Sommer vorm Balkon

Ein Film von Andreas Dresen und Wolfgang Kohlhaase, dem Drehbuchautor bedeutender Konrad Wolf-Filme.
Unmittelbar nach dem Film dachte ich, dass ich darüber nichts zu schreiben hätte. Seine Stärken – Lebensnähe, Menschenfreundlichkeit - sind offensichtlich. Überhaupt die ganze Erzählung liegt so offen zu Tage. Kein dramatisches, kein verwickeltes Schicksal, dass mich zu einer spontanen oder auch nachdenklichen Äußerung treiben würde; dachte ich.
„Wenige Tage, Wochen sind vergangen, und ich merke, wie mir die beiden Frauen und der Mann und die Aura ihres Lebens nicht aus dem Sinn gehen.
Ein Film, der kein bisschen auftrumpft aber der in leiser Beständigkeit da ist. „Du musst mich nicht lieben.“, sagt der Film, „Ich sage nur, wie es ist. Es ist traurig.“
Der Film hält keine Rezepte bereit. Er klagt nicht an. Er teilt weder Schläge aus, noch Streicheleinheiten.
Er „heftet die Augen“.
Käme ein Brecht und würde ihnen sagen: „Menschen, so habt doch endlich mit Euch selbst Erbarmen.“
Sie wären ratlos wie nie.
Gern würden sie zustimmen.
Aber sie entgegnen: „Ja, wie denn? Was denn? Wir verstehen es nicht.“
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase
Schauspieler: Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt
Deutschland 2006
kranich05 - 2006/03/15 23:50