Unser schönes Umweltbewußtsein

Neue Zeiten sind angebrochen. Die Umwelt kommt in jeder Talkshow vor. Jetzt hat sie sogar den Nobelpreis erhalten. Bei soviel Fortschritt ist kritische Sorgfalt nötiger denn je.
1. Wir wissen noch sehr wenig über weltweite Ökologie.
Einige (gefährliche) Grundtendenzen sind höchstwahrscheinlich richtig erkannt. Das Gesamtsystem aber mit seinen unendlichen Wechselwirkungen ist uns nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Das Mediengetöse sollte uns skeptisch machen. Ernste Forschung ist weiterhin das Gebot.
2. Wer „Umwelt“ sagt, redet heute in aller Regel über CO2, Hitze, Stürme, Dürre usw. Daß der weitaus größte Ökologieschädling der Krieg ist, wird meist völlig ausgeblendet. Der größte deutsche Umweltschädling ist die Bundeswehr!
3. Unsere Systemmedien haben Deutschland zum Vorreiter des Umweltschutzes erklärt. Frau Merkel rettet das Weltklima. Ein Restschatten des alten „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“? Tatsache ist, daß Deutschland nach wie vor zu den größten Umweltverschmutzern zählt und völlig ungenügende Schritte unternimmt. Was wir am wenigsten brauchen, sind nationalökologische Mythen. Fragen wir lieber: Welche Interessen richten sich auf die Umwelt und wie ist den Interessen der Allgemeinheit Geltung zu verschaffen?
4. Wir wissen Einiges. Der Durchbruch eines bestimmten umweltkritischen Denkens scheint erreicht. Aber vergessen wir nicht: Daß ALLE etwas sagen, macht nicht die Wahrheit aus. Ächten wir nicht die 5% oder 1% der Stimmen, die ganz andere Erklärungsmöglichkeiten prüfen. Manche Wahrheit liegt abseits der Hauptstraße.
kranich05 - 2007/10/15 10:06