französisch buchstabieren I
Voller Sympathie haben Viele die Massenkämpfe in Frankreich verfolgt. Deutsche Linke sind begeistert, und bekümmert schauen sie auf die Friedhofsruhe in Deutschland.
Mitte des 19. Jahrhunderts erlebten Marx und Engels eine ähnliche Situation. In seiner Praxis habe Deutschland nur die Konterrevolutionen, nicht aber die Revolutionen seiner Nachbarn geteilt, stellten sie fest. Anders aber in der Theorie. Mit Kant, Hegel, Feuerbach seien die Deutschen geistig durchaus auf der Höhe der Zeit.
Marx und Engels waren nicht die Typen, es dabei zu belassen. Die deutsche Philosophie auf den Erdboden geholt oder, anders gesagt, dem Schlesischen Weber das Kommunistische Manifest in Kopf und Herz gepflanzt, und die Deutschen hätten die Chance, einen ehrenvollen Platz im Emanzipationskampf einzunehmen.
Wenn wir schon keine radikalen Demokraten aus Temperament sind (Wurde uns das nach den Bauernkriegen ausgetrieben? Oder erst im Dreißigjährigen Krieg?), sollten wir fürs erste streben, radikale Demokraten aus Einsicht zu werden. Schon damit tun wir uns schwer genug.
Immer und immer wieder diese schier irrationale Bereitschaft, zu glauben, schöne Worte für bare Münze zu nehmen, „Hoffnungsträger“ zu küren. Selbst kritische Gemüter üben sich in Denkbescheidung. Oder wie soll man es nennen, wenn nach allem was SPD-Führer uns angetan haben (Schröder, Struck, Münte) die Hoffnungen einmal mehr auf SPD-Führern (Platzeck nicht mehr, Beck, Struck, Münte) ruhen? Z. B. hier http://meonly.de/weblog/index.php?id=68 oder hier: http://www.spreeblick.com/2006/04/10/alles-wird-anders/
Wirklich Anregung finde ich in einem Artikel, den Winfried Wolf anlässlich der Ostermärsche 2006 geschrieben hat. Er betrachtet „Drei apokalyptische Reiter“ – die Rüstungsindustrie, die Exportwirtschaft und die Ölbasis des gegenwärtigen Kapitalismus. http://www.jungewelt.de/2006/04-12/001.php?sstr=apokalyptische
Dabei gelingt ihm, bei Verzicht auf oberflächliche Polemik, eine Zusammenschau von unbestreitbaren empirischen Fakten und plausiblen theoretischen Einsichten, die unser verrücktes und erschreckendes Zeitalter erhellt.
Wurzeln werden aufgedeckt.
Radikalität.
Dazu auch
http://girl.twoday.net/stories/1812442/
http://genossetabu.twoday.net/stories/1819961/
Mitte des 19. Jahrhunderts erlebten Marx und Engels eine ähnliche Situation. In seiner Praxis habe Deutschland nur die Konterrevolutionen, nicht aber die Revolutionen seiner Nachbarn geteilt, stellten sie fest. Anders aber in der Theorie. Mit Kant, Hegel, Feuerbach seien die Deutschen geistig durchaus auf der Höhe der Zeit.
Marx und Engels waren nicht die Typen, es dabei zu belassen. Die deutsche Philosophie auf den Erdboden geholt oder, anders gesagt, dem Schlesischen Weber das Kommunistische Manifest in Kopf und Herz gepflanzt, und die Deutschen hätten die Chance, einen ehrenvollen Platz im Emanzipationskampf einzunehmen.
Wenn wir schon keine radikalen Demokraten aus Temperament sind (Wurde uns das nach den Bauernkriegen ausgetrieben? Oder erst im Dreißigjährigen Krieg?), sollten wir fürs erste streben, radikale Demokraten aus Einsicht zu werden. Schon damit tun wir uns schwer genug.
