LUMIX festival für jungen fotojournalismus – Kai Wiedenhöfer

Volle vier Tage, vom 18. bis 21. 6. habe ich dieses Festival besucht, das vom Studiengang Fotografie der Fachhochschule Hannover (Prof. Rolf Nobel) zum ersten aber bestimmt nicht zum letzten Mal veranstaltet wurde. Nicht weniger als 60 Bildreportagen wurden gezeigt, das waren etwa 1400 Bilder, es gab viele Vorträge namhafter Fotografen, Podiumsdikussionen sowie eine Fototechnik– und Fotobücherschau.
So war für eine Unmenge von Bildeindrücken und vielfältige Anregungen gesorgt.

Täglich 300 bis 400 Bilder konzentriert zu betrachten, geht bis hart an die Grenze. Deshalb habe ich viele Schnappschüsse ausgestellter Bilder gemacht, teils mit meiner bescheidenen kompakten Olympus, teils mit einer Panasonic Lumix L10, Speigelreflex, die ich am Panasonic-Stand zum Kennenlernen ausleihen konnte.
Auf diese „Bildnotizen“ werde ich zurückgreifen, wenn ich nun in einer ganzen Folge von Postings hier im Blog die Beiträge vieler FotografInnen vorstelle.
Beginnen möchte ich aber mit meinem Bericht vom Vortrag Kai Wiedenhöfers.
Wiedenhöfer, Jahrgang 1966, ist seit vielen Jahren Dokumentarist des israelisch-palästinensischen Konflikts. Nicht weniger als 20 000 Kilometer hat er auf dem Motorrad im Gaza-Streifen zurückgelegt. 2003 erschien sein Buch: „Perfect Peace : The Palestinians from Intifada to Intifada“, 2007 „Wall“ über die israelische Mauer.
Da spricht und fotografiert Einer, der „seinen Gegenstand“ wirklich kennt. Er fährt nicht zwei, drei Wochen (gar noch amerikanisch „embedded“) in ein Katastrophengebiet und bringt die obligatorischen exotischen Fotodramen. Er fotografiert aus dem Miterleben heraus, ohne jedoch die Distanz des Dokumentaristen zu verlieren.

Sein Projekt, Bilder der israelischen Mauer im Sommer 2008 in Berlin an der East Side Gallery, also der ehemaligen DDR-Mauer, zu reproduzieren, stößt auf den erbitterten Widerstand proisraelischer und islamfeindlicher Kräfte. Daraufhin habe er, wie er sagte, in den letzten beiden Monaten mehr öffentliche Aufmerksamkeit erfahren als in 10 Jahren zuvor.
Nähere Erläuterungen und Bildbeispiele aus „Wall“ hier.
Hier, in der „jüdischen Zeitung“ ein ausführlicher Bericht über den Fotografen.
Ein Interview mit Kai Wiedenhöfer ist hier zu hören.
Hier, auf hagalil.com, ein offener Brief gegen die geplante Ausstellung „Wall on Wall“
Mitunterzeichner ist auch Prof Dr. Pallaschke, den hier im Blog zu erwähnen, ich bereits Anlaß hatte.
Ich hoffe sehr, daß die Organisatoren der Ausstellung sich nicht von den israelisch-amerikanischen Lobbyisten einschüchtern lassen und daß bald viele Interessierte die Möglichkeit haben, die beeindruckenden Fotografien Kai Wiedenhöfers vom israelischen „Wall“ an der deutschen Mauer kennen zu lernen.
kranich05 - 2008/06/23 23:00
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