Noch einmal vom Schweigen
Die Überschrift meines Postings von vorgestern ist mehrdeutig, ja zwiespältig - so zwiespältig wie unser Dasein im Realkapitalismus.
Über das Ende in Schweigen schreibe ich eigentlich ungern. Das bloße Ausmalen der Apokalypse ist nicht Widerstand, sondern eine Art von Mittun. Es sollte im Gegenteil die allergrößte Nüchternheit walten bei der Feststellung: Ja, das Ende in Schweigen ist eine reale Möglichkeit.
Es braucht nur durchschnittliche Sensibilität sowie ein geringes Maß an Konsequenz des Denkens - die beide gleichwohl selten sind - um die eindeutigen Signale wahrzunehmen und zu verstehen. Ich spreche von den Signalen der geschriebenen Geschichte. Sie ist voller Ereignisse, in denen die Menschen danach strebten, die anderen, die feindlichen Menschen (und also sich gegenseitig) zu entmenschen, entweder zu versklaven oder auszurotten.
Immer wieder ist das zielstrebig und effektiv betrieben worden, und allein die Begrenztheit ihrer Kräfte - nichts Anderes! Und schon gar nicht ein ethischer Imperativ! - hat die Menschen bisher am totalen Erfolg gehindert.
Der letzte besonders große Beweis in der bis heute intakten Kette solcher Beweise, stellt das KZ-Menschenvernichtungssystem des deutschen Faschismus dar. Was da vor rund 70 Jahren geschah, ist noch heute monströs, obwohl doch überholt. Dieses System hatte schon die Effizienz der modernen, mit dem Schub der Wissenschaft operierenden Industrie, obwohl es in vielem Momenten noch handwerklich-traditionell war. Die Zahl seiner Opfer lag im einstelligen Millionenbereich.
Das letzte Wort des Faschismus wurde übertroffen vom Blitz und Donner einer qualitativ neuen Vernichtungskraft, der Kernkraft. Die Tür wurde geöffnet zur Ausrottung der Menschen mittels einer jetzt wissenschaftlich, tendenziell unbegrenzt, potenzierten Destruktivkraft.
Seitdem sind Millionen der fähigsten Menschen mit nichts anderem beschäftigt, als diese (und weitere neue) Vernichtungskräfte über alle Maße hinaus zu steigern. Die Chance, den Feind nun endgültig auszurotten, wird aufwändiger und sorgfältiger gepflegt als die Luft zum Atmen. Um präzise auszudrücken, daß es jetzt um qualitativ neue, gleichsam planetarische Größenordnungen geht, wurde sogleich ein neuer Begriff erfunden: "Megatote" - 50, 100, 300, nach oben offen.
Zwar haben die letzten Jahrzehnte gezeigt, daß es keinen Automatismus beim Einsatz der Menschheitsvernichtungswaffen gibt. Fast wohlig konnten wir uns einrichten im - Gleichgewicht des Schreckens. Leider ist unser kapitalistisch-imperialistisches Gesellschaftssystem (das doch zu den einfachsten Lebensdingen unfähig ist) in Einem Meister - bei der Zerstörung jeden Gleichgewichts.
Die Grundlagen und Voraussetzungen, einen relevanten Teil der Menschheit, Milliarden Individuen, zu beseitigen, sind geschaffen. Die Wahrscheinlichkeit, daß es geschehen muß (natürlich zum Besten der Menschen), eine Art Notwendigkeit, daß es geschieht, reifen in atemberaubender Geschwindigkeit heran.
Sicherlich wird es danach noch Menschen geben, aber es wird das Ende der Menschheit sein, wie wir sie kennen. Schweigen.
Solches Schweigen sollte uns heute antreiben, die Sprache zu finden.
Über das Ende in Schweigen schreibe ich eigentlich ungern. Das bloße Ausmalen der Apokalypse ist nicht Widerstand, sondern eine Art von Mittun. Es sollte im Gegenteil die allergrößte Nüchternheit walten bei der Feststellung: Ja, das Ende in Schweigen ist eine reale Möglichkeit.
Es braucht nur durchschnittliche Sensibilität sowie ein geringes Maß an Konsequenz des Denkens - die beide gleichwohl selten sind - um die eindeutigen Signale wahrzunehmen und zu verstehen. Ich spreche von den Signalen der geschriebenen Geschichte. Sie ist voller Ereignisse, in denen die Menschen danach strebten, die anderen, die feindlichen Menschen (und also sich gegenseitig) zu entmenschen, entweder zu versklaven oder auszurotten.
Immer wieder ist das zielstrebig und effektiv betrieben worden, und allein die Begrenztheit ihrer Kräfte - nichts Anderes! Und schon gar nicht ein ethischer Imperativ! - hat die Menschen bisher am totalen Erfolg gehindert.
Der letzte besonders große Beweis in der bis heute intakten Kette solcher Beweise, stellt das KZ-Menschenvernichtungssystem des deutschen Faschismus dar. Was da vor rund 70 Jahren geschah, ist noch heute monströs, obwohl doch überholt. Dieses System hatte schon die Effizienz der modernen, mit dem Schub der Wissenschaft operierenden Industrie, obwohl es in vielem Momenten noch handwerklich-traditionell war. Die Zahl seiner Opfer lag im einstelligen Millionenbereich.
Das letzte Wort des Faschismus wurde übertroffen vom Blitz und Donner einer qualitativ neuen Vernichtungskraft, der Kernkraft. Die Tür wurde geöffnet zur Ausrottung der Menschen mittels einer jetzt wissenschaftlich, tendenziell unbegrenzt, potenzierten Destruktivkraft.
Seitdem sind Millionen der fähigsten Menschen mit nichts anderem beschäftigt, als diese (und weitere neue) Vernichtungskräfte über alle Maße hinaus zu steigern. Die Chance, den Feind nun endgültig auszurotten, wird aufwändiger und sorgfältiger gepflegt als die Luft zum Atmen. Um präzise auszudrücken, daß es jetzt um qualitativ neue, gleichsam planetarische Größenordnungen geht, wurde sogleich ein neuer Begriff erfunden: "Megatote" - 50, 100, 300, nach oben offen.
Zwar haben die letzten Jahrzehnte gezeigt, daß es keinen Automatismus beim Einsatz der Menschheitsvernichtungswaffen gibt. Fast wohlig konnten wir uns einrichten im - Gleichgewicht des Schreckens. Leider ist unser kapitalistisch-imperialistisches Gesellschaftssystem (das doch zu den einfachsten Lebensdingen unfähig ist) in Einem Meister - bei der Zerstörung jeden Gleichgewichts.
Die Grundlagen und Voraussetzungen, einen relevanten Teil der Menschheit, Milliarden Individuen, zu beseitigen, sind geschaffen. Die Wahrscheinlichkeit, daß es geschehen muß (natürlich zum Besten der Menschen), eine Art Notwendigkeit, daß es geschieht, reifen in atemberaubender Geschwindigkeit heran.
Sicherlich wird es danach noch Menschen geben, aber es wird das Ende der Menschheit sein, wie wir sie kennen. Schweigen.
Solches Schweigen sollte uns heute antreiben, die Sprache zu finden.
kranich05 - 2011/09/08 20:35
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