Mutter Courage
„Mutter Courage und ihre Kinder“ – ein Film der DEFA von Palitzsch und Wekwerth. Noch heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach Bertolt Brechts klassischer Inszenierung am Berliner Ensemble, bewegt mich dieser Film. Welch ein Genuß ist das Spiel der großen Helene Weigel, neben ihr Ernst Busch, Angelika Hurwicz, Wolf Kaiser, Ekkehard Schall. Beeindruckend das strenge und doch sinnliche Bühnenbild. Frisch, wie am ersten Tag, die Musik Paul Dessaus, fern jeder Gefühligkeit.
Schmerzlich wie noch nie wird mir der Widerspruch bewusst, Courage lebt vom Krieg und ist doch eine Mütterliche.
Am eigene Leib, an Kindern und Mann, erfährt sie, dass alle Strategien der kleinen Leute, am Krieg zu profitieren oder sich doch wenigstens mit ihm gut zu stellen, erfolglos sind.
Doch etwas Anderes Versuchen, das geht über ihren Horizont.
Als es kurzzeitig den Anschein hat, es werde Frieden geben, sieht sich Mutter Courage vor dem Ruin. Ihr Kapital wäre entwertet, die Balance ihrer kriegswirtschaftlichen Beziehungen nachhaltig gestört. Doch gottlob, auf den Krieg ist Verlaß und auf Mutter Courage, die den Pakt mit ihm hält, auch wenn er ihr alles, alles nimmt. „Schicksalhaft“, „nach Nibelungenart dem Verderben treu“ – das sind Assoziationen, die Brecht sicher abgelehnt hätte.
Heute stehen wir, wie die Strategen der Macht es definiert haben, am Beginn des vierten Weltkriegs. Er soll Jahrzehnte dauern. Und auch für Deutschland gilt die „militärische Option“. http://www.jungewelt.de/2006/02-08/007.php?sstr=
Und Du bist Deutschland!
kranich05 - 2006/02/10 10:41