Terror denken
Heute kann ich mir (und meinen Leserinnen und Lesern) einige gewundene, vielleicht auch umständliche, Gedankengänge nicht ersparen.
Kürzlich beschäftigte sich ein Beitrag bei Telepolis http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22246/1.html (von Rudolf Stumberger)
mit einem „Edit-War“ und zwar am Beispiel des Kampfes, der bei Wikipedia um den Begriff „Initiative Neues Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) stattfindet. Vergl.: http://de.wikipedia.org/wiki/INSM
Bekanntlich können in der freien Enzyklopädie „Wikipedia“ von jedem Teilnehmer Beiträge/Artikel erstellt oder verändert werden. Um den Begriff „INSM“ gibt es einen seit Dezember 2004 anhaltenden Definitionskampf, der zeitweilig zu einer völlig unkritischen Inhaltsbestimmung der INSM, Institution des Klassenkampfs von oben, geführt hat. Und zwar nicht als Resultat einer gründlichen Sachauseinandersetzung, sondern, wie es einer der Autoren formulierte:
„Um einen Artikel in eine bestimmte Richtung zu drängen, braucht man nur ‚Sitzfleisch', lies Hartnäckigkeit. Gute Argumente braucht man gar nicht. In wikipedia zählt Stärke, nicht Argument.“
([Benutzer:Anorak]] 12:51, 8. Mär 2006 (CET)im Diskussionsforum des Stichwortes "Neoliberalismus“
Lüftet sich hier ein Zipfel vom Schleier der uns quälenden Manipulation? Einer Manipulation unserer Köpfe, die bereits einsetzt, WEIT BEVOR wir uns einem umstrittenen Thema zuwenden, die also bereits bei unseren „Anfangsbegriffen“ ansetzt, auf der Ebene ihrer „neutralen“, „sachlichen“, „wertfreien“, „unbestrittenen“ Geltung?
Ein kritisches Hinterfragen der herrschenden politischen und ideologischen Strategien frühestmöglich schärfstens zurückzuweisen, d.h. zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht einmal die Fragestellungen und Ausgangsbegriffe einer solchen Kritik erarbeitet und gesichert sind – das ist eine Taktik, für die jede Diskussion eines progressiven Beitrags bei Telepolis Beispiele liefert. Erschreckende Beispiele aggressivster (aber nicht blinder, sondern kalkulierter!) Diffamierung bereits ZU BEGINN der Auseinandersetzung sind hier zu Studieren http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22122/1.html
Prof. Meggle hatte einen analytischen Beitrag mit dem Thema geschrieben: „Was ist Terrorismus?“
Die ersten „Kommentare“ lauteten:
„Kurzkommentar: Ein miserables Machwerk eines intellektuell Unredlichen /kT“
„*Schimpf* *Stampf* *Zitter* *Keuch* WTes. Weiterer Text erübrigt sich“
„"Meggle", ist das nicht eine Portionsbuttermarke? (kT“
Dieselbe „moderne“ Taktik des „Widerstand-lange-vor-seiner-Formierung-Abtötens“ benutzte die derzeitige Bundeskanzlerin als sie sich auf der Münchner Wehrkundetagung zu einem Krieg gegen den Iran bekannte. Diese weitgehende Positionierung geschah so frühzeitig, schien so wenig herangereift (manche glauben unklug frühzeitig, http://www.freitag.de/2006/10/06100101.php), dass man sie zwar zur Kenntnis nahm, dass sich aber kein massenhafter Protest dagegen zu entzünden vermochte. Seitdem verbreitet sich diese, die Kriegsgefahr steigernde Position, ungehemmt in den Tiefen der Gesellschaft. Und wenn es bald gilt, den Worten Taten folgen zu lassen, werden die politischen Führungsfiguren darauf verweisen, dass ihre Kriegspolitik in der Breite der deutschen Gesellschaft toleriert wird.
Beispiel etwas anderer Art bieten in letzter Zeit die diversen „Du bist….“-Kampagnen („Wir sind Papst“, „Du bist Deutschland“, Wir sind (fast) Weltmeister“.). Mit brachialer Mediengewalt wird der nichts ahnende Mensch in fundamentalistische Zusammenhänge gepresst.
Es werden ihm nicht nur die Begriffe geraubt, sein Elend zu reflektieren, es soll ihm sogar ein GEFÜHL DER FREIWILLIGEN IDENTIFIKATION MIT SEINER EIGENEN OPFERROLLE eingepflanzt werden.
Noch können uns weder die Strategen noch die Hetzer zwingen, ihnen das Feld zu überlassen. Aber sie verfügen über schier unerschöpfliche Ressourcen, und sie kennen keine Skrupel.
Auch in der oben erwähnten Diskussion fanden sich sachlich wägende Stimmen.
Auf eine dieser Stimmen möchte ich besonders verweisen, hier am Ende meiner Überlegungen, die durch die Gefahren des geistigen Terrors ausgelöst wurden, der uns täglich umgibt.
