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Helmut Höge hat seinen Platonow gelesen

Der sowjetische Schriftsteller Andrej Platonow (1899-1951)

In diesem Blog hat Andrej Platonow seinen festen Platz. „Tschewengur“ soll hier, so bemühe ich mich, wie ein Orgelpunkt erklingen.
Platonow ist einer der klügsten, ich meine der künstlerisch-klügsten, feinsinnigsten, furchtlosesten Künstler. Er liebte die Menschen in aller schmerzhaften Konsequenz. Er war mit jeder Faser Kommunist.
„Das Schicksal“ hat es besonders böse mit ihm gemeint. 60 Jahre wurden seine Werke nicht gedruckt. Als seine meisterhaften Romane und Erzählungen Ende der 80er Jahre in der Sowjetunion neu (und meist erstmals) herausgegeben wurden und wenig später auch in der DDR in kongenialen Übersetzungen erschienen, war es fürs erste zu spät. Der Sozialismus ging unter bevor seine Öffentlichkeit den tatkräftigen Mitgestalter und tiefgründigsten und dabei frühesten Deuter, den wahrhaftigsten Zeugen des heroischen Versuchs zur Kenntnis genommen hatte.

Doch mit leiser Freude nehme ich in jüngerer Zeit wahr, daß Platonows Name „wie Glut im Kraterherde“ durch Gebirge tauben Gesteins zu dringen scheint.
Heute im Feuilleton der „jungen Welt“ schreibt Helmut Höge interessant zu Genossenschaften und bemerkt: Am Ende der genossenschaftlichen Entwicklung steht oft so etwas wie ein neuer „Kollektivegoismus“.

"Da hilft auch kein Zusammenfassen zu immer größeren Einheiten. Bereits im „Jahr des großen Umschwungs“ 1929 ließ dazu der großartige Andrej Platonow einen der repressierten Großbauern (Kulaken) in seinem Roman „Die Baugrube“ sagen: “Ihr macht also aus der ganzen Republik einen Kolchos, und die ganze Republik wird zu einer Einzelwirtschaft... Paßt' bloß auf:Heute beseitigt ihr mich, und morgen werdet ihr selber beseitigt. Zu guter Letzt kommt bloß noch euer oberster Mensch im Sozialismus an.“ Stalin, der das Manuskript las („mein einziger Leser“ - so Platonow), schrieb an den Rand: „Schweinehund“."

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