WM - Weltfestspiele
Die Fußballweltmeisterschaft war populär. Die Leute begeisterten sich und gerieten aus dem Häuschen. Mindestens jeder Zehnte beflaggte Auto oder Fahrrad. Fröhliche, ja übermütige Frauen strahlten mit der Sonne um die Wette. Befürchtete Gewaltexzesse blieben aus.
So feiern Massen, und es ist ein Vergnügen, daran teilzuhaben.
Zwei Momente sind mir dennoch bewusst geblieben:
- Die Fröhlichkeit entfesselte sich unter dem Schirm einer allgegenwärtigen Polizeipräsenz. Der Kessel war immer unter scharfer Beobachtung, hätte sich Druck aufgebaut, die bewaffnete Macht war stets bereit.
- Eigentlich war es eine etwas ärmliche Idee, die die Massen ergriff: „Das Runde muß ins Eckige“, und das passierte nur selten in schönem Spiel. Die Begeisterung der Millionen war schön und dennoch weit entfernt von einem „Seid umschlungen, Millionen! – Diesen Kuss der ganzen Welt!“
Dem älteren Bürger der DDR kommt die Erinnerung an neun Tage im Juli/August 1973 in den Sinn – „X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin (Ost)“. Auch damals Wärme und endloser Sonnenschein, Hunderttausende aus aller Welt in Berlin zu Gast, Zehntausende Westberliner und Westdeutsche im freien Dialog auf den Straßen, unzählige Sportwettkämpfe, Dutzende Freilichtbühnen. Unvergesslich das Konzert von Miriam Makeba mit großer Band auf dem Alex, während ein heftiges Gewitter niederging und sich Künstler und Publikum gegenseitig in Ekstase trieben.
Und kein Polizist weit und breit. Und die Themen der Begegnungen waren so vielfältig und aufregend und solidarisch, so ernst, wie lebensfroh und liebesfroh, wie die Menschen selbst.
Wer dabei war, wird’s nicht vergessen.
So feiern Massen, und es ist ein Vergnügen, daran teilzuhaben.
Zwei Momente sind mir dennoch bewusst geblieben:
- Die Fröhlichkeit entfesselte sich unter dem Schirm einer allgegenwärtigen Polizeipräsenz. Der Kessel war immer unter scharfer Beobachtung, hätte sich Druck aufgebaut, die bewaffnete Macht war stets bereit.
- Eigentlich war es eine etwas ärmliche Idee, die die Massen ergriff: „Das Runde muß ins Eckige“, und das passierte nur selten in schönem Spiel. Die Begeisterung der Millionen war schön und dennoch weit entfernt von einem „Seid umschlungen, Millionen! – Diesen Kuss der ganzen Welt!“
Dem älteren Bürger der DDR kommt die Erinnerung an neun Tage im Juli/August 1973 in den Sinn – „X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin (Ost)“. Auch damals Wärme und endloser Sonnenschein, Hunderttausende aus aller Welt in Berlin zu Gast, Zehntausende Westberliner und Westdeutsche im freien Dialog auf den Straßen, unzählige Sportwettkämpfe, Dutzende Freilichtbühnen. Unvergesslich das Konzert von Miriam Makeba mit großer Band auf dem Alex, während ein heftiges Gewitter niederging und sich Künstler und Publikum gegenseitig in Ekstase trieben.
Und kein Polizist weit und breit. Und die Themen der Begegnungen waren so vielfältig und aufregend und solidarisch, so ernst, wie lebensfroh und liebesfroh, wie die Menschen selbst.
Wer dabei war, wird’s nicht vergessen.
kranich05 - 2006/07/17 21:38
Tja,
Das eine solche Veranstaltung wie die WM ohne Polizeipräsenz oder Ordnungskräfte stattfinden könnte, ist leider eine Illusion und als zeitgemässe Begleiterscheinung hinzunehmen. Es ist übrigens bei jedem Bundesligaspiel seit mindestens 25 Jahren so (ich habe lange in einem Bundesliga-Ort gewohnt und genau an einer Strasse, an der die Fans vom Bahnhof zum Stadion vorüberziehen mussten): Die Polizeipräsenz wurde irgendwann von den Anwohnern geradezu ersehnt - spätestens nachdem Personen schon mal in Geschäfte oder Kneipen randaliert, die Zeche geprellt und/oder Leute verprügelt hatten.
In den letzten DDR-Jahren gab es jedesmal an der Wuhlheide Randale, wenn FC. Union ("Eisern Union") spielte, einschließlich Einsatz von Polizeihunden, von denen auch mal einer abgestochen wurde.
Die Weltfestpiele waren eben was besonderes.
Übrigens erinnere ich mich, daß es im Vorfeld der Spiele und ein Jahr nach München 1972 Ängste vor Terroranschlägen gab. Diese lösten sich aber auf, als Arafat gewonnen wurde, auf einer Solidaritätsveranstaltung für die PLO aufzutreten.