Rütlischule - "Die soziale Herkunft ist das Problem."
Ich fand schon den Schritt der Lehrer in die Öffentlichkeit einen mutigen Schritt.
Das pädagogische Problem wurde auf die Ebene gehoben, auf die es gehört - die politische.
Jetzt schildert Brigitte Pick, 33 Jahre an der Rütli-Schule, erst als Lehrerin, dann als Schulleiterin, seit neun Monaten krank geschrieben, ihre Sicht der Dinge:
„Ich habe meine ganze Kraft investiert, um solche Verhältnisse zu verhindern, nur liegt das eigentliche Problem weder in der arabischen, türkischen oder serbischen, sondern in der sozialen Herkunft der Schüler und ihren mangelnden Perspektiven. So hat im letzten Schuljahr kein Schüler einen Ausbildungsplatz erhalten. Auf der anderen Seite versagt die Lehrerbildung, die die künftigen Lehrer nicht auf die soziale Wirklichkeit vorbereitet. Der Lehrer muss heute auch sozialpädagogische Aufgaben übernehmen.
Davon fühlen sich viele Lehrer/innen überfordert und die Zustände eskalieren. Der Gettoisierung der Schulen hat man jahrzehntelang tatenlos zugesehen. So wohnen in der Umgebung der Schule, dem Reuterkiez, viele Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund, in den letzten zehn Jahren hat sich jedoch der Anteil der Schüler „nichtdeutscher Herkunftssprache“ verdoppelt und ist an jeder Grund-, Haupt,- Realschule und Gymnasium in Nord-Neukölln von 40 Prozent auf 80 Prozent gestiegen. Dort hätte politisch gegengesteuert werden müssen, und das ist nicht geschehen. Die Hauptschule wird nur von marginalisierten Gruppen gewählt – ohne jede Perspektive – und von abgewiesenen Schülern anderer Schulzweige. Sperren Sie sozial Deklassierte in ein Wohnhaus und Sie werden sehen, was passiert. Hier leistet sich eine Gesellschaft noch immer ein Schulsystem aus dem Kaiserreich und scheint einer anderen Einsicht nicht zugänglich.“
Quelle: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/03.04.2006/2445857.asp
via: http://genossetabu.twoday.net/stories/1785765/
Hervorhebungen von mir.
Das pädagogische Problem wurde auf die Ebene gehoben, auf die es gehört - die politische.
Jetzt schildert Brigitte Pick, 33 Jahre an der Rütli-Schule, erst als Lehrerin, dann als Schulleiterin, seit neun Monaten krank geschrieben, ihre Sicht der Dinge:
„Ich habe meine ganze Kraft investiert, um solche Verhältnisse zu verhindern, nur liegt das eigentliche Problem weder in der arabischen, türkischen oder serbischen, sondern in der sozialen Herkunft der Schüler und ihren mangelnden Perspektiven. So hat im letzten Schuljahr kein Schüler einen Ausbildungsplatz erhalten. Auf der anderen Seite versagt die Lehrerbildung, die die künftigen Lehrer nicht auf die soziale Wirklichkeit vorbereitet. Der Lehrer muss heute auch sozialpädagogische Aufgaben übernehmen.
Davon fühlen sich viele Lehrer/innen überfordert und die Zustände eskalieren. Der Gettoisierung der Schulen hat man jahrzehntelang tatenlos zugesehen. So wohnen in der Umgebung der Schule, dem Reuterkiez, viele Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund, in den letzten zehn Jahren hat sich jedoch der Anteil der Schüler „nichtdeutscher Herkunftssprache“ verdoppelt und ist an jeder Grund-, Haupt,- Realschule und Gymnasium in Nord-Neukölln von 40 Prozent auf 80 Prozent gestiegen. Dort hätte politisch gegengesteuert werden müssen, und das ist nicht geschehen. Die Hauptschule wird nur von marginalisierten Gruppen gewählt – ohne jede Perspektive – und von abgewiesenen Schülern anderer Schulzweige. Sperren Sie sozial Deklassierte in ein Wohnhaus und Sie werden sehen, was passiert. Hier leistet sich eine Gesellschaft noch immer ein Schulsystem aus dem Kaiserreich und scheint einer anderen Einsicht nicht zugänglich.“
Quelle: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/03.04.2006/2445857.asp
via: http://genossetabu.twoday.net/stories/1785765/
Hervorhebungen von mir.
kranich05 - 2006/04/04 19:38