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REHA

27.1.2007

I
Patient-in-Median-Klinik

Nach 10 Tagen Krankenhaus bin ich in der REHA-Klinik gelandet, in der nun in 18 Tagen meine Rehabilitation vor sich gehen soll.
Ist schon merkwürdig, wieviel Papier zu diesem Zweck bewegt werden muß. Ich meine nicht die ärztlichen Diagnosen.
Der Arzt sagt, Herzklinik ist notwendig - aber die Kasse muß extra entscheiden, daß sie den Krankenhausaufenthalt bezahlt.
Der Arzt sagt, sie brauchen selbstverständlich eine AHB (Anschlußheilbehandlung) - aber wieder muß die Kasse entscheiden, ob sie diese bezahlt.
Diese Kuren dauern in aller Regel drei, oft auch vier Wochen. Meine Kasse (die HEK) reduziert auf 18 Tage. Ohne Begründung.
Meine Kasse hat eine Vertragsklinik in Tabarz, die weite Anfahrt/Abfahrt dorthin würde sie bezahlen. Ich aber möchte in das nahe gelegene Bad Berka. Diese An- und Abfahrt muß ich selbst bezahlen.

Eigentlich geht es um Maßnahmen, die einzig und allein die Mediziner gemeinsam mit den Patienten entscheiden sollten.
Doch es werden bürokratische Vorgänge ausgelöst. Anträge sind zu stellen, Erklärungen werden gegeben oder verweigert, Bestätigungn erteilt.
Zeit und Nerven sind aufzubringen - substantiell für Nichts.

II
Die REHA-Klinik heißt Median II Bad Berka.

Medianklinik-Bad-Berka

Ich denke sie funktioniert solide-routiniert. Nach dem unvermeidlichen Streß der Krankenhausnächte ist das Einzelzimmer eine Erholung.
Sein spezielles System notwendiger Diagnosen, Therapien, Anwendungen, Übungen und Informationsveranstaltungen wird für jeden Patienten ermittelt, in Gang gesetzt und fortschrittsabhängig angepaßt.
Der Patient wird zu selbständigen Erfüllung mancher kleiner Pflichten angehalten. Auch das aktiviert.
Würden die individuellen Bedingungen noch genauer berücksichtigt, könnte Manches vielleicht noch schneller gehen. Doch dieser spezielle Aufwand wird selten getrieben.
Neben der Diätberatung gibt die tägliche Küche Anregungen für die künftige herzgesunde Lebensweise. Vergleichbares leisten auf anderen Feldern die Bewegungstherapie und die Techniken der psychischen Entspannung.

Der Patient wird durchaus sinnvoll beschäftigt und spürt wie seine Belastungen allmählich schwinden und seine Kräfte zurückkehren. Und darüber hinaus?

III
Was ich darüber hinaus aus meiner Zeit mache, ist mir selbst überlassen.
Wenn ich gar einen neuen Lebensabschnitt "Herzgesunde Lebensweise" vor mir sehe und mich selbständig, intensiv auf diese Herausforderung einstellen will, finde ich nur wenig Hilfe.
Es gibt in beiden großen REHA-Kliniken nicht einen einzigen Internetplatz für Patienten. Die Bibliothek ist in einem kümmerlichen Zustand und bietet -ebenso wie die öffentliche Bibliothek des Kurstädtchens - fast nichts zu den ureigenen Klinikthemen Herz-/Kreilaufrehabilitation. Auch zu den eigenen Informationsveranstaltungen des Kurbetriebs gibt es kaum weiterführendes Lesematerial.
Von kulturellen Veranstaltungen, künstlerischen Anregungen zu schweigen. Ich erlebte zwei Unterhaltungsveranstaltungen im Verlauf der Kur.
Es scheint zu genügen, wenn der Patient seine tägliche Ration Fernsehen konsumiert.

Draußen ist Schmuddelwetter.

Schmuddelwetter-

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