Jüngst ist der Theologieprofessor Ratzinger in Regensburg über den Strudel gefahren.

Als er dabei dem Islam eine schallende Ohrfeige verpaßte, gab es viel Kopfschütteln und viel Empörung, vielleicht woanders auch Genugtuung.
Kürzlich reiste der Papst an den Bosporus und sank gen Mekka auf die Knie, und wieder waren Genugtuung oder Kopfschütteln, vielleicht woanders auch Empörung.
Ungerührt von dergleichen Spiegelfechtereien hat Dieter Kraft den Ratzinger-Text über die skandalöse Eingangspassage hinaus gelesen und darüber in „Ossietzky“ Nr 25 berichtet. ( „Ossietzky“ ist hier zu finden: http://www.sopos.org/ossietzky/ Leider ist die aktuelle Ausgabe noch nicht online.) Er findet nicht weniger, als daß der Papst eine neue theologische Doktrin kreiert hat:
„Das Zusammentreffen der biblischen Botschaft und des griechischen Denkens war kein Zufall.“
Das mag nun eine Flut diffiziler, theologisch-politischer Diskussionen auslösen. Am Ende führt das zu dem Punkt – ich sage es mit grober Offenheit – die katholische Kirche zum Hort der Vernunft zu erklären, ja als eigentlichen Sachwalter der Aufklärung zu feiern und ihren Kernbereich, das christliche Abendland (zufällig zugleich die Hochburg des atlantischen Imperialismus) mit der gottgefälligen Pflicht zur Erlösung der Welt auszustatten.
Amen!
kranich05 - 2006/12/18 18:13