Deutsches Miserere 2008
Bevor mein heute hochbetagter Schwiegervater sich entschloß, von der Wehrmacht zu desertieren, dieser ehrenvollsten Entscheidung seiner achtjährigen Dienstzeit, hatte er sich durch einen Berg von Propaganda zu fressen.
Auch hatte er die Anziehungskraft des schönen jungen Krieges zu überwinden.
Vor wenige Wochen erzählte er mir:
„Die Siege in den ersten Kriegsjahren haben eine begeisternde Wirkung gehabt. Nachdem wir solange für den Krieg geübt hatten, wollten die meisten das auch anwenden. Ich weiß nicht mehr, was ich damals gedacht habe. Aber irgendwie kiebig darauf, mich zu bewähren, war ich auch.
Als der Polenfeldzug war, wurde eine unserer Ju 52 nach Kamenz in Bereitschaft verlegt. Der Krieg war aber so kurz, daß wir nicht mehr zum Einsatz kamen. Die Kameraden waren enttäuscht, daß sie keinen Ruhm erwerben konnten. Was ich gedacht habe, weiß ich nicht mehr. Irgendwie wollte jeder zeigen, was er kann.“
Ein Gedicht „Deutsches Miserere“, das Bertolt Brecht damals schrieb, auch für ihn, und das Hanns Eisler vertonte, kannte er natürlich nicht.
Heute wollen Bundeswehrsoldaten ihre Ehre und Treue am Hindukusch beweisen, zumindest behaupten das die Medien der „Obern“. (Siehe mein Posting vom Vortag.) Brechts „Deutsches Miserere“ haben sie natürlich nie gehört. Und gedacht schon gar nicht.
Hier singt Ernst Busch Deutsches-Miserere1 (mp3, 2,960 KB)
Auch hatte er die Anziehungskraft des schönen jungen Krieges zu überwinden.
Vor wenige Wochen erzählte er mir:
„Die Siege in den ersten Kriegsjahren haben eine begeisternde Wirkung gehabt. Nachdem wir solange für den Krieg geübt hatten, wollten die meisten das auch anwenden. Ich weiß nicht mehr, was ich damals gedacht habe. Aber irgendwie kiebig darauf, mich zu bewähren, war ich auch.
Als der Polenfeldzug war, wurde eine unserer Ju 52 nach Kamenz in Bereitschaft verlegt. Der Krieg war aber so kurz, daß wir nicht mehr zum Einsatz kamen. Die Kameraden waren enttäuscht, daß sie keinen Ruhm erwerben konnten. Was ich gedacht habe, weiß ich nicht mehr. Irgendwie wollte jeder zeigen, was er kann.“
Ein Gedicht „Deutsches Miserere“, das Bertolt Brecht damals schrieb, auch für ihn, und das Hanns Eisler vertonte, kannte er natürlich nicht.
Heute wollen Bundeswehrsoldaten ihre Ehre und Treue am Hindukusch beweisen, zumindest behaupten das die Medien der „Obern“. (Siehe mein Posting vom Vortag.) Brechts „Deutsches Miserere“ haben sie natürlich nie gehört. Und gedacht schon gar nicht.
Hier singt Ernst Busch Deutsches-Miserere1 (mp3, 2,960 KB)
kranich05 - 2008/02/14 11:11
Trackback URL:
http://opablog.twoday.net/stories/4704712/modTrackback