13.6. Landschaft ist einfach da und duftet und singt
Ich höre eine Kritikerstimme: Wie banal und schwülstig: Natürlich ist Landschaft da, und was duftet sind Blumen, während die Vögel singen.
Schon recht.
Aber wie soll ich besser ausdrücken, was ich empfinde?
Dieses Erlebnis, über das ausgedehnte Feld, über den Wiesenplan zu blicken. Mehr nicht.
Alles ist sich selbst genug.

Natürlich haben überall die Menschen eingewirkt, die Bauern, die Forstwirte, die Fischer. Nicht zuletzt die Bauleute haben ihre Spuren hinterlassen. Und dennoch, so sehr sie auch gestalten, kaum haben sie den Rücken gekehrt, übernimmt wieder die Natur das Regiment. Und liegt und wartet und träumt und könnte viel erzählen, wenn jemand hören wollte. Z. B. jene Wegbiegung dort, mit der kleinen, dunkler gefärbten Vertiefung, über die sich ein kahler Ast spreizt.
Immer wieder halte ich mit meinem Fotoapparat in dieses weit geöffnete Fenster, und mein Sohn, der Fotograf ist, fragt am Ende, ob es mir nicht langweilig wird, immer diese gleichartigen Landschaftsbilder zu knipsen.

Die Mittagshitze flirrt, du bist eingehüllt in den eigenen Schweiß. Daß die Luft dennoch erfrischt, spürst du, sobald du in einen Schatten trittst. Deine Nase nimmt etwas wahr. Ist das Getreideduft? Allergiegeschlagen bist du nicht, aber dir fehlen Begriffe, um auszudrücken, was du undeutlich wahrnimmst: Jasmin, Holunder, Wiesenmahd, Holz, Moschus. Wieviel Begriffe würde es brauchen, um das Duftbukett eines halben Kilometers Feldweg zu beschreiben!
Der Analphabetismus des Städters.
Und nicht anders die Töne, die die Luft erfüllen. Besonders an den Waldrändern, an denen ich oft mein Zelt aufschlage, sind die abendlichen und morgenlichen Stimmen der Vögel von einer unglaublichen Vielfalt und überraschenden schönen Ausdruckskraft. Vielleicht hält ja die ganze Vogelrepublik eine außerordentliche Versammlung, und es wird über das Schicksal des Eindringlings disputiert.

Des Mittags ist vielleicht, unsichtbar aus dem Himmel herab, nur lautstark die Lerche zu hören. Ich Halbblinder habe oft den leeren Himmel abgesucht und mich gefragt: Wo kommt der ganze Jubel her. Jetzt hatte sich mal eine Lerche aus der Nähe gezeigt. Deutlich konnte ich den lebhaften, mühelosen (?) Flügelschlag sehen, mit dem sie offenbar Aufwind unter ihre breit gefächerten Schwanzfedern lenkte und so (wahrscheinlich) ziemlich kraftsparend im Luftfahrstuhl manövrierte.
Radau existiert nicht in der Natur, obwohl sich nicht alles so lautlos abspielt, wie die Begegnung mit dem Fuchs, der meinen Weg kreuzt. Radau und Waffengetöse sind verwandt. Radau ist das Vorrecht des Menschen, der den modernen Maschinen vertraut. Ob die Geräte und Maschinen der künftigen, nachhaltigen Kultur wieder stiller werden?
Und alle Bilder wieder, wie ich schon einmal bemerkt und mich entschuldigt habe, ohne jede Bearbeitung.
Schon recht.
Aber wie soll ich besser ausdrücken, was ich empfinde?
Dieses Erlebnis, über das ausgedehnte Feld, über den Wiesenplan zu blicken. Mehr nicht.
Alles ist sich selbst genug.

Natürlich haben überall die Menschen eingewirkt, die Bauern, die Forstwirte, die Fischer. Nicht zuletzt die Bauleute haben ihre Spuren hinterlassen. Und dennoch, so sehr sie auch gestalten, kaum haben sie den Rücken gekehrt, übernimmt wieder die Natur das Regiment. Und liegt und wartet und träumt und könnte viel erzählen, wenn jemand hören wollte. Z. B. jene Wegbiegung dort, mit der kleinen, dunkler gefärbten Vertiefung, über die sich ein kahler Ast spreizt.
Immer wieder halte ich mit meinem Fotoapparat in dieses weit geöffnete Fenster, und mein Sohn, der Fotograf ist, fragt am Ende, ob es mir nicht langweilig wird, immer diese gleichartigen Landschaftsbilder zu knipsen.

Die Mittagshitze flirrt, du bist eingehüllt in den eigenen Schweiß. Daß die Luft dennoch erfrischt, spürst du, sobald du in einen Schatten trittst. Deine Nase nimmt etwas wahr. Ist das Getreideduft? Allergiegeschlagen bist du nicht, aber dir fehlen Begriffe, um auszudrücken, was du undeutlich wahrnimmst: Jasmin, Holunder, Wiesenmahd, Holz, Moschus. Wieviel Begriffe würde es brauchen, um das Duftbukett eines halben Kilometers Feldweg zu beschreiben!
Der Analphabetismus des Städters.
Und nicht anders die Töne, die die Luft erfüllen. Besonders an den Waldrändern, an denen ich oft mein Zelt aufschlage, sind die abendlichen und morgenlichen Stimmen der Vögel von einer unglaublichen Vielfalt und überraschenden schönen Ausdruckskraft. Vielleicht hält ja die ganze Vogelrepublik eine außerordentliche Versammlung, und es wird über das Schicksal des Eindringlings disputiert.

Des Mittags ist vielleicht, unsichtbar aus dem Himmel herab, nur lautstark die Lerche zu hören. Ich Halbblinder habe oft den leeren Himmel abgesucht und mich gefragt: Wo kommt der ganze Jubel her. Jetzt hatte sich mal eine Lerche aus der Nähe gezeigt. Deutlich konnte ich den lebhaften, mühelosen (?) Flügelschlag sehen, mit dem sie offenbar Aufwind unter ihre breit gefächerten Schwanzfedern lenkte und so (wahrscheinlich) ziemlich kraftsparend im Luftfahrstuhl manövrierte.
Radau existiert nicht in der Natur, obwohl sich nicht alles so lautlos abspielt, wie die Begegnung mit dem Fuchs, der meinen Weg kreuzt. Radau und Waffengetöse sind verwandt. Radau ist das Vorrecht des Menschen, der den modernen Maschinen vertraut. Ob die Geräte und Maschinen der künftigen, nachhaltigen Kultur wieder stiller werden?
Und alle Bilder wieder, wie ich schon einmal bemerkt und mich entschuldigt habe, ohne jede Bearbeitung.
kranich05 - 2007/06/15 12:05
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