Alexander Puschkin - Glück und Recht
Nach Pindemonti
Auf jene Rechte leg ich keinen großen Wert,
Die manchen hellen Kopf nur allzu sehr gestört.
Wenn mir das süße Los, die Steuern zu verneinen,
Die Götter weigerten, so macht mich das nicht weinen,
Noch schmerzt es mich, daß man auf meinen Rat nicht hört,
Wenn heute ein Monarch dem andern Krieg erklärt;
Ob unsre Presse frei nasführt die braven Christen,
Ob die Zensur bedrängt den Witz des Journalisten -
Nur Worte, Worte sind’s, wie jener Dichter spricht.
Die Freiheit, die mein Herz ersehnt, ist dieses nicht,
Und was mich lockt und bannt, sind andre, höhre Rechte.
Ob wir der Majestät, ob wir des Volkes Knechte -
Ist es nichtt einerlei? Doch keinem Rechenschaft
Ablegen, nur sich selbst und seiner eigenen Kraft
Vertrauen und sein Haupt, sein Denken, sein Gewissen
Der Macht und der Livre zulieb nicht beugen müssen,
Nach eignem Trieb und Wunsch frei schweifen auf der Spur
Der ewig schaffenden, der göttlichen Natur,
Und wenn den spröden Stoff erfüllt mit heißem Leben
Des Künstlers Genius - in stummer Andacht beben:
Das nenn ich Glück und Recht!...
Übertragen von Arthur Luther
Auf jene Rechte leg ich keinen großen Wert,
Die manchen hellen Kopf nur allzu sehr gestört.
Wenn mir das süße Los, die Steuern zu verneinen,
Die Götter weigerten, so macht mich das nicht weinen,
Noch schmerzt es mich, daß man auf meinen Rat nicht hört,
Wenn heute ein Monarch dem andern Krieg erklärt;
Ob unsre Presse frei nasführt die braven Christen,
Ob die Zensur bedrängt den Witz des Journalisten -
Nur Worte, Worte sind’s, wie jener Dichter spricht.
Die Freiheit, die mein Herz ersehnt, ist dieses nicht,
Und was mich lockt und bannt, sind andre, höhre Rechte.
Ob wir der Majestät, ob wir des Volkes Knechte -
Ist es nichtt einerlei? Doch keinem Rechenschaft
Ablegen, nur sich selbst und seiner eigenen Kraft
Vertrauen und sein Haupt, sein Denken, sein Gewissen
Der Macht und der Livre zulieb nicht beugen müssen,
Nach eignem Trieb und Wunsch frei schweifen auf der Spur
Der ewig schaffenden, der göttlichen Natur,
Und wenn den spröden Stoff erfüllt mit heißem Leben
Des Künstlers Genius - in stummer Andacht beben:
Das nenn ich Glück und Recht!...
Übertragen von Arthur Luther
kranich05 - 2007/07/01 09:23
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