Immer und immer wieder diese schier irrationale Bereitschaft, zu glauben, schöne Worte für bare Münze zu nehmen, „Hoffnungsträger“ zu küren. Selbst kritische Gemüter üben sich in Denkbescheidung. Oder wie soll man es nennen, wenn nach allem was SPD-Führer uns angetan haben (Schröder, Struck, Münte) die Hoffnungen einmal mehr auf SPD-Führern (Platzeck nicht mehr, Beck, Struck, Münte) ruhen? Z. B. hier http://meonly.de/weblog/index.php?id=68 oder hier: http://www.spreeblick.com/2006/04/10/alles-wird-anders/
Wirklich Anregung finde ich in einem Artikel, den Winfried Wolf anlässlich der Ostermärsche 2006 geschrieben hat. Er betrachtet „Drei apokalyptische Reiter“ – die Rüstungsindustrie, die Exportwirtschaft und die Ölbasis des gegenwärtigen Kapitalismus. http://www.jungewelt.de/2006/04-12/001.php?sstr=apokalyptische
Dabei gelingt ihm, bei Verzicht auf oberflächliche Polemik, eine Zusammenschau von unbestreitbaren empirischen Fakten und plausiblen theoretischen Einsichten, die unser verrücktes und erschreckendes Zeitalter erhellt.
Wurzeln werden aufgedeckt.
Radikalität.
Dazu auch
http://girl.twoday.net/stories/1812442/
http://genossetabu.twoday.net/stories/1819961/
kranich05 - 2006/04/14 23:08
Da kann _man_ nur hoffen...
Ich befürchte allerdings, die Kapitalisten werden ihren harten Kurs weiter verfolgen - koste es, was es wolle. Und am Ende wird es ein Meer von Blut kosten, wie schon so viele Male zuvor. In meinen Augen sind sie (und alle politisch Verantwortlichen, die ihnen helfen, sichan uns zu bereichern) von der Gier verblendete Idioten, denn indem sie die Völker auspressen, ohne was zurückzugeben, machen sie sich über kurz oder lang selbst zu Verlierern. Die Konsumenten, die sie für ihre Rekorddividenden brauchen, das sind nämlich wir. Und wenn wir nichts mehr haben, ist auch für sie nichts mehr zu holen. Eigentlich eine einfache Rechnung, oder? So einfach, dass die meisten von ihnen das längst selbst erkannt haben müssten. Sie steuern also, genau wie wir, mit offenen Augen in ihr Verderben ...vermutlich in der Hoffnung, dass das Ende der Kapitalspirale erst nach ihrer Zeit kommen möge.
Manchmal habe ich eine vage Ahnung, wie sich Kassandra gefühlt haben muss...
Hallo Iris/Kassandra
Zwar glaube ich schon, daß immer mehr Menschen Widerstand gegen die Degradierung und schrankenlose Ausbeutung leisten werden. Und ich erwarte auch, daß sie dazu eine Menge Macht haben bzw. gewinnen werden. Sei es, weil sie am Ölhahn sitzen, sei es, weil sie ihre Potentiale enorm schnell entwickeln und bündeln, wie z. B. China.
Nur wir, d.h. unsere Profitgeier und alle, die von ihnen abhängig sind, werde nichts begreifen. Wie könnte eine siegreiche Klasse, eine Klasse, die ihren realsozialistischen Todfeind zerschmettert hat und die buchstäblich Jahr für Jahr neue Gipfel des Profits stürmt, wie könnte eine solche Klasse irgend etwas lernen?
Sie werden ungebremst weiter hetzen. Auf Widerstand wird mit wachsendem, immer alltäglicherem Terror geantwortet werden. Der Preis am Ende ist die Entmenschung der Lebenden und, wie Du schreibst, ein Meer von Blut.
Ich sehe das alles ohne Hoffnung. Das heißt auch ohne Illusionen. Und ich spüre nur die eine Verpflichtung:
Zu Äußern, was ich erlebt habe und was ich denke und somit Anderen etwas zu geben, worin sie vielleicht etwas finden, was ihnen nützt.