"Was im Topf war, ist sozusagen angebrannt und man muss die Suppe neu kochen."
Ein sehr lesenswertes Interview mit dem "Praxisphilosophen" Horst Müller.
"Nach meiner Auffassung setzt insbesondere die längst geforderte Überschreitung der "Kritik" durch eine fundierte "Utopistik" der politischen Ökonomie voraus, dass die wissenschaftsmethodischen, auch ökonomietheoretischen Konsequenzen des "Praxiskonzepts" neu durchdacht werden. Stattdessen wurde in nicht enden wollenden exegetischen Exerzitien eine Wert-, Kapital- und Krisentheorie, also ein in der Substanz negatorisches Denken kultiviert.
Im Resultat verfügen die neuen sozialen und politischen Bewegungen, die Sozialforen, die Globalisierungskritiker und Linksorganisationen gut 150 Jahre nach Marx zwar über ein ganzes Arsenal von Einwänden und Anklagen, aber über keine konkrete wirtschaftspolitische Alternative und über kein im praxis- und transformationstheoretischen Sinne ausreichend konkretes Projekt einer höheren Zivilisation. "Sozialismus" bezeichnet daher heute zwar eine Ziellinie der Geschichtlichkeit, aber de facto eben keinen konkreten Entwurf, der eine gesellschaftliche Mehrheit überzeugen könnte."
Hier mal reinschauen...
"Nach meiner Auffassung setzt insbesondere die längst geforderte Überschreitung der "Kritik" durch eine fundierte "Utopistik" der politischen Ökonomie voraus, dass die wissenschaftsmethodischen, auch ökonomietheoretischen Konsequenzen des "Praxiskonzepts" neu durchdacht werden. Stattdessen wurde in nicht enden wollenden exegetischen Exerzitien eine Wert-, Kapital- und Krisentheorie, also ein in der Substanz negatorisches Denken kultiviert.
Im Resultat verfügen die neuen sozialen und politischen Bewegungen, die Sozialforen, die Globalisierungskritiker und Linksorganisationen gut 150 Jahre nach Marx zwar über ein ganzes Arsenal von Einwänden und Anklagen, aber über keine konkrete wirtschaftspolitische Alternative und über kein im praxis- und transformationstheoretischen Sinne ausreichend konkretes Projekt einer höheren Zivilisation. "Sozialismus" bezeichnet daher heute zwar eine Ziellinie der Geschichtlichkeit, aber de facto eben keinen konkreten Entwurf, der eine gesellschaftliche Mehrheit überzeugen könnte."
Hier mal reinschauen...
kranich05 - 2007/10/08 12:46
Trackback URL:
http://opablog.twoday.net/stories/4330019/modTrackback