dusha – Russian Soul“ des Italieners Davide Monteleone (mehr zu Monteleone hier) und
„Motherland“ des Briten Simon Roberts, der von 2004 bis 2005 Rußland bereiste und an 200 Orten fotografierte (Hier die ausführliche Vorstellung seines Motherland-Books).

Die Bilder von Armut, Ausweglosigkeit und menschlicher Degradation in Folge des Untergangs des sowjetischen Staatssozialismus und der Zerstörungen der Jelzin-Ära sind wieder und immer noch bedrückend.
„Aufgehörte Menschen“, von Alkohol, Prostitution, Aids und Gewalt gezeichnet. Doch neu sind solche Darstellungen, wie sie besonders bei Alexandra Demenkowa und Andrea Diefenbach zu finden sind
Russland 1 Russland 2































heute nicht mehr, und die Beschränkung auf diesen Ausschnitt läuft Gefahr, ins Pittoreske abzugleiten.









Hier einmal ein Beispiel von David Monteleone für den ästhetischen Reiz des Verfalls.
Russland12

Rußland läßt sich nicht mit den Elendsbildern eines beliebigen Drittweltlandes illustrieren.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang andere Bilder von Andrea Diefenbach, die viel von der menschlichen Qualität und einiges von dem sozialen Hintergrund der elenden Situation einer jungen, aidskranken Mutter verraten
Russland 3 Russland 4





































oder Portraits von Rob Hornstra, die im Gegenwärtigen Jahrzehnte der Biografie des Gegenüber verdeutlichen, wie im Bild des 94-jährige Sibiriers Michail Dubenkow.
Russland 5
oder in diesem wunderbaren Portrait.

Ob das ganze Land in Elend versunken war, können Fotoreportagen weder beweisen, noch widerlegen. Zweifellos aber merkt der interessierte Betrachter auf, wenn er die ungebrochene Lebenskraft mancher „alten russischen Tugend“ sieht, etwa den „heiligen Ernst“, den noch die allerjüngsten BallettschülerInnen ausstrahlen
Russland 6































oder den jungen Kadetten, der sich mit den ruhmreichen Traditionen des russischen Militärs identifiziert und zugleich den geistigen Rat des orthodoxen Priesters einholt.
Russland 7


Wenn der amerikanisch-polnische Geostratege Zbigniew Brzezinski Rußland als unfähig einschätzt, eine Großmachtrolle zu spielen und meint, daß es eigentlich in drei bis vier Länder aufgeteilt gehört, so liefern solche Rußlandreportagen, wie die von Simon Roberts oder Philipp Ebeling genügend Anschauungsmaterial und zumindest mir als Deutschen auch reichlich Erinnerungsstoff, in welchem Desaster solche Fehleinschätzungen schon mehrfach endeten.

Aus der Serie „Motherland“ (Simon Roberts), die hier online zu finden ist, diese selbstbewußte Fleischverkäuferin

Russland 8

oder nicht weniger selbstbewußt-entschlossene Stör-Wilderer

Russland 9

Aus „Generation Perestroika“ (Philipp Ebeling) der fürsorgliche Tischdienst zum Mittag in einer Schule

Russland 10

oder der unbändig-unerschütterliche Kämpfer (nach einer Niederlage) aus Dagestan.

Russland 11


Rußland mit seinen tiefen Widersprüchen verfügt über machtvolle und lebendige Traditionen seiner Volkskraft, Kultur und Organisiertheit. Das spürbar gemacht zu haben (ohne das Riesenland im Entferntesten auszuschöpfen), zähle ich zu den besonderen Verdiensten der Rußland-Reportagen dieses Festivals.

Freitag, 27. Juni 2008

Lumix Festival – „Willkommen im Club!“ von Andreas Meichsner

Andreas Meichsner 1

Eine Reportage vom fröhlichen Leben der Wohlversorgten. Bonbonbunt ist die Welt. Existentielle Not ein Fremdwort.
Man mag schmunzeln, wenn es zum "römischen Abend" geht.

