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Haus, Garten, Hund

Dienstag, 24. November 2009

Garten vertikal

Aus der Permakultur, besonders im Zusammenhang mit dem Konzept des Waldgartens, ist die Anbauform des "Stapelns" oder "Schichtens" bekannt. Ein "Dach" aus großen Obstbäumen, darunter Zwergobst, Nussbüsche, weiter eine Strauchschicht mit Beerenobst, eine Schicht mehrjähriger Kräuter und Gemüse am Boden, nicht zu vergessen Wurzelgemüse und Kletterpflanzen.
Im Idealfall setzt sich diese Schichtung im Erdreich fort, wenn die Wurzeln der verschiedenen Pflanzen ihre Nährstoffe aus unterschiedlichen Tiefen beziehen.

Das Konzept klingt gut.
Unter Platzmangel leidend, an etlichen Stellen durch große Bäume in Nachbargärten beeinträchtigt habe ich erste Kombinationsversuche unternommen. Die Ergebnisse blieben unter den Erwartungen. Zu stark war die Lichtkonkurrenz der Nadelgehölze, zu stark die Wasserkonkurrenz der mächtigen Birken. Offensichtlich kann sich Erfolg nur einstellen, wenn die Lebensansprüche aller beteiligten Pflanzen äußerst sensibel aufeinander abgestimmt werden. Diesbezüglich bin ich weiterhin Analphabet, aber lernwillig.

Zwei für unseren Garten typische Probleme:
a) Fruchtbarer Boden ungenügend genutzt, weil er im Schlagschatten von Gebäuden liegt.
b) Südseiten von Bäumen, Sträuchern und Gebäuden ungenügend genutzt, weil dort keine oder nur äußerst begrenzte Bodenflächen zur Verfügung stehen.

Nun habe ich mir dafür Lösungen ausgedacht:
a) Ich pflanzte Kletterpflanzen (nämlich Kiwi), deren "Fuß" nun kühl und feucht im Schatten steht, die aber über die Schattengrenze hinauswachsen und nun im kostbaren Sonnenlicht gedeihen. Zumindest an eine Stelle, die doch etwas Sonne hat, werde ich unter die Kiwi-Pergola zusätzlich eine Kulturheidelbeere pflanzen.
b) An die beengten Südseiten pflanze ich verschiedene Kulturen in großen Töpfen und Kästen, kann so die hervorragenden Licht- und Wärmebedingungen ausnutzen und jeder Pflanze trotzdem ausreichend Bodenvolumen sichern.
Auf diese Weise, vertikal, gewinne ich annähernd 30 vollsonnige Quadratmeter Anbaufläche.

Ich bin überzeugt, daß die Menschheit alle ihre Ernährungs- und Energieprobleme lösen kann, wenn sie sich auf eine nachhaltige Gartenkultur gründet.

Freitag, 20. November 2009

Gartengedanken

Mit schöner Regelmäßigkeit drängt sich mir der Gedanke auf, daß unser Gärtchen zu klein ist. Es hat nur 500 qm, und für so Vieles, was wir gern anpflanzen würden, ist zu wenig Platz, zu wenig Licht - zumal wir uns einigen "Luxus" leisten.
Nicht verzichten will ich auf die Stelle, (Wir nennen sie "Urwald", obwohl sie nur wenige qm groß ist.) auf der alles wild wachsen darf, auf der zwei Stubben und viel Astwerk und jetzt Laub liegen. Jeder Garten kommt aus der "wilden Natur", und der Gärtner sollte diese Lebensfaden nicht völlig kappen. Außerdem wohnen dort Herr Igel und - lange nicht gesehen - Frau Kröte.

