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Besuch aus Chile

Seit längerer Zeit sind es Signale aus Lateinamerika, die anregen, über den Emanzipationskampf der Menschheit neu nach zu denken.
Tomas HirschJetzt gab es, anläßlich seines Besuches in Deutschland, ein Interview mit Tomas Hirsch, Präsidentschaftskandidat der Humanistischen Partei in Chile.

Sein Linksbündnis aus Grünen, Humanisten und Kommunisten hatte 5,4% der Stimmen erreicht. http://www.jungewelt.de/2006/04-22/081.php

Er sagt, der Neoliberalismus funktioniere „in den Köpfen der Menschen.“ Sie suchen die Schuld bei sich selbst und sprechen den Staat frei.
Gibt es nicht bei uns eine vergleichbare Individualisierung? Massen von Menschen sind vom Sozialabbau betroffen aber die Allermeisten setzen sich nur persönlich damit auseinander. Nur Wenige organisieren den gemeinsamen Widerstand.

Hirsch schlussfolgert, dass ein „neuer politischer Stil“ entwickelt werden muss, ein Stil, der „die Menschen ins Zentrum der politischen Arbeit stellt“. Dem diene eine konkrete Politik der „aktiven Gewaltlosigkeit“ im Gegensatz zum eher defensiven klassischen Pazifismus.
Die Bewegungen sollen von unten nach oben aufgebaut werden, wobei man sich bemühe, die verschiedenen linken Gruppen zusammen zu führen. Ohne politisch beliebig zu werden, streben sie danach, ihre Unterschiede als Chance zu begreifen. Dadurch, dass die verschiedenen, bisher getrennten Bewegungen zusammenwirken, würden sich die Menschen verändern.
Eine positive Rolle hätten hierbei die weltweiten Sozialforen gespielt. „Sie haben bewiesen, dass die alte Theorie, politische Kraft in einer Partei, oft einer kommunistischen Partei, zu bündeln, nicht ausreicht.“ Es gelte aber auch: „Sozialforen dürfen nicht zu Antiveranstaltungen werden, die dem Selbstzweck dienen.“
Abschließend verweist Hirsch auf die höchst interessanten Schritte Venezuelas zur Entwicklung einer „partizipativen Demokratie“, durch die die politische Verantwortung bei den Menschen verankert werde.

Ich verspüre ein frisches, unroutiniertes Herangehen.
Ob es uns nicht helfen kann, unsere eigenen „festgezurrten“ Verhältnisse zu „dynamisieren“?

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