Vorspiel
Vielleicht enttäusche ich jetzt manche Erwartung...,
ich will nur von unserem Konzert berichten, dem Schülervorspiel.
Seit viereinhalb Monaten habe ich Unterricht für die Altblockflöte in der Musikwerkstatt Oranienburg-Eden. Es macht mir Riesenspaß, obwohl meine Finger, überhaupt meine Feinmotorik und auch mein Gedächtnis sehr kämpfen müssen.
Und diese Nervosität!
Anscheinend legt sich, was ich mein Leben lang als normale Leistungsorientierung gelebt habe, ob ich will oder nicht, wie ein ständiges Versagensschema über diese Anfängerbemühungen. Völlig unbewußt passiert das: Ich spiel mit großem Vergnügen, spüre Fortschritte, erlebe musikalischen Gewinn und trotzdem bin ich immer wieder ein Nervenbündel vor der freundlichen, verständnisvollen Lehrerin und beim Zusammenspiel mit ihr.
Nun also war Elternvorspiel. Vor einem halben Jahrhundert, als Klavierschüler, habe ich solche Termine gehaßt. Aber jetzt wollte ich mir freiwillig diesen Streß antun:
Seht da, ich gehe auf die 70 zu, und es ist schön, ganz neu mit einem Instrument anzufangen!
Wie es war?
Ziemlich katastrophal. Ich spielte zwei kleine Stücke, die ich fleißig geübt hatte und zu Hause halbwegs sicher beherrschte. Beim Spielen machte ich ungefähr 50% der möglichen Fehler. Das war schon nicht gerade wenig, obwohl ausgerechnet die schwierigsten Stellen gelangen. Aber meine Aufregung konnte ich während der ganzen Zeit nicht in den Griff kriegen. Die war bei jedem Ton zu hören.
Nach dem ersten, schwierigeren Stück rauschender Beifall! Die Zuhörer belohnten meinen Mut. Das zweite Stück gelang ein wenig besser. Puh!
Ich staunte, wie cool alle anderen Schüler, 6-Jährige, 10-Jährige, 15-Jährige musizierten.
Und immer wieder dachte ich beim Zuhören: Wie schön ist es doch, Musik zu machen.
Nachdem die Umstände mich hindern, weiter in Chören zu singen, ist nun das Flötenspiel (zunehmend gemeinsam mit meiner Frau) zum vollwertigen Ersatz geworden. Und die Blockflöte ist eine wirkliche Entdeckung, eine wirkliche und unverhoffte Bereicherung meiner musikalischen Welt.
Sie hat eine durch und durch menschliche, eine ganz unmittelbare Intonation. Jedes andere Instrument, die Querflöte voran, setzt sich durch, fährt die Ellenbogen aus: "Platz da - jetzt komme ich, ein Profi!"
Die Blockflöte klingt, als müsse sich jeder einzelne Ton erst von der Seele des Spielers lösen.
Hier hören wir die Blockflöte zusammen mit Viola da Gamba und Streichern in einer Sinfonia von Telemann (mp3, 1,966 KB)
ich will nur von unserem Konzert berichten, dem Schülervorspiel.
Seit viereinhalb Monaten habe ich Unterricht für die Altblockflöte in der Musikwerkstatt Oranienburg-Eden. Es macht mir Riesenspaß, obwohl meine Finger, überhaupt meine Feinmotorik und auch mein Gedächtnis sehr kämpfen müssen.
Und diese Nervosität!
Anscheinend legt sich, was ich mein Leben lang als normale Leistungsorientierung gelebt habe, ob ich will oder nicht, wie ein ständiges Versagensschema über diese Anfängerbemühungen. Völlig unbewußt passiert das: Ich spiel mit großem Vergnügen, spüre Fortschritte, erlebe musikalischen Gewinn und trotzdem bin ich immer wieder ein Nervenbündel vor der freundlichen, verständnisvollen Lehrerin und beim Zusammenspiel mit ihr.
Nun also war Elternvorspiel. Vor einem halben Jahrhundert, als Klavierschüler, habe ich solche Termine gehaßt. Aber jetzt wollte ich mir freiwillig diesen Streß antun:
Seht da, ich gehe auf die 70 zu, und es ist schön, ganz neu mit einem Instrument anzufangen!
Wie es war?
Ziemlich katastrophal. Ich spielte zwei kleine Stücke, die ich fleißig geübt hatte und zu Hause halbwegs sicher beherrschte. Beim Spielen machte ich ungefähr 50% der möglichen Fehler. Das war schon nicht gerade wenig, obwohl ausgerechnet die schwierigsten Stellen gelangen. Aber meine Aufregung konnte ich während der ganzen Zeit nicht in den Griff kriegen. Die war bei jedem Ton zu hören.
Nach dem ersten, schwierigeren Stück rauschender Beifall! Die Zuhörer belohnten meinen Mut. Das zweite Stück gelang ein wenig besser. Puh!
Ich staunte, wie cool alle anderen Schüler, 6-Jährige, 10-Jährige, 15-Jährige musizierten.
Und immer wieder dachte ich beim Zuhören: Wie schön ist es doch, Musik zu machen.
Nachdem die Umstände mich hindern, weiter in Chören zu singen, ist nun das Flötenspiel (zunehmend gemeinsam mit meiner Frau) zum vollwertigen Ersatz geworden. Und die Blockflöte ist eine wirkliche Entdeckung, eine wirkliche und unverhoffte Bereicherung meiner musikalischen Welt.
Sie hat eine durch und durch menschliche, eine ganz unmittelbare Intonation. Jedes andere Instrument, die Querflöte voran, setzt sich durch, fährt die Ellenbogen aus: "Platz da - jetzt komme ich, ein Profi!"
Die Blockflöte klingt, als müsse sich jeder einzelne Ton erst von der Seele des Spielers lösen.
Hier hören wir die Blockflöte zusammen mit Viola da Gamba und Streichern in einer Sinfonia von Telemann (mp3, 1,966 KB)
kranich05 - 2009/01/24 19:01
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