Bypass
Eine Bypassoperation ist heute Standard. Die Komplikationsrate soll etwa 1% betragen. Das ändert nichts daran, daß sie ein schwerer Eingriff ist. Diese Schwere liegt vielleicht weniger im eigentlichen Operieren am Herzen als vielmehr darin, erst einmal bis zu dem in der Tiefe des Brustkorbs geschützten Organ vorzudringen.
Für mich liegt die Tiefe des Eingriffs noch auf einer anderen Ebene.
Bisher hänge ich durchaus noch einem Standpunkt an, der „die Integrität einer menschlichen Natur voraus(setzt), die Gesundheit aus eigener Lebensnskraft erzeugt.“ Dubiel in seinem Buch „Tief im Hirn“ (Verlag Antje Kunstmann, 2006, Seite 106/107) sieht hier fundamentalistisches bzw. romantisches Denken am Werk. In der Tat, der eigene Körper stellt seit langem „keine von technischer Intervention unbefleckte Natur“ mehr dar. Dennoch scheint es mir wichtig, den Unterschied festzuhalten, zwischen einer mehr oder weniger zeitweiligen medizinisch-technischen Einwirkung zur Erhaltung oder Rückgewinnung des persönlichen Wohlbefindens einerseits und einem Eingriff, der dem Ausfall zentraler Lebensfunktionen zuvorkommen soll andererseits.
Medizinische Hilfe in diesem zweiten Sinne wird zur Existenzbedingung der Person. Das wird nicht ignorieren, wer der Auffassung ist, daß nur gelebtes Leben einen Sinn hat.
Neu ist meine nunmehr existentielle Abhängigkeit von einem „Expertensystem“ mit den Gliedern Schwester, Arzt, Krankenhaus, Pharma-Industrie, Gesundheitspolitik.
Neu ist meine Begegnung mit Apparaturen und Verfahren, die in zentrale Lebensfunktionen eingreifen, ja sich zeitweilig an ihre Stelle setzen.
Neu ist meine dauerhafte Abhängigkeit von pharmazeutischen Erzeugnissen.
Eine Aufgabe neuer Art schließlich ist es, diese Situation zu erleben, zu verstehen, zu erleiden aber letztlich auch zu gestalten.
Für mich liegt die Tiefe des Eingriffs noch auf einer anderen Ebene.
Bisher hänge ich durchaus noch einem Standpunkt an, der „die Integrität einer menschlichen Natur voraus(setzt), die Gesundheit aus eigener Lebensnskraft erzeugt.“ Dubiel in seinem Buch „Tief im Hirn“ (Verlag Antje Kunstmann, 2006, Seite 106/107) sieht hier fundamentalistisches bzw. romantisches Denken am Werk. In der Tat, der eigene Körper stellt seit langem „keine von technischer Intervention unbefleckte Natur“ mehr dar. Dennoch scheint es mir wichtig, den Unterschied festzuhalten, zwischen einer mehr oder weniger zeitweiligen medizinisch-technischen Einwirkung zur Erhaltung oder Rückgewinnung des persönlichen Wohlbefindens einerseits und einem Eingriff, der dem Ausfall zentraler Lebensfunktionen zuvorkommen soll andererseits.
Medizinische Hilfe in diesem zweiten Sinne wird zur Existenzbedingung der Person. Das wird nicht ignorieren, wer der Auffassung ist, daß nur gelebtes Leben einen Sinn hat.
Neu ist meine nunmehr existentielle Abhängigkeit von einem „Expertensystem“ mit den Gliedern Schwester, Arzt, Krankenhaus, Pharma-Industrie, Gesundheitspolitik.
Neu ist meine Begegnung mit Apparaturen und Verfahren, die in zentrale Lebensfunktionen eingreifen, ja sich zeitweilig an ihre Stelle setzen.
Neu ist meine dauerhafte Abhängigkeit von pharmazeutischen Erzeugnissen.
Eine Aufgabe neuer Art schließlich ist es, diese Situation zu erleben, zu verstehen, zu erleiden aber letztlich auch zu gestalten.
kranich05 - 2006/12/17 15:28