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Domenico Losurdo, „Kampf um die Geschichte“

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Eine Auseinandersetzung mit dem historischen Revisionismus und seinen Mythen.
Ich bin kein Autogrammjäger aber da ich nun mal zu Vortrag und Diskussion mit Domenico Losurdo gegangen war und dabei sein Buch gekauft hatte, ließ ich mir die Gelegenheit zu einem Erinnerungseintrag nicht entgehen.

Die Logik des historischen Revisionismus ist ja recht einfach: Die französische und die russische Revolution waren schlimm, gewalttätig, sind angetreten alles Zivilisierte zu vernichten. Die englische und amerikanische Revolution waren zivilisiert. Der deutsche Faschismus war die gewalttätige Abwehr des Gewalttätigen.

Losurdo scheut den ideologischen Streit nicht aber er arbeitet immer auf der Basis der historischen Tatsachen (von denen sich viele als in hohem Grade verdrängt erweisen). Das Gewaltgeschehen in der menschlichen Geschichte zu verstehen, erfordert die unvoreingenommene Analyse, den wissenschaftlichen Vergleich aller Arten von Gewaltexzessen. Von diesem Anspruch kann auch die faschistische Judenvernichtung nicht ausgenommen werden, die unter der Bezeichnung „Holocaust“ Gefahr läuft, einer quasireligiösen Deutung zu unterliegen.

Im Gewaltexzess wird dem Feind sein Menschsein abgesprochen. Losurdo nennt dies „Despezifikation“. Begründet wird diese rassistisch (also natürlich) oder kulturell-politisch (also gesellschaftlich).
Seit der englischen und amerikanischen Revolution benutzte der zivilisierte Westen drei Idealtypen der rassistischen Despezifikation:
- die Indianer = Ballast, der vernichtet werden muß
- die Schwarzen = brauchbar als Sklaven = Untermenschen
- die Juden = der Virus, Krankheitskeim jeder gesunden Gesellschaft, der vernichtet werden muß.
Zentral dabei in aller westlichen Ideologie, heute in Neuauflage, der Kolonialismus.
Nüchterner Blick, fern der Beschönigung aber ebenso der Verteufelung, auf die Erscheinungen der kulturell-politischen Despezifikation, die der Realsozialismus hervorbrachte.

Ein in vielen, auch überraschenden Richtungen gedankenreiches Buch, dem ich aufgeschlossene Leser wünsche.

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