Entschuldigung für die späte Antwort bzw. Reaktion.
"Ich glaube, unsere Positionen sind gar nicht so weit auseinander, insbesondere was den Komplex der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen angeht."
Das glaube ich auch. Es hat aber auch etwas für sich, die Differenz zu pflegen.
Was man sich unter einem "Prozeß mit umfassenderen Anspruch" vorstellen könnte, veranschaulicht gut ein Beitrag von Mumia Abu-Jamal in der Zeitung "junge Welt" http://www.jungewelt.de/2007/01-13/038.php
Politische Figuren können gewöhnliche Verbrecher sein und sind natürlich entsprechend zu bestrafen.
Politische Figuren können politische Verbrechen begehen, bis hin zum Völkermord. Ob sie bestraft oder geehrt wurden, ist bisher dem politischen Kampf als schlichtem Ausdruck der politischen Kräfteverhältnisse überlassen.
Die Humantität angesichts der Untaten solcher Figuren kehrt nicht in Form der "ultimativen Sanktionierungssmöglichkeit" zurück (die ich ausdrücklich nicht absolut ausschließe), sondern im Aufdecken der Zusammenhänge und vielfältigen Widergutmachungs- und Vorsorgemaßnahmen.
Krieg zwischen den Staaten-Raubtieren (Ausdrücke wie "Weltgemeinschaft" oder "internationale Gemeinschaft" halte ich für moderne und übelste Ideologie.) war immer schon respektabel.
Das ändert aber nichts an der Monströsität von Krieg.
Wir sollten Krieg historisieren (auf deutsch: als überwindbar denken), bevor er uns "enthistorisiert".
@ Gregor Keuschnig
"Ich glaube, unsere Positionen sind gar nicht so weit auseinander, insbesondere was den Komplex der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen angeht."
Das glaube ich auch. Es hat aber auch etwas für sich, die Differenz zu pflegen.
Was man sich unter einem "Prozeß mit umfassenderen Anspruch" vorstellen könnte, veranschaulicht gut ein Beitrag von Mumia Abu-Jamal in der Zeitung "junge Welt"
http://www.jungewelt.de/2007/01-13/038.php
Politische Figuren können gewöhnliche Verbrecher sein und sind natürlich entsprechend zu bestrafen.
Politische Figuren können politische Verbrechen begehen, bis hin zum Völkermord. Ob sie bestraft oder geehrt wurden, ist bisher dem politischen Kampf als schlichtem Ausdruck der politischen Kräfteverhältnisse überlassen.
Die Humantität angesichts der Untaten solcher Figuren kehrt nicht in Form der "ultimativen Sanktionierungssmöglichkeit" zurück (die ich ausdrücklich nicht absolut ausschließe), sondern im Aufdecken der Zusammenhänge und vielfältigen Widergutmachungs- und Vorsorgemaßnahmen.
Krieg zwischen den Staaten-Raubtieren (Ausdrücke wie "Weltgemeinschaft" oder "internationale Gemeinschaft" halte ich für moderne und übelste Ideologie.) war immer schon respektabel.
Das ändert aber nichts an der Monströsität von Krieg.
Wir sollten Krieg historisieren (auf deutsch: als überwindbar denken), bevor er uns "enthistorisiert".