Sonntag, 7. Februar 2010

Das wichtigste Buch 2008: Minqi Li – A Must Read

Beim Aushilfshausmeister habe ich eine Buchbesprechnung von Andreas Exner gefunden:
"Der zweideutige Aufstieg Chinas".
Die fängt so an:
“The Rise of China and the Demise of the Capitalist World-Economy”, so lautet der Titel von Minqi Li’s Erstlingswerk, das im November 2008 bei Pluto Press erschienen ist, übersetzt “Der Aufstieg Chinas und der Niedergang der kapitalistischen Welt-Ökonomie”. Li vereint darin zwei Qualitäten, die einzeln häufig, in Kombination jedoch selten sind: einen marxistischen Zugriff auf Gesellschaft und einen breiten ökologischen Horizont. Derart ausgestattet wagt er, was bis dato selten jemand tut: das Ende des Kapitalismus zu denken. Das Buch untersucht die Dynamik des kapitalistischen Welt-Systems und analysiert, welche Rolle der Aufstieg Chinas in diesem Kontext spielt. Minqi Li befasst sich mit dieser Frage schon geraume Zeit und resümiert seine Ergebnisse gleich zu Beginn: “Ich argumentierte, dass der ökonomische Aufstieg Chinas das kapitalistische Welt-System in der Tat auf verschiedene Weise stark destabilisieren und damit zu seinem endgültigen Niedergang beitragen würde.” Dies ist auch die Kernthese von “The Rise of China”.
Systemische Akkumulationszyklen
In den ersten beiden Kapiteln rollt Li im Schnellschritt die chinesische Geschichte auf, um Chinas industrielle Expansion in die Hegemonie- und Akkumulationszyklen einordnen zu können, die das Welt-System seit seinem Beginn vor rund 500 Jahren bestimmen. Die Theorie der systemischen Akkumulationszyklen wurde von der Weltsystemschule entwickelt; vor allem in den 1990er Jahren. Ihre Grundidee findet sich bei Karl Marx, der im ersten Band des “Kapital” schreibt: “Mit den Staatsschulden entstand ein internationales Kreditsystem, das häufig eine der Quellen der ursprünglichen Akkumulation bei diesem oder jenem Volk versteckt. So bilden die Gemeinheiten des venetianischen Raubsystems eine solche verborgne Grundlage des Kapitalreichtums von Holland, dem das verfallende Venedig große Geldsummen lieh. Ebenso verhält es sich zwischen Holland und England. Schon im Anfang des 18. Jahrhunderts sind die Manufakturen Hollands weit überflügelt und hat es aufgehört, herrschende Handels- und Industrienation zu sein. Eins seiner Hauptgeschäfte von 1701-1776 wird daher das Ausleihen ungeheurer Kapitalien, speziell an seinen mächtigen Konkurrenten England. Ähnliches gilt heute zwischen England und den Vereinigten Staaten.”

Danach sollte das Interesse des Lesers geweckt sein.
Zum Schluß gibt es noch den Hinweis auf die hochinteressante Website "social-innovation.org".

Mir scheint, das ist Stoff für mehr als eine gelegentliche Sonntagslektüre.

Springerblatt hetzt zum Krieg

Tageszeitung DIE WELT fordert Bombardierung Irans

In der Zwischenzeit wurde dieser kriminelle Artikel offline gestellt.
Aber natürlich ist er im Google Cache erhalten, hier.

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