„"Terrorismus", die Rechtfertigung für den totalen Krieg“, zu finden hier:
http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=10055290&forum_id=94742
Kürzlich beschäftigte sich ein Beitrag bei Telepolis http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22246/1.html (von Rudolf Stumberger)
mit einem „Edit-War“ und zwar am Beispiel des Kampfes, der bei Wikipedia um den Begriff „Initiative Neues Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) stattfindet. Vergl.: http://de.wikipedia.org/wiki/INSM
Bekanntlich können in der freien Enzyklopädie „Wikipedia“ von jedem Teilnehmer Beiträge/Artikel erstellt oder verändert werden. Um den Begriff „INSM“ gibt es einen seit Dezember 2004 anhaltenden Definitionskampf, der zeitweilig zu einer völlig unkritischen Inhaltsbestimmung der INSM, Institution des Klassenkampfs von oben, geführt hat. Und zwar nicht als Resultat einer gründlichen Sachauseinandersetzung, sondern, wie es einer der Autoren formulierte:
„Um einen Artikel in eine bestimmte Richtung zu drängen, braucht man nur ‚Sitzfleisch', lies Hartnäckigkeit. Gute Argumente braucht man gar nicht. In wikipedia zählt Stärke, nicht Argument.“
([Benutzer:Anorak]] 12:51, 8. Mär 2006 (CET)im Diskussionsforum des Stichwortes "Neoliberalismus“
Lüftet sich hier ein Zipfel vom Schleier der uns quälenden Manipulation? Einer Manipulation unserer Köpfe, die bereits einsetzt, WEIT BEVOR wir uns einem umstrittenen Thema zuwenden, die also bereits bei unseren „Anfangsbegriffen“ ansetzt, auf der Ebene ihrer „neutralen“, „sachlichen“, „wertfreien“, „unbestrittenen“ Geltung?
Ein kritisches Hinterfragen der herrschenden politischen und ideologischen Strategien frühestmöglich schärfstens zurückzuweisen, d.h. zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht einmal die Fragestellungen und Ausgangsbegriffe einer solchen Kritik erarbeitet und gesichert sind – das ist eine Taktik, für die jede Diskussion eines progressiven Beitrags bei Telepolis Beispiele liefert. Erschreckende Beispiele aggressivster (aber nicht blinder, sondern kalkulierter!) Diffamierung bereits ZU BEGINN der Auseinandersetzung sind hier zu Studieren http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22122/1.html
Prof. Meggle hatte einen analytischen Beitrag mit dem Thema geschrieben: „Was ist Terrorismus?“
Die ersten „Kommentare“ lauteten:
„Kurzkommentar: Ein miserables Machwerk eines intellektuell Unredlichen /kT“
„*Schimpf* *Stampf* *Zitter* *Keuch* WTes. Weiterer Text erübrigt sich“
„"Meggle", ist das nicht eine Portionsbuttermarke? (kT“
Dieselbe „moderne“ Taktik des „Widerstand-lange-vor-seiner-Formierung-Abtötens“ benutzte die derzeitige Bundeskanzlerin als sie sich auf der Münchner Wehrkundetagung zu einem Krieg gegen den Iran bekannte. Diese weitgehende Positionierung geschah so frühzeitig, schien so wenig herangereift (manche glauben unklug frühzeitig, http://www.freitag.de/2006/10/06100101.php), dass man sie zwar zur Kenntnis nahm, dass sich aber kein massenhafter Protest dagegen zu entzünden vermochte. Seitdem verbreitet sich diese, die Kriegsgefahr steigernde Position, ungehemmt in den Tiefen der Gesellschaft. Und wenn es bald gilt, den Worten Taten folgen zu lassen, werden die politischen Führungsfiguren darauf verweisen, dass ihre Kriegspolitik in der Breite der deutschen Gesellschaft toleriert wird.
Beispiel etwas anderer Art bieten in letzter Zeit die diversen „Du bist….“-Kampagnen („Wir sind Papst“, „Du bist Deutschland“, Wir sind (fast) Weltmeister“.). Mit brachialer Mediengewalt wird der nichts ahnende Mensch in fundamentalistische Zusammenhänge gepresst.
Es werden ihm nicht nur die Begriffe geraubt, sein Elend zu reflektieren, es soll ihm sogar ein GEFÜHL DER FREIWILLIGEN IDENTIFIKATION MIT SEINER EIGENEN OPFERROLLE eingepflanzt werden.
Noch können uns weder die Strategen noch die Hetzer zwingen, ihnen das Feld zu überlassen. Aber sie verfügen über schier unerschöpfliche Ressourcen, und sie kennen keine Skrupel.
Auch in der oben erwähnten Diskussion fanden sich sachlich wägende Stimmen.
Auf eine dieser Stimmen möchte ich besonders verweisen, hier am Ende meiner Überlegungen, die durch die Gefahren des geistigen Terrors ausgelöst wurden, der uns täglich umgibt.
„"Terrorismus", die Rechtfertigung für den totalen Krieg“, zu finden hier:
http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=10055290&forum_id=94742
kranich05 - 2006/03/17 01:31
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