Kino

Montag, 7. Juni 2010

Vom Glückskind zum Wunschkandidaten

Alte Ideologen (wie ich) haben Gauck bisher vornehmlich als Kommunistenfresser wahrgenommen.
Außerdem natürlich als DDR-Bürgerrechtler-Pfarrer mit Westreiseerlaubnis, der 1990 das beträchtliche Privileg genossen hatte, zum Einstieg in seine BRD-Beamtenlaufbahn seine Stasiakte mit eigener Hand zu konfigurieren.

Dann durfte er Erzengel spielen. Absolut überzeugend.

Danach zogs ihn zur Nationalstiftungund Atlantikbrücke. Vielleicht wurde er auch erkoren. Nicht nur Westerwelle kann "Freiheit" und "Nation". Auch Gauck machts kaum darunter.

Jetzt jubeln landauf landab die Hartz IV Plattformen "Sparen mit Angela" und "Gauck for President"!

P.S. :
Man sollte ihn schnellstens zum Ehren-Feministen ernennen, sonst schlägt die Linke 'ne KandidatIn vor und windet sich so aus der Gauckfalle.

Montag, 10. Mai 2010

65 Jahre (5)

Wir gehen noch einmal zurück in das 6. Kapitel von Michail Romms Film "Der gewöhnliche Faschismus", 1965.
Wir verfolgen, wie ein "Geschenk für den Führer" entsteht.
Ist das nicht rührende Sorge um's Humanmaterial?
Pardon, das war kein Nazijargon. Das war Jetztzeit. Deutsch der Bundeswehr. Man glaubt es nicht.
Im Film heißt es einmal: "Der Faschismus beginnt, wo der nationale Hochmut anfängt."
Was hat begonnen (oder nie geendet?), wo solch entmenschte Sprachform heute, im Jahr 2010, der Kommunikation dient?

Sonntag, 9. Mai 2010

65 Jahre (4)

Vor 65 Jahre wurde Deutschland vom Hitler-Faschismus befreit.
Den entscheidenden Beitrag dazu im Bündnis der Alliierten leistete die Sowjetunion mit der Roten Armee.

Im 5. Kapitel seines Films "Der gewöhnliche Faschismus" von 1965 macht der sowjetische Regisseur Michail Romm auf einige besondere "Kulturtaten" der an die Macht gekommenen Faschisten aufmerksam. Hinterfragt wird die vielfach benutzte Flammen- und Fackelsymbolik. - Nicht einfach Barbaren, geweihte Barbaren wurden gebraucht.
Im 6. Kapitel werden wir Zeuge zu welchen geistigen Höhenflügen sich populäre Wissenschaften aufschwingen, die von der nationalen Idee beflügelt sind.
Den zurückhaltenden Worten des gebildeten Russen ist das ungläubige Staunen über das anzumerken, was "das Volk der Dichter und Denker" widerstandslos, ja begeistert, mit sich machen ließ.

Samstag, 8. Mai 2010

65 Jahre (3)

In diesen Tagen ist es genau 65 Jahre her, daß Deutschland vom Hitler-Faschismus befreit wurde.
Den entscheidenden Beitrag dazu im Bündnis der Alliierten leistete die Sowjetunion mit der Roten Armee.

Im 3. Kapitel von Michail Romms Film "Der gewöhnliche Faschismus", 1965, waren die Bilder zu sehen, wie in Deutschland die Macht an Hitler übergeben wurde. Die Straßen hallten wieder vom "Erwachen" Deutschlands.
Aber - so das 4. Kapitel - die Welt drehte sich weiter. Das aufstrebende, so quirlige, ja schräge 20. Jahrhundert nahm seinen Lauf. Und wozu die Zeichen beachten, die nur beunruhigen konnten?



Ich erinnere mich noch gut, wie uns damals der Film von Michael Romm bereichert hat.
Faschismus, den wir prägend als politisch, ökonomisch, soziologisch bestimmte Erscheinung kennengelernt hatten, war plötzlich mit dem Alltag, mit der Oberfläche, mit der Psychologie der einfachen Menschen verbunden. Und das in unaufdringlicher Weise, nicht "mit dem Holzhammer", sondern eher ironisierend und leise.
Wie mag der Film heute auf junge Menschen wirken?
Wesentliche Erkenntnisse über das Wesen des Faschismus sind heute weithin verschüttet. Andere in fragwürdige Zusammenhänge gestellt. Äußerlichkeiten, Zufälliges und (oft subtile) Verfälschungen wurden und werden in einem nicht endenden Strom in die Köpfe transportiert.

Freitag, 7. Mai 2010

65 Jahre (2)

In diesen Tagen ist es genau 65 Jahre her, daß Deutschland vom Hitler-Faschismus befreit wurde.
Den entscheidenden Beitrag dazu im Bündnis der Alliierten leistete die Sowjetunion mit der Roten Armee.

