Löwenzahnsalat
Ich hab’ gezögert, über diese Gaumenfreude zu berichten. Allzu gewöhnlich, allzu alltäglich ist dieser Genuß; zumal seit Kulturlöwenzahn Dank türkischer Gemüsehändler eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Daß der Mensch Löwenzahn essen kann, lernte ich vor neunundzwanzig Jahren kennen. (Das weiß ich genau, weil es mit einer meiner wichtigsten Lebensabschnittsbeziehungen verbunden war.) Damals wussten das (in der DDR) nur zwei Menschengruppen: Alte Gartenfreunde und Bohemiens. Mit Löwenzahn habe ich entdeckt, wie delikat die Geschmacksqualität „bitter“ sein kann.
Die Zubereitung ist einfachst, das Übliche. Zur Zeit liebe ich ihn mit Zitrone und ein wenig Knoblauch. Beim Sammeln achte ich darauf, nicht einzelne Blätter zu zupfen, sondern den oberen Teil der Wurzel mit abzuschneiden. Das erleichtert das Putzen. Ich sammel immer ein paar zarte Brennesselblätter dazu. Fein geschnitten zum Salat, und du kannst auf den Pfeffer verzichten.
Den Grad der Bitterstoffe kann man übrigens regulieren, je nachdem ob man die Blätter mit kaltem oder warmem Wasser wäscht.
Natürlich ist L. soooo gesund.
Guten Appetit!
kranich05 - 2006/04/28 13:42