Vor 20 Jahren
Wir haben ein Gedenkjahr. Ich lese meine Tagebücher wieder, die ich vor 20 Jahren geschrieben habe. Noch mehr: ich veröffentliche sie seit geraumer Zeit auf meinem Zweitblog "tageundjahre". Dabei erlebe ich gerade in diesen Tagen manche Überraschung oder sogar Lehre.
Es ist doch erstaunlich, wie leicht die Vergangeheit durch die Erinnerung gefiltert und schöngemalt wird. Wenn ich mich den damaligen, unverstellten Texten aussetze, ist mir die ganze Ausweglosigkeit wieder gegenwärtig. Diese durchgängige Unfähigkeit und Hoffahrt der eigenen politischen Führung, die einen aufrichtigen und engagierten Genossen, wie mich, immer wieder enttäuschte und zunehmend erbitterte. Ja, Erbitterung! In schnell wachsendem Tempo lief alles auf eine Kollision zu, mußte man diese Kollision wünschen, weil tatsächlich alle anderen Wege verschlossen wurden. Die kommende Kollision habe ich nie anders als mit Hoffnungen für eine Erneuerung des Sozialismus der DDR verbunden. Das waren, wie ich heute sehe, Träume, Schäume, die einen elementaren Prozess begleiteten ("wie Korken, die auf den Wellen tanzten"). Wie dieser elementare Lebensprozess des Volkes bzw. der entscheidenden Klassen in Deutschland sich wirklich vollzieht, das habe ich überhaupt nicht begriffen. Damals nicht. Und wohl auch heute nicht. Heute immerhin gibt's die eigene Erfahrung, daß in der menschlichen Gesellschaft elemetare Kräfte wirken und eine Ahnung, wie das sein könnte...
Es ist doch erstaunlich, wie leicht die Vergangeheit durch die Erinnerung gefiltert und schöngemalt wird. Wenn ich mich den damaligen, unverstellten Texten aussetze, ist mir die ganze Ausweglosigkeit wieder gegenwärtig. Diese durchgängige Unfähigkeit und Hoffahrt der eigenen politischen Führung, die einen aufrichtigen und engagierten Genossen, wie mich, immer wieder enttäuschte und zunehmend erbitterte. Ja, Erbitterung! In schnell wachsendem Tempo lief alles auf eine Kollision zu, mußte man diese Kollision wünschen, weil tatsächlich alle anderen Wege verschlossen wurden. Die kommende Kollision habe ich nie anders als mit Hoffnungen für eine Erneuerung des Sozialismus der DDR verbunden. Das waren, wie ich heute sehe, Träume, Schäume, die einen elementaren Prozess begleiteten ("wie Korken, die auf den Wellen tanzten"). Wie dieser elementare Lebensprozess des Volkes bzw. der entscheidenden Klassen in Deutschland sich wirklich vollzieht, das habe ich überhaupt nicht begriffen. Damals nicht. Und wohl auch heute nicht. Heute immerhin gibt's die eigene Erfahrung, daß in der menschlichen Gesellschaft elemetare Kräfte wirken und eine Ahnung, wie das sein könnte...
kranich05 - 2009/07/06 23:01
Was meinst Du jetzt mit den "elementaren Kräften" - den Hang, sich blenden zu lassen?