Andreas Meichsner 2

Aber mir blieb der Spaß im Halse stecken.

Andreas Meichsner 3
Trommelrunde

Die Menschen sind wie entseelt, wie unter einem närrischen, unwürdigen Zauber.
Der Fotograf hebt nicht den Zeigefinger, er klagt nicht an, er zeigt nur – Zombies.

Andreas Meichsner 4
Mittagspause

Animateurin:
Andreas Meichsner 5

Animateur:
Andreas Meichsner 6

animatisiert:
Andreas Meichsner 7

Mittwoch, 25. Juni 2008

Lumix Festival – „Going to war“ von Gregers Tycho

ODER

Wie ein junger Mann in einen Toten verwandelt wird.

Gregers Tycho

Eine Reportage, die zeigt, daß´es nicht auf die fotografische Exaltiertheit ankommt.
Sachlich und schlicht wird ein Alltagsvorgang erzählt. Es passiert das Normalste von der Welt. Auch die Bildunterschriften bleiben in schier quälender Weise bei dem, was man ohnehin sieht.
So unaufgeregt, so folgerichtig das Ganze, als hätte der junge Henrik Nebbe zwanzig Leben zu verschenken.
Und keiner, der den Gedanken hat, die Blutmühle zu stoppen.

Meine Bildnotizen folgen hier.
Hier sind einige der Fotos in besserer Qualität zu sehen.

Gregers Tycho 2
Man möchte hoffen, er sei unschlüssig und könnte sich noch anders entscheiden.

Gregers Tycho 3
Henrik Nebbe, bereit und entschlossen.

Gregers Tycho 4
Er hat gelernt, was zu tun ist.

Gregers Tycho 5
Letzte Umarmung. Der behinderte Papa mit der Nervositätszigarette.

Gregers Tycho 6
Ende Nebbe. Unterm bunten Tuch.
Die Kumpels bereit und entschlossen.

Dienstag, 24. Juni 2008

Lumix Festival – "Forsaken" von Lana Slezic

Lana Slezic 1

Es waren nicht die einzigen Bilder aus Afghanistan. Und Reportagen aus Kriegs- und Katastrophengebieten gab es ohnehin reichlich.
Lana Slezic hatte einen Fotoauftrag von sechs Wochen. Daraus wurden zwei Jahre Leben in diesem Land. So fand sie Zugang zu den afghanischen Frauen und schuf Bilder von ihrem Alltag, die fern aller propagandistischen Vereinnahmung sind.
Archaisch-monumentale Bilder, erschütternde Bilder, andere freundlich-erzählend – der Beitrag einer Meisterfotografin.

Lana Slezic 2
Eine Schülerin geht durch ein verlassenes Gebäude, das in Kabul provisorisch als Schule genutzt wird.

Lana Slezic 3
Da sie nirgendwo anders hin können, spielen die kleinen Mädchen in einem alten, zerstörten Haus, das noch vor der Zeit des Talibanregimes von den Sowjets erbaut wurde. Jetzt ist es das Zuhause von 105 Flüchtlingsfamilien, die vor drei Jahren aus Pakistan zurückgekommen sind.


Lana Slezic 4
Die Burka hält Frauen nicht davon ab, sich nicht unter ihr zu stylen. Hier kaufen gerade einige Frauen in einem Laden in Mazar-e-Sharif ein.

Lana Slezic erhielt zu Recht den Publikumspreis.
Auf ihrer Website kann man ihre Fotografien ungestört betrachten.
Ich habe hier, trotz ihrer technischen Unvollkommenheit, einige meiner „Bildnotizen“ eingefügt, weil sie, glaube ich, etwas von der Ausstellungsatmosphäre vermitteln.