Mit der Zerschlagung des faschistischen Staates und seiner faschistischen Wehrmacht war keineswegs der gewöhnliche Faschismus in der Gesellschaft, in den Köpfen, verschwunden.
Michail Romms Film "Der gewöhnliche Faschismus", 1965, war ein Markstein und langwirkender Anstoß bei der geistigen Befreiung der DDR-Gesellschaft.

In den Kapiteln 2 und 3 seines Films berichtet Michail Romm davon, wie ehrwürdiges Handwerk aus Deutschen Landen einen Schatz für 1000 Jahre schafft und wie der altadlige Feldmarschall kräftige Fäuste schätzen lernt.

Donnerstag, 6. Mai 2010

65 Jahre (1)

In diesen Tagen ist es genau 65 Jahre her, daß Deutschland vom Hitler-Faschismus befreit wurde.
Den entscheidenden Beitrag dazu im Bündnis der Alliierten leistete die Sowjetunion mit der Roten Armee.

Mit der Zerschlagung des faschistischen Staates und seiner faschistischen Wehrmacht war keineswegs der gewöhnliche Faschismus in der Gesellschaft, in den Köpfen, verschwunden.
Michail Romms Film "Der gewöhnliche Faschismus", 1965, war ein Markstein und langwirkender Anstoß bei der geistigen Befreiung der DDR-Gesellschaft.

In der Gesellschaft, in der wir leben, kann die Befreiung vom Faschismus nicht ein- für allemal abgeschlossen werden, und - ganz wichtig - sie sollte mit einer Befreiung zu ... einhergehen.

Im Kapitel 1 seines Films laden uns Michail Romm und Martin Flörchinger, sein deutscher Sprecher, zum gemeinsamen Nachdenken ein. Natürlich, es ist ja ein Film, geht es um ein Nachdenken in Bildern. Zu Anfang begegnen uns Bilder von dem einfachen, interessanten, schönen Wesen "Mensch".

Samstag, 23. Mai 2009

Wiederfinden

Vor 55 Jahren habe ich Egon Erwin Kisch für mich entdeckt. "Paradies Amerika" und vieles andere. Ich war begeistert. Da gibt es auch die Geschichte "Arbeit mit Charlie Chaplin", in der Kisch davon berichtet, wie Chaplin "City Lights" dreht.
Den Film mußte ich unbedingt sehen!
Ich habe ihn nie gesehen.

Gestern habe ich "Lichter der Großstadt" zum ersten Mal in voller Länge gesehen.
Die Abschlußszene zwischen Landstreicher und Blumenverkäuferin, ihre Art Wiederfinden, habe ich dreimal wiederholt. (Heute ist das technisch kein Problem.) Mir hartgesottenem Kinogucker und Filmanalysierer sind die Tränen der Erschütterung gekommen.

Freitag, 30. Januar 2009

Das Zigeunerlager zieht in den Himmel

Zigeunerlager Es zieht in den Himmel, und es kommt zurück...
Nichts hält diese Bewegung auf, und nichts, auch die Liebe nicht, hält den Freiheitswillen von Rada und Sobar auf.

Als dieser Film damals 1976 in unsere Kinos kam, ging es wie ein Lauffeuer.
Kult.
Jeder mußte sie gesehen haben, diese rücksichtslos erzählte Geschichte von Freiheit und Liebe und Tod, diese Verschmelzung von Romantik und Realistik eingebettet in eine hinreißende Musikdramaturgie.
Wir, in unseren beengenden DDR-Grenzen, spürten den heißen Atem eines archaischen Volkslebens und wie er um 1900, dem Zeitpunkt der Filmhandlung, auf den noch raueren Atem einer neuen Epoche trifft.

Heute, Jahrzehnte später, Globalisierung ist jedes zweite Wort, hat mich der Film ganz anders und noch widersprüchlicher gefesselt und begeistert. Unterbewußt sagte es in mir immer wieder: All das hat unser 20. Jahrhundert, "das Zeitalter der Extreme", ausgelöscht. Alle diese wilden, freien Zigeuner wurden von den Nazis in die Verbrennungsöfen getrieben.
Und die Reste hat der globalkapitalistische Gleichmacher plattgewalzt. Sobar fährt jetzt einen Truck und pendelt zwischen Budapest und Hamburg, mit Pausen bei Macdonalds und im Erotikshop des Autohofs.
Und doch: Ist sie uns heute auch fern, die Geschichte, die dort berichtet wird, ist sie doch ganz und gar wirklich. So wirklich, wie der Glaube, daß die Menschen eines Tages Einsicht gewinnen und ihre Kraft sammeln und das Unheil abwenden.

Land: Sowjetunion 1976
Darsteller: Swetlana Tomowa, Grigore Grigoriu, Pawel Andrejtschenko, Sergiu Finiti
Regie, Buch: Emil Loteanu
Musik: Jewgeni Doga
Produzent: Mosfilm ?
Nach Maxim Gorkis Erzählung "Makar Tschudra" (1882)

Der Soundtrack ist als CD erschienen.