Ihr Lebensrecht soll unbedingt auch die mächtige Silberpappel behalten. Leider steht sie im Südteil des Gartens und wirft viel Schatten. Aber sie bleibt. Damals, vor fast 40 Jahren, als ich das Stück Land in einen Garten zu verwandeln begann, begrüßte mich hier ein dichtes Wäldchen aus jungen Birken und Pappeln. Das war die Einladung, sich heimisch zu fühlen im grünen Versteck. Wie viele Bäumchen habe ich als Winzlinge beobachtet, habe sie heranwachsen sehen, habe ihren Schatten genossen. Manche sind der Konkurrenz kräftigerer Artgenossen erlegen, aber noch mehr habe ich gefällt; weil ich kultivieren wollte, bauen wollte, Platz brauchte.
Nein, solange sie lebenskräftig ist, bleibt diese Pappel. Sie hat ein älteres Heimatrecht als ich.

Und dann frage ich mich auch: Wäre es wirklich klug, nun, da ich bald 70 werde, den Garten zu vergrößern? Ich zögere. Und mir fällt ein, wie oft ich Lücken in meiner Gartenkultur zulasse. Ich bin noch lange nicht fähig, all das, was dieser Boden mit dieser Sonne, mit Wasser und Luft hervorbringen könnte, wirklich hervorzulocken. Ich fördere das Eine aber hinter meinem Rücken entstehen brache Stellen, da schleichen sich brache Zeiten ein.
Ich möchte aber doch, daß es überall lebt, überall blüht und fruchtet. Darüber denke nach, sage ich mir.

Tomsatenselbstversorgung

Von meinen Ergebnissen beim Tomatenanbau in diesem Jahr habe ich ja bereits berichtet, hier oder hier. Von Anfang Juli bis Ende Oktober haben uns (zwei Personen) unsere 15 Tomatenpflanzen komplett versorgt; unvergleichlich köstlich und die meist Zeit überreichlich. Zu Ergänzen ist heute, daß den November hindurch unser Bedarf etwa zur Hälfte durch nachreifende eigene Früchte gedeckt wird.
Leider ist mein Versuch, die Lebenszeit (und Ertragszeit) einiger Pflanzen durch ihren Umzug ins kalte Gewächshaus zu verlängern, diesmal fehlgeschlagen. Ich konnte nicht verhindern, bedingt durch eine einwöchige Abwesenheit, daß sie bereits von einem frühen Herbstfrost angehaucht waren. Das haben sie übelgenommen.
Aber meine Überlegung bleibt es: Einige frühe Pflanzen im Gewächshaus kultivieren, so daß die Ernte schon im Juni beginnen kann. Und ebenso nach der Saison, also Selbstversorgung noch im November.

Es sind Permakulturgedanken, die mich beschäftigen.
Und es ist auch solche schier unglaubliche Meldung, daß Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt, seine Tomaten - aus den Niederlanden importiert.

Samstag, 24. Oktober 2009

Dank

Obwohl meine Kindheit von viele Eindrücken aus dem bäuerlichen Leben mitbestimmt wurde, kann ich mich kaum an den Erntedank erinnern. Das größte Fest im Herbst war die Kirmes, "Kirmse", wie Oma sagte. Da gab es viel zu essen, es wurde reichlich getrunken und laute Musik gemacht. Für uns Kinder war nicht so recht Platz.
Einen zum Erntedank aufwendig dekorierten Kirchenraum habe ich erst nach 1990 gesehen - ausgerechnet im langweiligen Nürtingen, als ich auf den Spuren Hölderlins wanderte.

