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Nun also Patient,

auf Dauer.
Vor sechs, sieben Jahren, ich wurde bald 60, wurde bei mir erstmals Bluthochdruck festgestellt, mehr oder weniger zufällig.
Bis dahin hatte ich unter so etwas nie zu leiden. Ich war überzeugt, einigermaßen gesund zu leben und stolz darauf, keinerlei Pillen zu benötigen. Das würde nach meiner Vorstellung bis ins hohe Alter so bleiben.
Was sollte mir schon passieren. Ich war immer Nichtraucher, trank Alkohol sehr maßvoll, hatte viel Bewegung an der Luft, fuhr fleißig Fahrrad. Das bißchen Übergewicht (86 kg bei 1,78 m Größe) war da wohl zu verschmerzen.
Doch der hohe Blutdruck war kein einmaliger Ausrutscher.
Vor vier Jahren machte ich, dem Doktor Schnitzer folgend (http://www.dr-schnitzer.de/), einen ernsthaften
Versuch, reduzierte mein Gewicht auf 78 kg, doch der Blutdruck blieb zu hoch...
Ungern, sehr widerstrebend mußte ich mich an den Gedanken gewöhnen, daß ich ohne Tabletten nicht unter die 160 mm - Marke gelangen würde.
Fortan hatte auch ich täglich meine blutdrucksenkenden Mittelchen abzuzählen, einzunehmen. Harnsteine, Prostata gesellten sich mit den Jahren dazu, wie es halt so ist, und so konsumiere ich seit zwei Jahren täglich meine drei Pillen.

Befinden, Leistungsfähigkeit waren gut, sind gut und auch der Blutdruck wurde einigermaßen akzeptabel. Mit den täglichen Tabletten hatte ich mich abgefunden, und mein Alter Gesundheitsdünkel begann sich wieder zu regen.
Daß die Ärzte immer wieder mal einen zu starken Herzmuskel feststellten, ein „Sportlerherz“ vermuteten, beunruhigte mich nicht.

Dann Wohnungswechsel, Ortswechsel, Arztwechsel.
Zum Einstand eine allseitig gründliche Untersuchung. Das Ergebnis wie erwartet: Gewicht zu hoch, Cholesterin zu hoch, Blutfett zu hoch, sonst nichts Auffälliges. Oder doch?
Die Schwester meinte: "Ach, jetzt ist die Aufzeichnung zu kurz geworden, wir machen das EKG gleich nochmal etwas länger."
„Da ist manchmal ein kleiner Zacken im EKG. Sicher ganz unbedeutend. Aber ich schicke sie zur Sicherheit mal zur Kardiologin.“, sagte meine neuer Hausarzt.
Das war im August 2006. Damals bequemte ich mich zu einer Diät, wie auch im Blog zu lesen war.
Auch die Kardiologin hatte zunächst nichts Aufregendes gefunden, verlangte aber ganz energisch von mir Gewichts- und Cholesterinsenkung durch konsequente Diät. Zur Sicherheit, meinte sie, machen wir demnächst mal ein Belastungs-EKG.
Natürlich, gerne, Fahrradfahren ist doch meine Freude, dachte ich. Aus der Prüfung gehst du souverän hervor.

Aber nicht Glückwünsche, kein o. B., waren das Ergebnis, sondern die Ärztin teilte mir mit, daß eine Herzkathederuntersuchung notwendig sei, am besten gleich mit Zustimmung zu einer Ballondilatation.
Holla, nun wird es ja doch ernster, war meine innere Reaktion. Zweifellos würde man feststellen, daß alles in Ordnung ist. Und so war ich in einem innersten Seelenwinkel sogar ein wenig gekränkt, daß man mir jugendlichen Helden diese Untersuchung zumutete. Die Torheit höret nimmer auf.
Andererseits, schaden konnte es ja nicht, Gewißheit zu haben. Und so war ich zu allem bereit.
Während der Untersuchung verfolgte ich interessiert auf dem Bildschirm, wie das Kontrastmittel seinen Weg in die Gefäße fand. Oder auch gestoppt wurde (???)

Daß das ja mich höchstselbst betraf und die Interpretation vielleicht nicht so günstig wäre, kam mir in diesem Moment nicht in den Sinn.
Zum Schluß sagte der schweigsam untersuchende Arzt nur einen Satz, dessen Wortlaut mir entfallen ist, nicht aber sein Inhalt: „Sie kommen um eine Operation nicht herum.“
Seitdem weiß ich also: Bypassoperation. Und ich spüre, daß sich damit Vieles ändert.

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