Dienstag, 23. September 2008

Ein Kaiser Wilhelm-Schmarren von Peter Schamoni

Wilhelm zwo „Majestät brauchen Sonne“ nennt Schamoni seinen Film über den deutschen Kaiser Wilhelm zwo und verwendet damit das skurril-fröhliche Pendant zu der bekannten Formulierung aus wilhelminischer Zeit, Deutschland beanspruche seinen Platz an der Sonne.
Ein so genanntes „filmische Großportrait“ ist entstanden aus digital restaurierten Originalaufnahmen der jungen Foto- und Filmindustrie. Der Kaiser paradiert, der Kaiser jagt, der Kaiser reist, er menschelt, er posiert. Der Kaiser mit dem Edward oder dem Georg von GB, dem Nikolaus von Rußland, dem Franz Ferdinand, dem griechischem König, dem türkischen Sultan...
Der Kaiser zu Pferde, zu Auto, auf der und jener Yacht, am Flugzeug, in der Nähe des Luftschiffs, mit der Axt in der Hand - wie viel historisches Kolorit wurde da zusammengedreht - und bleibt nichtssagend.

Immerhin lebte Wilhelm II. von 1859 bis 1941, war Kaiser von 1888 bis 1918, wirkte höchst aktiv in der Zeit, die zum Weltkrieg I und der Großen Russischen Revolution führte. Wirkte in einer Zeit, die unsere unmittelbare Vorvergangenheit und heute alles andere als tot und begraben ist.
Buchstäblich nichts davon bei Schamoni. Stolz präsentiert er unserer mediengeilen Gegenwart den ersten Medienkaiser. Also Auflösung nicht nur der Gegenwart, nun auch der wilhelminischen Geschichte in Medienschaum.

Getret'ner Quark wird breit, nicht stark.


Land: Deutschland 1999
Regie: Peter Schamoni

Freitag, 16. Mai 2008

Wie feed the world – über Filmrezeption, Katastrophenhilfe, die Erziehung Freier Bürger und ihre Freie Fahrt

I
Filme, wie alle Modeartikel, haben ihre Zeit.
Das kann man gut an dem Dokumentarfilm „We feed the world – Essen global“ beobachten. 2005 hatte er 150.000 Besucher, 2006 rund 430.000, 2007 waren es knapp 208.000. Seitdem ist er (fast) vergessen.
Hatte er ästhetische Glanzlichter zu bieten oder gar dauerhaft gültige Einsichten in den Zustand der Welt – Pech für das Werk und seine Schöpfer. Der „mündige Konsument“ will sein tägliches Event, den flotten Sinnesreiz, der möglichst noch schneller vergessen als aufgenommen ist.
So geht er um mit den Bildern von den hungernden brasilianischen Kleinstbauern am Rande der Felder mit den Sojabohnen, die für Biosprit bestimmt sind.

Brasilien

Bildquelle: http://www.we-feed-the-world.at/pics.htm

II
Wir können aber auch anders. Wo unser gut vergessliches Menschenrechtsgewissen von der Leine gelassen wird, da möchten wir zum Kampfhund werden.
Gern lassen wir das Asiaten spüren, z. B. in Myanmar. Dort haben die Menschen mit den Folgen einer Sturmkatastrophe zu kämpfen, und die dortigen Diktatoren lehnen manche ausländischen Helfer ab.
Unerträglich ist uns manchmal fremdes Leid. Dann sind wir zu jedem Zwang bereit, am besten mit den bewaffneten westlichen Helfern, die sich in Afghanistan und Irak so glänzend bewähren.

Schwer verständlich ist sie, diese auswählende Menschlichkeit. (Manche nennen es Menschenrechtsimperialismus.) Also muß sie eingeübt werden.
Dazu sind freie Medien da und freie Volksvertreter, gerne SPD-Hinterbänkler und überhaupt Figuren, die wenig zu melden haben – z. B. Angelika Beer von den Grünen oder ein Abgeordneter der Linkspartei.
Unisono fordern sie eine Militärintervention. NATO-Sturm bändigt den Tropensturm und fegt zugleich asiatische Despoten in die Hölle. All das ist zwar fern der Realität aber unser Denken, das die brasilianische Hungerfamilie längst vergessen hat, soll doch wenigstens ahnen, welche Wege das Gute demnächst gehen könnte.

III
Frau Merkel, um Ratschläge für den Rest der Welt eigentlich nie verlegen, hat sich diesmal allzu flotter Sprüche enthalten. Weil sie gerade das reiche Hungerland Brasilien bereist?
Unsere Ex-Umweltministerin wird doch nicht etwa die brasilianische Umweltministerin in ihrem Kampf....?
Keine Sorge. Frau Marina Silva ist gerade zurückgetreten (zum Rücktritt siehe auch hier), denn Frau Merkel kriegt ihren Biosprit. Und die Frauen dort kochen zur Not ihren Kindern Steine, und wir alle, „mündige Konsumenten“, haben auch etwas davon. Freie Fahrt!
We feed the world. Delicious.

Land: Österreich, 2005
Buch & Regie: Erwin Wagenhofer
Regieassistenz: Lisa Ganser
Interview-Partner: u.a. Jean Ziegler
Produzent: Hellmut Grasser

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