Das alte Lied, das alte Leid - Warum auch nach Emsdetten keine sinnvollen Ergebnisse der Debatte zu erwarten sind

Zu gesellschaftlichen Zusammenhängen der Tat des Bastian Bosse hatte ich hier bereits geschrieben:
http://opablog.twoday.net/stories/3002270/
Telepolis ist zu danken, das Thema - gegen den Mainstream - noch einmal aufgegriffen zu haben.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24101/1.html
Der Verfasser Sven Slotosch, der eine Magisterarbeit über politische und mediale Reaktionen auf Erfurt geschrieben hat, stellt fest, warum die gründliche Ursachenanalyse solcher Bluttaten vermieden wird. Sie würde ins Wertezentrum dieser Gesellschaft führen.
Niemand hat den politischen Willen zur Ignoranz entschiedener ausgedrückt als die Bundeskanzlerin. Hier im Wortlaut ihre schändlichen Sätze:
"Wir müssen nicht verstehen und nachvollziehen, warum ein 19-Jähriger 16 Menschen und anschließend sich selbst erschossen hat. Aber wir müssen Konsequenzen ziehen, um ein weiteres Erfurt wenn nicht unmöglich, so doch weniger wahrscheinlich zu machen."
"Wer das Unverständliche verstehbar und das Unerklärbare erklärbar machen möchte, der muss aufpassen, dass er sich nicht – zumindest unterschwellig – auf die Seite des Täters stellt und versucht, das Unentschuldbare mit irgendwelchen Umständen zu erklären."
Angela Merkel, Bundestagsdebatte vom 03. Juli 2002
Die umfangreiche Diskussion bei Telepolis zeigt erneut, daß viele Menschen nicht mehr bereit sind, sich mit Politikergeschwätz nach Herrschaftsstrategien abspeisen zu lassen.
Die bitteren Ereignisse um diese jungen Menschen bohren im Herzen.
kranich05 - 2006/12/03 00:14