DDR-„Echolot“
Ich halte es für wünschenswert, persönliche Dokumente des Lebens in der DDR, also vor allem Tagebücher und Briefe, zu sammeln und zu veröffentlichen. Dieses Vorhaben ist von dem Werk „Echolot“ von Walter Kempowski angeregt.
Mit diesem Werk hat K. es geschafft, den Menschen von heute, die keinen direkten Zugang mehr zu der Zeit des Faschismus haben (u.a., weil diese in die Vorvergangenheit gerückt ist) und die deshalb ausschließlich auf vermittelte Informationen angewiesen sind, einen (schein-)direkten, einen scheinbar unmittelbar-persönlichen Zugang zu verschaffen. Das ist ihm dadurch gelungen, daß er in sehr großem Umfang Auszüge aus persönlichen Dokumenten aus der Zeit des 2. Weltkrieges in Verbindung mit offiziellen Dokumenten der Zeit in einer insgesamt vieltausendseitigen Collage veröffentlicht hat.
Resultat ist tendenziell, alle bisher den Faschismus reflektierenden, „verarbeitenden“, hinterfragenden Positionen zu relativieren, wenn nicht zu ignorieren und durch das vom Verfasser geschaffene Mosaik zu ersetzen, das der Leser sowohl ob seiner Riesenhaftigkeit, als auch aufgrund seines Gestus' des persönlichen Erlebnisberichts, spontan für ein getreues Abbild der Wirklichkeit nimmt.
Inwiefern das von Kempowski arrangierte Bild keineswegs getreu ist, lasse ich hier außerhalb der Betrachtung. Festhalten möchte ich aber, daß, wenn es bei K. derartige Mängel gibt (wovon ich überzeugt bin), diese keineswegs auf die von ihm angewandte Methode zurückzuführen sind, sondern auf deren Gebrauch.
Der entscheidende Hebel Kempowskis ist es, voll und ganz auf die Zeitzeugenschaft zu setzen. Auf spätere Analysen, Wertungen, Reflexionen über die fragliche Zeit wird völlig verzichtet, es spricht ausschließlich das gelebte Leben in seinem eigenen Ausdruck.
Und genau diese Methode scheint mir geeignet, die Wirklichkeit der DDR späteren Interessenten unverfälscht, „so, wie es wirklich war“ zugänglich zu machen und die Berge des zum Zwecke ihrer Delegitimierung veröffentlichten Materials auf ihren wirklichen Wert oder Unwert zu reduzieren.
Erste (aber nicht einzige) Voraussetzung eines solchen Unternehmens ist die Sammlung einer großen Zahl persönlicher Primärdokumente. Kempowski hat in zwei Jahrzehnten vor allem per Inserat mehr als 8000 Tagebücher, unveröffentlichte Selbstbiografien, Briefwechsel, Fotoalben usw. gesammelt.
Mit diesem Werk hat K. es geschafft, den Menschen von heute, die keinen direkten Zugang mehr zu der Zeit des Faschismus haben (u.a., weil diese in die Vorvergangenheit gerückt ist) und die deshalb ausschließlich auf vermittelte Informationen angewiesen sind, einen (schein-)direkten, einen scheinbar unmittelbar-persönlichen Zugang zu verschaffen. Das ist ihm dadurch gelungen, daß er in sehr großem Umfang Auszüge aus persönlichen Dokumenten aus der Zeit des 2. Weltkrieges in Verbindung mit offiziellen Dokumenten der Zeit in einer insgesamt vieltausendseitigen Collage veröffentlicht hat.
Resultat ist tendenziell, alle bisher den Faschismus reflektierenden, „verarbeitenden“, hinterfragenden Positionen zu relativieren, wenn nicht zu ignorieren und durch das vom Verfasser geschaffene Mosaik zu ersetzen, das der Leser sowohl ob seiner Riesenhaftigkeit, als auch aufgrund seines Gestus' des persönlichen Erlebnisberichts, spontan für ein getreues Abbild der Wirklichkeit nimmt.
Inwiefern das von Kempowski arrangierte Bild keineswegs getreu ist, lasse ich hier außerhalb der Betrachtung. Festhalten möchte ich aber, daß, wenn es bei K. derartige Mängel gibt (wovon ich überzeugt bin), diese keineswegs auf die von ihm angewandte Methode zurückzuführen sind, sondern auf deren Gebrauch.
Der entscheidende Hebel Kempowskis ist es, voll und ganz auf die Zeitzeugenschaft zu setzen. Auf spätere Analysen, Wertungen, Reflexionen über die fragliche Zeit wird völlig verzichtet, es spricht ausschließlich das gelebte Leben in seinem eigenen Ausdruck.
Und genau diese Methode scheint mir geeignet, die Wirklichkeit der DDR späteren Interessenten unverfälscht, „so, wie es wirklich war“ zugänglich zu machen und die Berge des zum Zwecke ihrer Delegitimierung veröffentlichten Materials auf ihren wirklichen Wert oder Unwert zu reduzieren.
Erste (aber nicht einzige) Voraussetzung eines solchen Unternehmens ist die Sammlung einer großen Zahl persönlicher Primärdokumente. Kempowski hat in zwei Jahrzehnten vor allem per Inserat mehr als 8000 Tagebücher, unveröffentlichte Selbstbiografien, Briefwechsel, Fotoalben usw. gesammelt.
kranich05 - 2007/09/10 12:28