In heutiger Zeit lebe ich enger denn je mit dem Garten zusammen.
Diesmal war (und ist) es aber auch ein wirklich erfreuliches Gartenjahr.
Die Tomaten haben uns nichts als Freude gemacht. Seit dem 1.7. bis heute mußten wir nicht eine kaufen und konnten doch täglich in den roten Köstlichkeiten schwelgen.
Einem Rat von Gärtner Pötschke folgend, habe ich Buschbohnen noch bis in den Juli hinein gesät. So kommen in diesen Tagen besonders oft die besonders zart gebliebenen Bohnen als Butterbohnen auf den Tisch..
Und eine dritte Erfolgsgeschichte sind die Endivien, ohnehin unsere liebste Salatpflanze. In früheren Jahren mußte ich erfahren, daß, zumindest in unserer Gegend hier, kein Verlaß darauf ist, daß die Gärtner junge Pflanzen anbieten. So habe ich sie selbst gezogen, und nun sind sie überaus prächtig herangewachsen, und wir werden sie noch monatelang genießen.
Übrigens hatte ich aus Platzmangel einige in große Töpfe gepflanzt und konnte nun feststellen, daß diese genauso gut gewachsen sind, wie diejenigen auf den Beeten. Das hat viele Vorteile: Ich kann sie besser verschenken. Wenn starker Frost kommen sollte, kann ich sie frostfrei aufstellen. Auch vor Dauerregen könnte ich sie leicht schützen. Und schließlich vergrößere ich damit schlicht meine Anbaufläche im allzu begrenzten Gemüsegarten.

Was das alles mit Dank zu tun hat?
Ja, es kommen wirklich Gefühle ins Spiel. Besonders, wenn ich mich durch meine beiden Tomatenreihen durcharbeitete, habe ich oft eine Art Dankbarkeit und sogar Bewunderung empfunden. Die Pflanzen "gehorchten" zwar meinen Eingriffen, zugleich aber "revanchierten" sie sich mit so kräftigem Wuchs, mit so üppigen Früchten, mit so köstlichen Aromen, daß ich mir beschenkt, ja verwöhnt vorkommen mußte.
Ich hatte doch bloß den Boden bereitet und Wasser gegeben und vor Regen geschützt...
"Das Bewußtsein widerspiegelt nicht nur die Realität, es schafft sie auch." - sagt Lenin. Oder ganz profan ausgedrückt: Gibt der Mensch 'was Vernünftiges 'rein, lächelt die Materie freundlich zurück.

Natürlich gäbe er noch viel mehr zu preisen.
Wo anfangen? Wo aufhören?

Erntefreuden 1

Erntefreuden 2

Freitag, 23. Oktober 2009

Gedächtnis

Ankas Stelle

Heute ist es ein Jahr her, Anka, daß Du sterben mußtest.

Samstag, 29. August 2009

kurz mal im Wald

Aus dem Wald

So sieht's aus, wenn ich auf dem Schmachtenhagener Bauernmarkt war (wie man an den Beuteln sieht) und auf dem Rückweg kurz mal im Wald ein paar Stangen "geerntet" habe.
Die brauche ich für das Rankgerüst unserer Minikiwis.
So ungefähr:
Kiwipergola

Sonntag, 2. August 2009

Tomatenanbau - kleine Erfahrungen und eine Frage

Zunächst einmal möchte ich abbitten - allen kleinen Tomaten, ob sie nun Cherry- oder Coctail- heißen.

meine Tomaten 1

Anfangs hatte ich sie mißachtet: "Wieder so eine neumod'sche Spielerei."
Doch vor zwei Jahren habe ich damit begonnen, die eine oder andere Pflanze anzubauen. Sie überzeugten mit hervorragendem Geschmack und so reichem Ertrag, daß sie damit ihre Kleinheit z. T. ausgleichen.
Mrs. Tapir schätzt überdies ihre Kleinheit, weil sie nun ganze Früchte in ihren (hinsichtlich Tomaten unersättlichen) Mund kriegt und so die, besonders auf weißen Blusen, beliebten Flecken vermeiden kann.

In diesem Jahr machen die Beerentomaten die Hälfte meiner 14 Stöcke aus, und ich mache eine wirklich gravierende Erfahrung: Ihre frühe Reife!
Wenn wir seit 1. Juli keine Tomaten mehr kaufen müssen, weil wir die eigene Ernte haben, so ist das ausschließlich den Beerentomaten zu danken!

