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Peter Handke:

"Die Geschichte wiederholt sich nicht. Das Scheußliche nimmt immer neue Gestalten an. Der fruchtbare Schoß gebiert nicht immer die gleichen Erscheinungen, sondern das Schreckliche tritt heute anders auf, säuselnd und süßlich und humanitär und dauernd das Wort „Demokratie“ oder das schöne Wort „grün“ benutzend."

via: http://ulmer-tagebuch.blog.de/2007/08/31/worte_des_dichters~2900282
Gregor Keuschnig - 2007/09/01 11:01

Wenn schon, denn schon

Das ganze Interview mit Handke hier.

kranich05 - 2007/09/01 13:05

Wenn schon, denn schon

ist recht gesagt.
Danke an Gregor Keuschnig, daß er mich veranlaßt hat, das ganze Interview zu lesen.
Viele Sätze, die mich „anspringen“:
„...Schwermut ist Schwermut.“
„Als Kind wollte ich immer Melancholiker sein.“
„Wenn das Schöne nicht weh tut, kann man es kaufen.“
„Ja, aber die FAZ ist doch die Zeitung, die das zu verantworten hatte. Zuerst haben sie die Aberkennung verursacht, und dann haben sie sich scheinheilig zurückgezogen und Demokratie gespielt. Mein Freund, der Verleger Michael Krüger, hat kürzlich zu mir gesagt, diese Zeitung will immer recht behalten ...und begeht dabei ein Unrecht nach dem anderen.“
„Es gibt Leute, die lesen ein Buch, und kaum sind sie fertig, glupsch, ist es weg, als wäre das Lesen nur eine Beseitigung des Buches.“
„Ja, der Genozid an den Juden ist der Grundschock meines Lebens.“
„Was Sie auch sagen, es schadet Ihnen.
„Ja, seltsam.““
„Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muss durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.“
„Ich bin ein Idiot im griechischen Sinne, ein Nicht-Dazugehöriger.“
"Ein Held wollte ich immer sein ... Und was bin ich geworden? Ein Schläger, der nicht einmal zuschlagen kann....“
„"Der ewige Friede ist möglich." Einerseits ist das totaler Blödsinn, andererseits kommt dieser Satz immer wieder zu mir zurück. Ich brauche ihn. Er ist mir zugeflogen aus der Finsternis wie eine Frucht, die mich nährt.“
„Meine Art zu schreiben ist ja nicht direkt, sondern wird immer mehr ein Umkurven. Ich bin ein Umkurver, fast ein Umreißer.“

Ich habe noch nie ein Werk von Peter Handke gelesen.
Das sage ich, redlicher Arbeiter im Literaturberg des Menschen seit 60 Jahren, mit Verwunderung ohne Scham.
Gregor Keuschnig - 2007/09/01 13:21

Handke

ist ein schwieriger Interview-Partner. Manchmal kokettiert er; manchmal lügt er auch. Der Satz "Der ewige Friede ist möglich" aus "Über die Dörfer" ist jenseits dessen, was man ihm seinerzeit vorgeworfen hat (Lächerlichkeit). Er ist programmatisch für Handkes Prosa - auch wenn er sich davon immer auch ein bisschen distanziert. Er ist vielleicht einer der letzten Epiker. Das wird man vermutlich vollends erst in hundert Jahren begriffen haben.

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