Kennen Sie einen garantiert kommunikationsfreien öffentlichen Ort?
Gehen Sie ins Cafe, ins Stehcafe, möglichst eins mit lebhaftem Betrieb, wie z. B. das „Wiener Cafe“ im S-Bahnhof Alexanderplatz.
Ich stehe an dem blanken Tischchen, neben dem Mülleimer an die Wand gelehnt und mampfe mein eiskaltes Stück Käsetorte. Es ist hell, zugig, laut, sauber.
Laufend kommen KundInnen, den Blick wie mit der Schnur ausgerichtet auf die verschiedenen, vermutlich duftenden, goldgelben Auslagen. Sonst sehen sie nichts. Alle kommen sie direkt auf mich zu, mit drei cm Abstand an mir vorbei. Keine sieht mich. Ich könnte die Frauen auf’s Zudringlichste anstarren, tue es auch - nichts. Ich stecke wohl unter einer Tarnkappe.
Männer wie Frauen, die Geschlechter drängeln sich, eins im Kopp - Kuchen. Es kommen auch Paare, jede Hälfte für sich in Kuchentrance, zugleich in einem halbbewußten Abstimmungsprozeß: „da!“, „dort!, „nehm’ den“, „Du auch ‘n Kaffee?“
Die Verkäuferinnen, drei an der Zahl, sind bienenfleißig. Sie rücken die Waren zurecht, schleppen vorbereitete Bleche, bedienen den Ofen, lassen den Kaffeeautomaten sprudeln. Und sie verteilen die gewünschten Stücke auf Pappen, geben jedem Häufchen ein luftiges Papierhaus. Ihre flinken Hände, ihre Augen sind auf die Sachen gerichtet, ihr Kopf auf die Zahlen.
Dann Aufblicken, Strahlen: „3,90“. Auch die Kundin blickt auf. Blickkontakt. Mensch sieht Mensch. Oder:
Zwei Warenbesitzer haben ihre freie Transaktion besiegelt.




Ich stehe an dem blanken Tischchen, neben dem Mülleimer an die Wand gelehnt und mampfe mein eiskaltes Stück Käsetorte. Es ist hell, zugig, laut, sauber.
Laufend kommen KundInnen, den Blick wie mit der Schnur ausgerichtet auf die verschiedenen, vermutlich duftenden, goldgelben Auslagen. Sonst sehen sie nichts. Alle kommen sie direkt auf mich zu, mit drei cm Abstand an mir vorbei. Keine sieht mich. Ich könnte die Frauen auf’s Zudringlichste anstarren, tue es auch - nichts. Ich stecke wohl unter einer Tarnkappe.
Männer wie Frauen, die Geschlechter drängeln sich, eins im Kopp - Kuchen. Es kommen auch Paare, jede Hälfte für sich in Kuchentrance, zugleich in einem halbbewußten Abstimmungsprozeß: „da!“, „dort!, „nehm’ den“, „Du auch ‘n Kaffee?“
Die Verkäuferinnen, drei an der Zahl, sind bienenfleißig. Sie rücken die Waren zurecht, schleppen vorbereitete Bleche, bedienen den Ofen, lassen den Kaffeeautomaten sprudeln. Und sie verteilen die gewünschten Stücke auf Pappen, geben jedem Häufchen ein luftiges Papierhaus. Ihre flinken Hände, ihre Augen sind auf die Sachen gerichtet, ihr Kopf auf die Zahlen.
Dann Aufblicken, Strahlen: „3,90“. Auch die Kundin blickt auf. Blickkontakt. Mensch sieht Mensch. Oder:
Zwei Warenbesitzer haben ihre freie Transaktion besiegelt.




kranich05 - 2007/11/16 22:15
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