Wie sich der Bürger wehrt
Verständlich, daß der Bürger nicht gern in dem ihm aufgezwungenen, würdelosen Zustand verharrt. Doch was soll er tun?
Nicht zur Wahl gehen. Weil er "wahlmüde" ist, wie ihm höhnisch erklärt wird.
Für seine Enthaltung wird er von Vielen beschimpft. Er ist ja selbst nicht glücklich damit. Denn noch ist er kein Zombie. Die öffentlichen Dinge betreffen ihn. Auch denkt er an die Kinder und will mitbestimmen.
Also selbst aktiv werden: IFB - "Initiative freier Bürger" oder PM - "Pro Mitreden" oder in einer anderen der mittlerweile tausend Formen, die von den Parteidemokraten gnädig als "berechtigte lokale Initiative" und ihren Politikforschern als "Einpunktbewegungen" registriert werden.
Der Flohmarkt der Politinitiativen hat seinen Reiz; ist aber nicht Jedermanns Sache. Und seine Begrenztheit geht auch dem schärfsten Aktivisten auf. Also größeres Geschütz: Volksentscheide!
Hunderttausende beim Volksentscheid gegen die schamlose Privatisierung der Wasserversorgung - wunderbar! Volksentscheid gegen den Bau einer Moschee - wie bitte?
Noch größeres Geschütz! Direkte Demokratie! Schluß mit dem alten Parteinfilz!
Zwischen dem freien Bürger und dem Staatsführer soll ein direktes Verhältnis bestehen. Wählbarkeit des Bürgermeisters, des Landesfürsten, des Bundespräsidenten, ja, der Bundeskanzlerin! Wenn überhaupt Parteien, dann ganz neue, ganz andere, solche, die gar keine mehr sind. Die Superdemokraten, die den unzufriedenen Bürger jetzt beglücken wollen, heißen Henkel, v. Arnim, Sloterdijk, Sarrazin. Sie sind Autoren der "Jungen Freiheit" und schwadronieren von "plebiszitärer Präsidialdemokratie" und "direkter Steuerdemokratie", von "identitärer Demokratie".
Aufbegehrender Bürger wo landest Du? Der Weg zum neuen Führer ist mit vielen guten Vorsätzen gepflastert. Dazu gehört auch die hinreißende Kritik an den Gebrechen und Verbrechen eines sog. Turbokapitalismus. Also Bürger, formierst Du Dich wieder zum "nationalen Aufbruch" und gegen die "Zinsknechtschaft", gegen das "raffende Kapital" und für die neue Macht und Herrlichkeit des "schaffenden Kapitals"? Entsdchuldigung, das waren Schlagworte von gestern.
Gibt es einen anderen Weg?
Nicht zur Wahl gehen. Weil er "wahlmüde" ist, wie ihm höhnisch erklärt wird.
Für seine Enthaltung wird er von Vielen beschimpft. Er ist ja selbst nicht glücklich damit. Denn noch ist er kein Zombie. Die öffentlichen Dinge betreffen ihn. Auch denkt er an die Kinder und will mitbestimmen.
Also selbst aktiv werden: IFB - "Initiative freier Bürger" oder PM - "Pro Mitreden" oder in einer anderen der mittlerweile tausend Formen, die von den Parteidemokraten gnädig als "berechtigte lokale Initiative" und ihren Politikforschern als "Einpunktbewegungen" registriert werden.
Der Flohmarkt der Politinitiativen hat seinen Reiz; ist aber nicht Jedermanns Sache. Und seine Begrenztheit geht auch dem schärfsten Aktivisten auf. Also größeres Geschütz: Volksentscheide!
Hunderttausende beim Volksentscheid gegen die schamlose Privatisierung der Wasserversorgung - wunderbar! Volksentscheid gegen den Bau einer Moschee - wie bitte?
Noch größeres Geschütz! Direkte Demokratie! Schluß mit dem alten Parteinfilz!
Zwischen dem freien Bürger und dem Staatsführer soll ein direktes Verhältnis bestehen. Wählbarkeit des Bürgermeisters, des Landesfürsten, des Bundespräsidenten, ja, der Bundeskanzlerin! Wenn überhaupt Parteien, dann ganz neue, ganz andere, solche, die gar keine mehr sind. Die Superdemokraten, die den unzufriedenen Bürger jetzt beglücken wollen, heißen Henkel, v. Arnim, Sloterdijk, Sarrazin. Sie sind Autoren der "Jungen Freiheit" und schwadronieren von "plebiszitärer Präsidialdemokratie" und "direkter Steuerdemokratie", von "identitärer Demokratie".
Aufbegehrender Bürger wo landest Du? Der Weg zum neuen Führer ist mit vielen guten Vorsätzen gepflastert. Dazu gehört auch die hinreißende Kritik an den Gebrechen und Verbrechen eines sog. Turbokapitalismus. Also Bürger, formierst Du Dich wieder zum "nationalen Aufbruch" und gegen die "Zinsknechtschaft", gegen das "raffende Kapital" und für die neue Macht und Herrlichkeit des "schaffenden Kapitals"? Entsdchuldigung, das waren Schlagworte von gestern.
Gibt es einen anderen Weg?
kranich05 - 2011/10/09 11:15