Kempowskis Pfeife
Um Walter Kempowski, den strammen Antikommunisten und erklärten Christen habe ich lange Zeit einen Bogen gemacht. Einmal aber, das war bei meiner intensiven Tagebuchschreiberei klar, würde ich an „Mister Archiv“, dem Zeitdokumentensammler und Verfasser sogar eines „Kollektiven Tagebuchs der Deutschen“, nicht vorbei kommen.
Jetzt, anläßlich seiner Ausstellung „Lebensläufe“ in der Akademie der Künste Berlin, war es soweit.
Wer das Akademiegebäude am Pariser Platz betritt, wird sogleich von künstlerischer Freiheit bedrängt. Der Fußboden präsentiert sich als schiefe Ebene und will erklommen sein.
Danach folge ich moderner Ausstellungsgestaltung. Sie hat die Form von Kabuffs aus Holzwerkstoffplatten, wie sie der Häuslebauer schätzt. In der Kempowski-Ausstellung stellen sie mehr oder weniger gelungen einen Bezug her zu seiner Zuchthauszeit. Auf der Documenta, wenig später, treffe ich sie wieder. Ohne Bezug.
Dann ein großer Raum, in dem viele Materialien zu Kempowskis Romanen präsentiert werden. Und Devotionalien die Menge. „Sie lassen alle mal was liegen, die Großen dieser Welt.“ Der Gürtel von Kempowskis Morgenmantel war nicht dabei. Dafür seine Pfeife. Prompt habe ich sie abgelichtet.

Fotografieren verboten! Die nette Aufsicht hat ein Auge zugedrückt. Beschwingt in den nächsten Raum.
Darin war NICHTS.
Außer einer Lesestimme des „Echolot“.
Hörbücher machen mich in kürzester Zeit schläfrig. Und für das „Echolot“ brauche ich sowieso Zeit. Schnell weiter.
Im letzten Raum mache ich Bekanntschaft mit dem Kempowski-Archiv.
Es gibt viel tausend Bilddokumente. Ich sehe ein Sammelsurium.
Es gibt viele tausend persönliche Tagebücher, geordnet nach einigen allgemeinen Kriterien. Sie sind der eigentliche Schatz des Archivars. Wie er erschlossen und präsentiert werden soll, bleibt unklar.
Aber mein Interesse ist geweckt.
Jetzt, anläßlich seiner Ausstellung „Lebensläufe“ in der Akademie der Künste Berlin, war es soweit.
Wer das Akademiegebäude am Pariser Platz betritt, wird sogleich von künstlerischer Freiheit bedrängt. Der Fußboden präsentiert sich als schiefe Ebene und will erklommen sein.
Danach folge ich moderner Ausstellungsgestaltung. Sie hat die Form von Kabuffs aus Holzwerkstoffplatten, wie sie der Häuslebauer schätzt. In der Kempowski-Ausstellung stellen sie mehr oder weniger gelungen einen Bezug her zu seiner Zuchthauszeit. Auf der Documenta, wenig später, treffe ich sie wieder. Ohne Bezug.
Dann ein großer Raum, in dem viele Materialien zu Kempowskis Romanen präsentiert werden. Und Devotionalien die Menge. „Sie lassen alle mal was liegen, die Großen dieser Welt.“ Der Gürtel von Kempowskis Morgenmantel war nicht dabei. Dafür seine Pfeife. Prompt habe ich sie abgelichtet.

Fotografieren verboten! Die nette Aufsicht hat ein Auge zugedrückt. Beschwingt in den nächsten Raum.
Darin war NICHTS.
Außer einer Lesestimme des „Echolot“.
Hörbücher machen mich in kürzester Zeit schläfrig. Und für das „Echolot“ brauche ich sowieso Zeit. Schnell weiter.
Im letzten Raum mache ich Bekanntschaft mit dem Kempowski-Archiv.
Es gibt viel tausend Bilddokumente. Ich sehe ein Sammelsurium.
Es gibt viele tausend persönliche Tagebücher, geordnet nach einigen allgemeinen Kriterien. Sie sind der eigentliche Schatz des Archivars. Wie er erschlossen und präsentiert werden soll, bleibt unklar.
Aber mein Interesse ist geweckt.
kranich05 - 2007/08/03 20:21
Woher kommt es?
danke für deinen Beitrag zu Kempowski. Sein Name als Schriftsteller war mir bekannt, seine Person aber nicht, besser gesagt,ich hatte jemand anders im Hinterkopf. Ein anderer - besonders hagere aussehenden Schriftsteller - schwebte mir vor. Doch über Wikepedia machte ich mich schlau und war erstaunt, dass sein Archiv in Rostock ist. sowie ein Teil seines Lebens sich hier in Rostock abgespielt hat.
Gelesen hab ich ihn noch nicht. Es wird sicher eine stramme Literatur geschrieben habe. Besonders der Collagenstil ist gewöhnungsbedürftig. Es gibt auch ein Flimemacher, der sich diesem Stil bedient. Aber wenn er ein strammer Antikommunist ist, hätte ich meine Probleme damit, ihn mit genügend Distanz zu lesen, ohne mich angegriffen zu fühlen. Seine Erfahrungen in der Nachkriegszeit sprechen für diese gewonnene Einstellung, doch geschah dies damals unter der besonderen Bedingungen, Nachdem ein System zusammen brach und ein neues sich noch nicht etabliert hat, gab es sehr viel Ungerchtigkeit.
Da spielen auch wieder die Machtgelüste mit hinein, denen viele Russe an ihren Plätzen sicher nicht widerstehen konnten.
Frech und kess vergleiche ich Kempowski einfach mal mit der Erzählweise meines Vater - 1923 geboren - der mir die Erlebnisse aus dieser Zeit - sicher nicht so harte wie Kempowski in der Nachkriegszeit - stets wertfrei erzählte. Die Wertung zu seinen Erzählungen übernahm ich - weil ich als Kind über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit selber bestimmen konnte. Noch heut bewundere ich seine Fähigkeit zur Wertfreiheit seiner Erzählungen, auch wenn es um die aktuellesten politsichen Fragen geht.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
Gruß LaWe