REHA-Patienten
6.2.2007
Es geht zu wie in einem Bienenstock, sicherlich nicht ganz so flink aber vergleichbar emsig und genauso zielstrebig. Und gleich den Bienen, die süchtig zu jeder Nektarquelle eilen, sammelt sich vor jeder Tür, hinter der Genesungshilfe lockt, sogleich ein Grüppchen der Rehabilitation Suchenden.
Jeder schwimmt (mit seinem "Therapieplan" als Kompaß) nach seinen Kräften mit im Klinik-Drive, diesem allgemeinen, überall spürbaren, manchmal etwas schwerfälligen Trend des gesundheitlichen Aufbaus.
Jeder, der hier ist, hat seine gesundheitlichen Schläge einstecken müssen, aber alles ist durchdrungen vom vielgestaltigen Rehabilitationsgeschehen und damit von einem Grundoptimismus und sei es ein ganz bescheidener.
Freilich, beim zweiten Hinschauen sind die Leute keineswegs austauschbar wie Bienen. Ganz verschiedene Patientengruppen treffen aufeinander.
Allein schon die Altersunterschiede!
Erstaunlich Viele sind noch keine 40 Jahre alt. Mit ihren schnellen, sicheren Bewegungen kommen diese Jungen uns gar nicht richtig krank vor. Aber viele sind Infarktpatienten und manche nur um 15 Minuten dem Tod "von der Schippe gesprungen". Der Infarkt hat sie völlig aus ihrer Mitte gekippt. Woran sollen sie sich halten, um das zu verarbeiten, was ihnen geschehen ist? Manche können nur auf die Zigarette zurückgreifen. Trotz aller Ächtung des Rauchens stehen sie draußen, seitlich in einer Nische. "Schmeckts denn?" "Es muß."
Andere sind sehr alt, 85, 88 Jahre. In körperlicher Disziplin, geistig hellwach, sind sie alt geworden. Jetzt hat sie eine Herzkrankheit ins Krankenhaus und in die Rehabilitation gezwungen. Bewundernswert, wie diese blassen, zerbrechlichen, kultivierten Alten ihre Verantwortung für sich wahrnehmen. Sie gehen ihren Weg, noch nicht einmal besonders langsam, wie mir scheint, sich ihres eigenen Maßes bewußt. Sie vergessen auch nicht, nach rechts und links zu grüßen, sind für Freundlichkeit offen.
Es gibt auch andere Alte.
Von den Paaren könnte ich sprechen, sei es, daß sie beide krank sind, sei es nur eine(r), so daß einer dem anderen auf seinem Krankheits- und Genesungsweg direkt beisteht.
Doch ich will kein idyllisches Bild malen. Nicht wenige sind von ihrem schweren Leiden gezeichnet, und sie verspüren kaum Besserung. Sie ahnen die Machtlosigkeit der Ärzte und müssen sich darein schicken, daß es für sie keine wirkliche Hilfe gibt.
Trotzdem sind sie keine Außenseiter in dieser Umgebung, müssen es zumindest nicht sein. Irgendwie können auch sie einen Abglanz davon haben, wenn es dem Nebenmann besser geht.
Doch noch etwas Versöhnendes finden, auch wenn der eigene Weg ein kummervoller bleibt und die Lebenslinie nicht mehr aufwärts weist.
Ich glaube, es sind die 65- bis Anfang 70-jährigen, die dieses traurige Schicksal am Härtesten trift.
Es geht zu wie in einem Bienenstock, sicherlich nicht ganz so flink aber vergleichbar emsig und genauso zielstrebig. Und gleich den Bienen, die süchtig zu jeder Nektarquelle eilen, sammelt sich vor jeder Tür, hinter der Genesungshilfe lockt, sogleich ein Grüppchen der Rehabilitation Suchenden.
Jeder schwimmt (mit seinem "Therapieplan" als Kompaß) nach seinen Kräften mit im Klinik-Drive, diesem allgemeinen, überall spürbaren, manchmal etwas schwerfälligen Trend des gesundheitlichen Aufbaus.
Jeder, der hier ist, hat seine gesundheitlichen Schläge einstecken müssen, aber alles ist durchdrungen vom vielgestaltigen Rehabilitationsgeschehen und damit von einem Grundoptimismus und sei es ein ganz bescheidener.
Freilich, beim zweiten Hinschauen sind die Leute keineswegs austauschbar wie Bienen. Ganz verschiedene Patientengruppen treffen aufeinander.
Allein schon die Altersunterschiede!
Erstaunlich Viele sind noch keine 40 Jahre alt. Mit ihren schnellen, sicheren Bewegungen kommen diese Jungen uns gar nicht richtig krank vor. Aber viele sind Infarktpatienten und manche nur um 15 Minuten dem Tod "von der Schippe gesprungen". Der Infarkt hat sie völlig aus ihrer Mitte gekippt. Woran sollen sie sich halten, um das zu verarbeiten, was ihnen geschehen ist? Manche können nur auf die Zigarette zurückgreifen. Trotz aller Ächtung des Rauchens stehen sie draußen, seitlich in einer Nische. "Schmeckts denn?" "Es muß."
Andere sind sehr alt, 85, 88 Jahre. In körperlicher Disziplin, geistig hellwach, sind sie alt geworden. Jetzt hat sie eine Herzkrankheit ins Krankenhaus und in die Rehabilitation gezwungen. Bewundernswert, wie diese blassen, zerbrechlichen, kultivierten Alten ihre Verantwortung für sich wahrnehmen. Sie gehen ihren Weg, noch nicht einmal besonders langsam, wie mir scheint, sich ihres eigenen Maßes bewußt. Sie vergessen auch nicht, nach rechts und links zu grüßen, sind für Freundlichkeit offen.
Es gibt auch andere Alte.
Von den Paaren könnte ich sprechen, sei es, daß sie beide krank sind, sei es nur eine(r), so daß einer dem anderen auf seinem Krankheits- und Genesungsweg direkt beisteht.
Doch ich will kein idyllisches Bild malen. Nicht wenige sind von ihrem schweren Leiden gezeichnet, und sie verspüren kaum Besserung. Sie ahnen die Machtlosigkeit der Ärzte und müssen sich darein schicken, daß es für sie keine wirkliche Hilfe gibt.
Trotzdem sind sie keine Außenseiter in dieser Umgebung, müssen es zumindest nicht sein. Irgendwie können auch sie einen Abglanz davon haben, wenn es dem Nebenmann besser geht.
Doch noch etwas Versöhnendes finden, auch wenn der eigene Weg ein kummervoller bleibt und die Lebenslinie nicht mehr aufwärts weist.
Ich glaube, es sind die 65- bis Anfang 70-jährigen, die dieses traurige Schicksal am Härtesten trift.
kranich05 - 2007/02/11 15:33
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