Che wäre 80 geworden. – Der 17. Juni war vor 55 Jahren.
Die Konzernmedien ignorieren das Che-Datum.
Meine Tageszeitung „junge Welt“ dagegen bringt in ihrer Wochenendausgabe nicht weniger als 6 1/2 Seiten über das Idol und annonciert 4, in Worten: vier (!), Biografien.
Mich ödet beides an.
Ja, besondere Menschen soll man würdigen, der Helden des Befreiungskampfes soll man gedenken, zumal der tausenden Namenlosen. Aber ich mag nicht Quasi-Heilige in quasireligiöser Gedankenlosigkeit anhimmeln.
Fidel Castro erzählt von den unzähligen vergeblichen Versuchen des asthmaleidenden Che Guevara den Popocatepetl zu besteigen. So habe er geistige Stärke und Beständigkeit gezeigt.
Ein Mensch will partout einen Berg besteigen, den er nicht bezwingen kann – ich wäre neugierig, wie ein Schriftsteller diese Geschichte erzählen würde.
Im „ND“ vom 16. Juni 1953 erklärt das Politbüro der SED zur Normenfrage die Notwendigkeit der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Aufgrund neuer Technik und verbesserter Arbeitsorganisation soll freiwillig zu neuen Arbeitsnormen übergegangen werden, eine „administrative Erhöhung der Arbeitsnormen“ wird abgelehnt.
Selten ist das Dilemma des Realsozialismus konzentrierter ausgedrückt worden: Maximale Leistung zu benötigen und diese durch freiwillige Initiative erreichen zu wollen.
Daß er dieses Dilemma nie mit aller Konsequenz auflösen konnte, hat den Realsozialismus das Leben gekostet.
Und selbst heute (da uns die Geschichte ein wenig klüger gemacht hat) ist es bequemer, sozialistische Märtyrer zu preisen, statt dieses Dilemma konsequent (zunächst theoretisch) aufzulösen.
Meine Tageszeitung „junge Welt“ dagegen bringt in ihrer Wochenendausgabe nicht weniger als 6 1/2 Seiten über das Idol und annonciert 4, in Worten: vier (!), Biografien.
Mich ödet beides an.
Ja, besondere Menschen soll man würdigen, der Helden des Befreiungskampfes soll man gedenken, zumal der tausenden Namenlosen. Aber ich mag nicht Quasi-Heilige in quasireligiöser Gedankenlosigkeit anhimmeln.
Fidel Castro erzählt von den unzähligen vergeblichen Versuchen des asthmaleidenden Che Guevara den Popocatepetl zu besteigen. So habe er geistige Stärke und Beständigkeit gezeigt.
Ein Mensch will partout einen Berg besteigen, den er nicht bezwingen kann – ich wäre neugierig, wie ein Schriftsteller diese Geschichte erzählen würde.
Im „ND“ vom 16. Juni 1953 erklärt das Politbüro der SED zur Normenfrage die Notwendigkeit der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Aufgrund neuer Technik und verbesserter Arbeitsorganisation soll freiwillig zu neuen Arbeitsnormen übergegangen werden, eine „administrative Erhöhung der Arbeitsnormen“ wird abgelehnt.
Selten ist das Dilemma des Realsozialismus konzentrierter ausgedrückt worden: Maximale Leistung zu benötigen und diese durch freiwillige Initiative erreichen zu wollen.
Daß er dieses Dilemma nie mit aller Konsequenz auflösen konnte, hat den Realsozialismus das Leben gekostet.
Und selbst heute (da uns die Geschichte ein wenig klüger gemacht hat) ist es bequemer, sozialistische Märtyrer zu preisen, statt dieses Dilemma konsequent (zunächst theoretisch) aufzulösen.
kranich05 - 2008/06/16 11:11
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