Tschewengur -"„Das bin ich!" sagte Sascha laut."

„Wieviel er auch las und dachte, immer blieb in seinem Innern ein unausgefüllter Platz - jene Leere, durch die die unbeschriebene und unerzählte Welt als rastloser Wind hindurchgeht. Mit siebzehn Jahren hatte Sascha Dwanow immer noch keinen Schutzpanzer über dem Herzen - nicht den Glauben an Gott noch eine andere geistige Beruhigung; er gab dem sich vor ihm auftuenden namenlosen Leben keinen fremden Namen. Dennoch wollte er nicht, dass die Welt unbenannt bliebe, er wartete nur darauf, ihren eigenen Namen aus ihrem Munde zu hören statt bewusst ausgedachter Namen.
....
Sascha fühlte in sich Kälte wie von einem richtigen Wind, der in die weite Finsternis hinter ihm blies, aber vorn, wo der Wind geboren wurde, war etwas Durchsichtiges, Leichtes und Riesiges - Berge lebendiger Luft, die in eigenen Atem und Herzschlag umzuwandeln war. Dieses Vorgefühl ergriff seine Brust, und die Leere im Körper weitete sich noch aus, bereit, das künftige Leben in Besitz zu nehmen.
"Das bin ich!" sagte Sascha laut."
Andrej Platonow, „Tschewengur - Die Wanderung mit offenem Herzen“, Verlag Volk und Welt, Berlin 1990, Seite 66
kranich05 - 2007/11/12 00:42
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