Das Nibelungenlied

Hebbel sagt: “Das Nibelungenlied kommt mir jetzt, wo ich mich viel damit beschäftigen muß, wie ein taubstummes Gedicht vor, das nur durch Zeichen redet.“
Mich hat schon immer die kraftvolle Schönheit dieser Dichtung gefesselt (Heine meint kritisch, es sei wie aus Quadersteinen gefügt.). In dem düsteren Mythos von Treue und Schicksal glaubte ich eine Art poetischen Schlüssel zu finden, um den Urgrund dessen zu begreifen, was man „deutsche Misere“ nennt.
Jürgen Lodemann (Siegfried und Krimhild“, 2002), unternimmt den groß angelegten Versuch, den Deutschen einen neuen Siegfried zu schenken, gleichsam eine Lichtgestalt aus matriarchalem Urethos und antiker Aufklärung, zugleich Übermensch von elementarer Kraft und feinster Ausbildung. Das ist spannend geschrieben, und nur zu gern lasse ich mich von den schönen Möglichkeiten mitreißen.
Und unterliege damit schon wieder dem deutschen Kardinalfehler – der tatenlosen Schwärmerei?
Das Lesevergnügen hält an aber das Bedürfnis wächst, exakter zu erfahren, „wie Siegfried wirklich war“. Wenn mir ein idealer-ideologischer Superheld begegnet, werde ich skeptisch.
Wird am Ende die realistische Sicht auf eine große Figur in ihrem historischen Widerspruch stehen?
Das Bild übrigens findet sich hier:
'A Comparison of the Use of Leitmotifs in Richard Wagner's "Der Ring des Nibelungen" and John Williams' "Star Wars"'
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://165.29.91.7/cultfair/99-00/MartinJ/SiegDarth.jpg&imgrefurl=http://165.29.91.7/cultfair/99-00/MartinJ/home.htm&h=353&w=623&sz=57&hl=de&start=59&tbnid=qPzicvZkfHXDnM:&tbnh=75&tbnw=134&prev=/images%3Fq%3Dnibelungen%26start%3D40%26ndsp%3D20%26svnum%3D10%26hl%3Dde%26lr%3D%26sa%3DN
kranich05 - 2006/07/08 09:18
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