Geschichte
In meinem Tagebuch vom März 1982 stoße ich auf meine Bemerkungen zu einem zeitgeschichtlichen Artikel von Wilhelm Girnus. Hier meine damaligen Notizen.
Ich erinnere mich noch, wie mich die spekulative Logik des Autors beeindruckte. Auf der Grundlage seiner materialistischen Geschichtssicht hatte er eine überzeugende, zumindest höchst anregende, wie ich fand, Vorausschau auf das Jahr 2000 gewagt.
Und heute 2007? Es gibt Erkenntnisbruchstücke aus der damaligen Sicht, die nicht untergegangen sind; ja, mehr noch, die auch heute noch nicht „abgegolten“ sind, etwa die Frage: Was ist unser „nukleares Schicksal“?
Aber ihr Zusammenhang, die Gesamtsicht, erwiesen sich in geradezu grotesker Weise als realitätsfern.
Heute denke ich, daß das, was ich damals unter marxistisch-leninistischer Geschichtsbetrachtung verstand, ein ausgeprägtes „magisches Moment“ (ein das Gewünschte herbeihalluzinierndes Moment) hatte. Damit hing zusammen eine fundamentale Unfähigkeit (aber auch die objektiv gesetzte Unmöglichkeit), die empirischen Tatsachen allseitig zu untersuchen. Und schließlich beobachte ich eine besondere Schwäche beim Verstehen oder Mißverstehen des Faschistischen im modernen Kapitalismus; nicht zuletzt die Tendenz zur Übertreibung in dieser Frage.
Ich halte all das hier fest, denn mit dem „vorläufigen Endsieg des Kapitalismus“ (Fülberth), sind keineswegs die alten Denkschwächen aus dem Sozialistenkopf verschwunden.
Weiter geht das Geschichtsdenken marxistisch-leninistischer Tradition in erfreulicher Weise, wie mir scheint, bei Domenico Losurdo, z. B. in seinem Buch „Kampf um die Geschichte“.
Ich erinnere mich noch, wie mich die spekulative Logik des Autors beeindruckte. Auf der Grundlage seiner materialistischen Geschichtssicht hatte er eine überzeugende, zumindest höchst anregende, wie ich fand, Vorausschau auf das Jahr 2000 gewagt.
Und heute 2007? Es gibt Erkenntnisbruchstücke aus der damaligen Sicht, die nicht untergegangen sind; ja, mehr noch, die auch heute noch nicht „abgegolten“ sind, etwa die Frage: Was ist unser „nukleares Schicksal“?
Aber ihr Zusammenhang, die Gesamtsicht, erwiesen sich in geradezu grotesker Weise als realitätsfern.
Heute denke ich, daß das, was ich damals unter marxistisch-leninistischer Geschichtsbetrachtung verstand, ein ausgeprägtes „magisches Moment“ (ein das Gewünschte herbeihalluzinierndes Moment) hatte. Damit hing zusammen eine fundamentale Unfähigkeit (aber auch die objektiv gesetzte Unmöglichkeit), die empirischen Tatsachen allseitig zu untersuchen. Und schließlich beobachte ich eine besondere Schwäche beim Verstehen oder Mißverstehen des Faschistischen im modernen Kapitalismus; nicht zuletzt die Tendenz zur Übertreibung in dieser Frage.
Ich halte all das hier fest, denn mit dem „vorläufigen Endsieg des Kapitalismus“ (Fülberth), sind keineswegs die alten Denkschwächen aus dem Sozialistenkopf verschwunden.
Weiter geht das Geschichtsdenken marxistisch-leninistischer Tradition in erfreulicher Weise, wie mir scheint, bei Domenico Losurdo, z. B. in seinem Buch „Kampf um die Geschichte“.
kranich05 - 2007/10/03 14:45