Udo Lindenberg – Der Astronaut muß weiter
Es gibt Tausende, die mehr über U. L. sagen können. Ich kenne nicht viel von ihm.
Neugierig auf Neues hab' ich „Stark wie Zwei“ aus der Bibliothek mitgenommen. Ich finde etliche gute Lieder des Lebens in dieser Zeit und einige große.
Schön besingt „Ich zieh' meinen Hut“ die Treue. In „Ganz anders“ klingt es „modern“, energisch, eben anders als der sonst wiederkehrende melancholische Ton.
„Was hat die Zeit mit uns gemacht“ ist für mich der erste Höhepunkt der Platte. Textlich subtil das schmerzhafte Bild einer gescheiterten Zeit und einer scheiternden Liebe.
„Stark wie Zwei“ ist das erste Lied der Platte, mit dem der Altrocker dem Tod ins Auge blickt. Das ist schwer durchzuhalten, und so endet's mit einem versöhnenden Refrain. Dann der nachdrückliche Zugriff auf's Leben: cool („Der Deal“), mit Humor („Chubby Checker“) wild („Der Greis ist heiß“).
Zwei Lieder („Woddy Woddy Wodka“ und „Nasses Gold“), die vom Alkohol und ohne jede Pose von den tragischen Tiefen solchen Künstlerlebens handeln.
„Verbotene Stadt“ - getragen von der Trauer um den verlorenen Traum und „der Astronaut muß weiter“, ein ergreifendes Lied des Untergangs. Trost so nah wie der Sternenstaub im Sonnenwind.
Bildquelle: Booklet (Tine Acke)
kranich05 - 2008/04/10 14:45