Hier schließt sich gleich meine Frage an:
Die großen Tomaten sind bisher noch grün.

meine Tomaten 2

Erst jetzt beginnt sich eine größere Anzahl zu röten. Es gab aber frühe Ausnahmen. Mehrere Stöcke haben schon vor Wochen je EINE Tomate rot gefärbt, alle anderen blieben grün. Ich habe diese roten "Vorläufer" frühzeitig geerntet, um den Stock zu entlasten (so ähnlich, wie man die erste zentrale Paprikaschote bald erntet). Das Ergebnis war, daß alle anderen Früchte wochenlang grün blieben. Ob sie sich von ihrem roten "Vorreiter" hätten "anstecken" lassen, wenn er am Strauch geblieben wäre?

Sonntag, 12. Juli 2009

verschlissen

Spalthammer

Jeder erkennt, daß der Stiel dieses Spalthammers verschlissen ist.
Mit imponiert, wie zäh dieses Holz ist.
Oft habe ich erlebt, daß ein Axtstiel abbricht. Dieser hier, hat sich allmählich aufgefasert. Ich konnte sogar noch mit zunehmend federndem Stiel (und der gebotenen Vorsicht) eine kleine Weile weiterarbeiten.
Das ist eine Qualität des Handwerkzeugs, die sich den Gebrauchserfordernissen bis zuletzt gleichsam anschmiegt.
Ab heute mit neuem Stiel.

Samstag, 11. Juli 2009

Wie sollen die Tomaten bloß dieses April(sau)wetter überstehen?

14,9°C waren es heute in der Mittagsstunde, dazu stürmischer Wind und immer wieder eklige Regengüsse.
Als Mensch kannste dir helfen, gehst inne Sauna. Notfalls machste den Ofen an. Aber als Tomate?
Vor 10 Tagen habe ich die ersten geerntet. Seit Wochenanfang wurde Selbstversorgung beschlossen, werden keine mehr gekauft.
Bloß gut, daß ich ihnen ein Schutzhaus gebaut habe. So hatte bisher die Tomatenfäule keine Chance. Toi, toi, toi!

Tomatenschutz

Irgendwo habe ich gelesen, daß es die Tomatenreifung beschleunigt, wenn ein roter Gegenstand in ihrer Nähe ist.
Ein Roter!
Irgendeiner.

Tomatenrot

Und tatsächlich glaube ich zu beobachten, daß die Früchte der rot angebundenen Pflanzen schneller erröten.

Dienstag, 30. Juni 2009

Holzeinschlag

Am letzten Wochenende haben wir also "Holz gemacht".
So sind die nüchternen Daten (Vielleicht folgen noch einige Bilder.):
Wir haben 14 rm (Raummeter) Birke "gemacht". Diese Menge deckt knapp den Heizungsbedarf unseres Hauses für 2 Jahre.
Zunächst wurden die Bäume gefällt. Inzwischen sind die Kosten für Sägeführerschein und vorgeschriebene Ausrüstung so hoch, daß es sich für mich nicht mehr lohnt, selbst zu sägen. Also habe ich einen Waldarbeiter angeheuert.
Zum Fällen und Sägen des Holzes in 1 m-Stücke und den Transport an den Wegesrand brauchten wir 15 Mann-Stunden.
Straff gearbeitet. Zum Transport nach Hause (mit Kipper) noch einmal 2 Mann-Stunden.
Der Holzpreis beim Förster ist 15,-€/rm.
Die Gesamtkosten für mich belaufen sich auf etwa 33,-€/rm.
Ich muß nun noch das Holz, das vor dem Grundstück liegt, reinholen, stapeln, auf Länge schneiden, spalten. Obwohl ich einen hydraulischen, gut arbeitenden Holzspalter habe, habe ich diesmal das ganze Holz für den nächsten Winter mit dem Spalthammer von Hand gespalten. Es macht mir einfach Spaß.
Unser Holzvorrat reicht jetzt für 6 Jahre. Uns schrecken weder Polarwinter noch Ölkrise. Und wir heizen CO2-neutral!

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