Wir haben eine Heidelandschaft entdeckt, ein wahres Paradies für Hunde.
Hier fühlt sich Anka wohl. Sie kann rennen, wie eine Junge. Überall gibt es etwas zu untersuchen. Mit fremden Hunden kann sie spielen oder ihnen aus dem Wege gehen.
Und ich habe keine Sorge, daß ich sie aus den Augen verlieren könnte.
Die Landschaft ist noch vorfrühlingskarg. Aber wenn ich genau hinschaue, kann ich überraschende, winzige Schönheit entdecken.
Anka macht Entdeckungen (nach menschlichen Maßstäben sind auch übelriechende dabei), in denen sie sich gleich wälzen muß.
Plötzlich zeigt sich in der Heideidylle ein Betonrest.
Andere Betonreste, erklärt mir ein Hundefreund, mit dem ich ein Schwätzchen mache, sind ehemalige Flakstellungen.
Über den Bäumen wird ein Obelisk sichtbar.
Er liegt außerhalb des Gesichtskreises von Anka. Ich aber kenne ihn seit 1961. Damals wurde hier die Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen eröffnet.
Unser Hundeparadies, unsere Spazierheide grenzt unmittelbar an das ehemalige KZ-Sachsenhausen.
Es ist wahr: Als ich das begriffen hatte, konnte ich mich nicht mehr so unbefangen wie zuvor auf dieses Gelände begeben.
Ich halte aber nichts davon, aus einer Art von Pietät, solche Räume zu meiden. Ich muß mich in ihnen bewegen, ich muß sie mit meinen heutigen Zwecken benutzen und ich muß mich ihrer unauslöschlichen Tragik aussetzen. Das hört niemals auf.
In diesen Tagen jährt sich die Befreiung des deutschen Konzentrationslagers Sachsenhausen durch die Sowjetarmee.