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Atomarer Wahnsinn

Die neuen Kriege, die in unseren Tagen gezeugt werden (allesamt unter der Hauptüberschrift des „Kampfes gegen den Terrorismus“), werden mit hoher Wahrscheinlichkeit den Einsatz von Atomwaffen bringen. Diesmal nicht als einzigartige verbrecherische Tat, die nur im Schatten der einzigartigen Verbrechen des deutschen Faschismus verübt werden konnte, sondern als Element eines weithin akzeptierten Kriegsalltags in moderner Zeit.
So wie Guantanamo in völker- und kriegsrechtlicher Sicht den (weithin widerstandslos akzeptierten) Rückfall unserer Gesellschaften in ein vorkulturelles Stadium signalisiert, so beweist das, was ich als „komplexe politisch/ideologisch/massenmediale Arbeit für den Atomwaffeneinsatz“ umschreiben möchte, dass der atomare Countdown in unserer Mitte angekommen ist. Dabei nimmt der Diskurs faschistoide Züge an (man erinnere sich mancher Wortmeldungen des Rupert Scholz http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,343266,00.html), ohne dass ein waches Alltagsbewusstsein massiven Widerstand leistet.

Widerstand ist FAST unmöglich. Aber er IST möglich.
Er beginnt mit der Behauptung allumfassender humanistischer Werte und er erfordert es, die wirklichen Interessen der weltbeherrschenden Mächte aufzudecken.

Der atomare Wahn erscheint in vielen Formen. Er hat aber nur eine Quelle: Die Politik der atomaren Großmächte.
FBB (Gast) - 2006/02/01 18:28

Der Link funktioniert bei mir nicht...


kranich05 - 2006/02/01 19:09

im Spiegel-Archiv, kostenpflichtig

Den genannten Beitrag gefunden habe ich über Google: Rupert Scholz Atom

Dort heißt es:

23. Februar 2005


CDU

Rupert Scholz gibt ultra-rechtem Blatt Interview

Der ehemalige Verteidigungsminister Scholz ist in Verruf geraten, weil er einem rechtslastigen Magazin ein Interview gegeben hat. Der Beitrag steht neben Artikeln wie "Endkampf um Deutschland". Scholz will vom Hintergrund des Blattes nichts gewusst haben.
FBB (Gast) - 2006/02/01 20:08

Was am meisten ärgert,

ist die beschissene Bild. Die gleich wieder auf den Zug mit aufspringt! Mit solch flachgehendem Boulevardjournalismus (Ist Journalismus überhaupt das richtige Wort?) wird nicht im Ansatz ein waches Alltagsbewußtsein erzeugt. Pech das diese Zeitung zufällig die größte Auflage in Deutschland hat und sich beim Druck von humanistischen Werten verdammt schwer tut. Wirksame, Veränderungen anregende Kritik an Fehlern von Regierungen kann aber nur durch eine intakte, unbefangene Medienlandschaft erzeugt werden. Das funktioniert z.b. in den USA sehr schlecht. Vielleicht sollte man doch Medien-Tycoon und Milliardär werden um den Politikern auf die Finger zu hauen indem man die eingeschlafene Bevölkerung regelrecht zu Reaktionen zwingt.
Alles schon wieder eine Frage von Macht! Gräßlich.

hier nochmal ein link zum Ausgangsthema:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,397394,00.html

Hamburg - Er sei sich völlig darüber im Klaren, dass er mit dieser Frage ein Tabu anspreche, sagte der CDU-Politiker Scholz der "Bild"-Zeitung. "Aber im Lichte der Gefahr, dass nukleare Massenvernichtungswaffen auch in die Hände von Terroristen geraten können, müssen wir diese Frage ernsthaft diskutieren", fügte er mit Blick auf Äußerungen von Jacques Chirac hinzu, der Terrorstaaten mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht hatte.

und:
http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?Nr=12773

"Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) reagieren empört auf "den Versuch der BILD-Zeitung und des Ex-Verteidigungsministers Rupert Scholz, eine Gespensterdebatte über den Nutzen eigener Atomwaffen für Deutschland anzuzetteln". Diese Debatte sei absurd und unerträglich - und gehe an der Meinung der Bundesbürger völlig vorbei. "Atomwaffen helfen weder gegen Terror, noch machen sie unsere Welt sicherer", meint Ute Watermann von der Organisation. "Im Gegenteil: Sie heizen die Eskalationsspirale erst an. Die IPPNW verurteilt unterschiedslos den Einsatz und die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen."

Es sei "unerträglich, dass ein politisch unbedeutsamer Ex-Verteidigungsminister, der für sein militarisiertes Denken bekannt ist, in der BILD-Zeitung einen solchen Raum eingeräumt bekommt. "Dies lässt den unguten Eindruck aufkommen, dass es sich um eine initiierte Medienkampagne der BILD-Zeitung handelt, die auf den fahrenden Zug der Chirac-Debatte aufspringen möchte. Es bleibt zu hoffen, dass andere Medien dieses absurde Theater nicht mitspielen", sagte Ute Watermann."

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