Mauern
Für unsereins, 40 Jahre in der DDR gelebt, gab es eigentlich nur DIE MAUER.
Ich habe sie nicht geliebt aber für zweckmäßig und notwendig gehalten. In ihrem Schutz würde es nicht den unendlichen Aderlaß der offenen Grenze zu Westberlin geben. Unser angefeindeter Sozialismus würde sich umso schneller und überzeugender entwickeln. Aber 1989 erwies sich, dass unser Volk ohne Mauer den Realsozialismus gar nicht schnell genug wegwerfen konnte.
Die unauslöschliche Schande der Mauer sagen die Einen. Ihre völlige Nutzlosigkeit , ja Schädlichkeit ,sage ich heute.
Umso verwunderlicher, dass da wieder ein Staat eine Mauer baut. Diesmal ist es ein westlicher, Israel, und keins der Mainstream-Medien, von einem freiheitlichen Politiker ganz zu schweigen, ruft zum Kampf gegen diese Mauer auf.
Wann ist eine Mauer eine Schande, wann nicht? Einmal ist sie ein Verbrechen, dann wieder nicht?
Das Bändchen Nr. 1184 meiner geliebten Insel-Bücherei trägt den Titel: „Hinter Mauern ein Paradies. Der mittelalterliche Garten“. Genau dieses Bild des Gartens benutzten Staatsmänner des Realsozialismus, wenn sie davon sprachen, dass die imperialistischen Schweine nicht ihre Rüssel in unseren sozialistischen Garten stecken sollten.
In der Tat: Kein Garten ohne Abgrenzung!
„Der erste Urgarten ist ein Triumph der Ordnung, ein Paradies im Quadrat, ersonnen in der ebenen Wüstenlandschaft Persiens. Eine Außenmauer schirmt ihn ab von der unordentlichen Welt.“ (Charles W. Moore, „Die Poetik der Gärten“, Basel 1991, S. 25)
Die Mauer, der legitime Schutz eines Kulturgutes gegen den Ansturm der Wildnis, Schutzwall gegen eine feindliche, barbarische Welt. Die Mauer möge standhalten gegen die Sandstürme und Kreaturen der Wüste und auch gegen die Wildschweine unserer Wälder.
Und die Mauer, die Menschen abhalten soll? Sie sagt nichts Anderes: Ich schütze eine hohe Kultur, und ihr Anderen seit Feinde, Barbaren, seit Ungeziefer und Schlimmeres. Ihr sollt verdorren vor meinem teuren Paradies.
Ich habe sie nicht geliebt aber für zweckmäßig und notwendig gehalten. In ihrem Schutz würde es nicht den unendlichen Aderlaß der offenen Grenze zu Westberlin geben. Unser angefeindeter Sozialismus würde sich umso schneller und überzeugender entwickeln. Aber 1989 erwies sich, dass unser Volk ohne Mauer den Realsozialismus gar nicht schnell genug wegwerfen konnte.
Die unauslöschliche Schande der Mauer sagen die Einen. Ihre völlige Nutzlosigkeit , ja Schädlichkeit ,sage ich heute.
Umso verwunderlicher, dass da wieder ein Staat eine Mauer baut. Diesmal ist es ein westlicher, Israel, und keins der Mainstream-Medien, von einem freiheitlichen Politiker ganz zu schweigen, ruft zum Kampf gegen diese Mauer auf.
Wann ist eine Mauer eine Schande, wann nicht? Einmal ist sie ein Verbrechen, dann wieder nicht?
Das Bändchen Nr. 1184 meiner geliebten Insel-Bücherei trägt den Titel: „Hinter Mauern ein Paradies. Der mittelalterliche Garten“. Genau dieses Bild des Gartens benutzten Staatsmänner des Realsozialismus, wenn sie davon sprachen, dass die imperialistischen Schweine nicht ihre Rüssel in unseren sozialistischen Garten stecken sollten.
In der Tat: Kein Garten ohne Abgrenzung!
„Der erste Urgarten ist ein Triumph der Ordnung, ein Paradies im Quadrat, ersonnen in der ebenen Wüstenlandschaft Persiens. Eine Außenmauer schirmt ihn ab von der unordentlichen Welt.“ (Charles W. Moore, „Die Poetik der Gärten“, Basel 1991, S. 25)
Die Mauer, der legitime Schutz eines Kulturgutes gegen den Ansturm der Wildnis, Schutzwall gegen eine feindliche, barbarische Welt. Die Mauer möge standhalten gegen die Sandstürme und Kreaturen der Wüste und auch gegen die Wildschweine unserer Wälder.
Und die Mauer, die Menschen abhalten soll? Sie sagt nichts Anderes: Ich schütze eine hohe Kultur, und ihr Anderen seit Feinde, Barbaren, seit Ungeziefer und Schlimmeres. Ihr sollt verdorren vor meinem teuren Paradies.
kranich05 - 2006/03/31 23:54