Montag, 23. Juni 2008

LUMIX festival für jungen fotojournalismus – Kai Wiedenhöfer

Lumix 01

Volle vier Tage, vom 18. bis 21. 6. habe ich dieses Festival besucht, das vom Studiengang Fotografie der Fachhochschule Hannover (Prof. Rolf Nobel) zum ersten aber bestimmt nicht zum letzten Mal veranstaltet wurde. Nicht weniger als 60 Bildreportagen wurden gezeigt, das waren etwa 1400 Bilder, es gab viele Vorträge namhafter Fotografen, Podiumsdikussionen sowie eine Fototechnik– und Fotobücherschau.
So war für eine Unmenge von Bildeindrücken und vielfältige Anregungen gesorgt.

Lumix 1

Täglich 300 bis 400 Bilder konzentriert zu betrachten, geht bis hart an die Grenze. Deshalb habe ich viele Schnappschüsse ausgestellter Bilder gemacht, teils mit meiner bescheidenen kompakten Olympus, teils mit einer Panasonic Lumix L10, Speigelreflex, die ich am Panasonic-Stand zum Kennenlernen ausleihen konnte.
Auf diese „Bildnotizen“ werde ich zurückgreifen, wenn ich nun in einer ganzen Folge von Postings hier im Blog die Beiträge vieler FotografInnen vorstelle.

Beginnen möchte ich aber mit meinem Bericht vom Vortrag Kai Wiedenhöfers.
Wiedenhöfer, Jahrgang 1966, ist seit vielen Jahren Dokumentarist des israelisch-palästinensischen Konflikts. Nicht weniger als 20 000 Kilometer hat er auf dem Motorrad im Gaza-Streifen zurückgelegt. 2003 erschien sein Buch: „Perfect Peace : The Palestinians from Intifada to Intifada“, 2007 „Wall“ über die israelische Mauer.

Wiedenhoefer 1

Da spricht und fotografiert Einer, der „seinen Gegenstand“ wirklich kennt. Er fährt nicht zwei, drei Wochen (gar noch amerikanisch „embedded“) in ein Katastrophengebiet und bringt die obligatorischen exotischen Fotodramen. Er fotografiert aus dem Miterleben heraus, ohne jedoch die Distanz des Dokumentaristen zu verlieren.

Wiedenhoefer 2

Sein Projekt, Bilder der israelischen Mauer im Sommer 2008 in Berlin an der East Side Gallery, also der ehemaligen DDR-Mauer, zu reproduzieren, stößt auf den erbitterten Widerstand proisraelischer und islamfeindlicher Kräfte. Daraufhin habe er, wie er sagte, in den letzten beiden Monaten mehr öffentliche Aufmerksamkeit erfahren als in 10 Jahren zuvor.

Nähere Erläuterungen und Bildbeispiele aus „Wall“ hier.
Hier, in der „jüdischen Zeitung“ ein ausführlicher Bericht über den Fotografen.
Ein Interview mit Kai Wiedenhöfer ist hier zu hören.
Hier, auf hagalil.com, ein offener Brief gegen die geplante Ausstellung „Wall on Wall“
Mitunterzeichner ist auch Prof Dr. Pallaschke, den hier im Blog zu erwähnen, ich bereits Anlaß hatte.

Ich hoffe sehr, daß die Organisatoren der Ausstellung sich nicht von den israelisch-amerikanischen Lobbyisten einschüchtern lassen und daß bald viele Interessierte die Möglichkeit haben, die beeindruckenden Fotografien Kai Wiedenhöfers vom israelischen „Wall“ an der deutschen Mauer kennen zu lernen.

Samstag, 21. Juni 2008

Vor zehn Jahren ist Gerhard Gundermann gestorben



Wer sein Ideale mit der DDR verbunden hatte, wer ihre Zerrüttung und schließlich ihren Untergang miterleben mußte, dem singt Gerhard Gundermann aus dem Herzen.
Er starb mit 43 Jahren.
Seine Lieder sind unsterblich.

Samstag, 14. Juni 2008

irish musicians

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