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Sonntag, 4. Oktober 2009

Hinter den Daten

Magnum
357er Magnum: Mit dieser Waffe feuerte Kurt Aho auf das SWAT-Team der Polizei


Neue Realität in USA: Schießerei in Phoenix, Arizona auf offener Straße nach Zwangsversteigerung

"Als die Polizisten näher kamen, trank Kurt Aho sein Bier und ignorierte die Befehle, seine Waffe fallen zu lassen, wie azcentral.com berichtet. Bevor die Polizei kam, erzählte er seinem Nachbarn, er würde weder sich, noch das Haus ausliefern, in dem er seit beinahe 30 Jahren gewohnt hatte. In Anbetracht einer Zwangsversteigerung sowie einem Haufen von Arztrechnungen wegen seines Kampfes gegen den immer wiederkehrenden Krebs, bereitete sich der 64-jährige am vergangenen Dienstag auf einen Kampf gegen ein Team von Polizisten aus Phoenix vor, und dies nur Augenblicke, nachdem er die Reifen von zwei Trucks zerschossen hatte, die am Ende seiner Sackgasse in der Nähe der Bell Road und der 31st Avenue parkten. Aho eröffnete ohne Vorwarnung das Feuer auf die Fahrzeuge, als die Fahrer, die sein Haus in den Morgenstunden des Tages im Zuge einer Zwangsversteigerungsauktion erworben hatten, kamen, um ihn zu fragen, wann er auszuziehen gedenke. Er ging ins Haus, holte eine .357er Magnum und jagte das Paar durch den Garten der Nachbarn, so Zeugen am Mittwoch. Jeffrey Hobson sagte, er habe kurz vor der Konfrontation noch ein letztes Bier mit Aho getrunken. Er teilte mit, dass er sich Sorgen machte, als Aho ihm erzählte, er wolle sterben. „Er sagte: ‚Wenn die Cops kommen, werde ich entweder durch sie sterben, oder ich werde mich umbringen’, sagte Hobson. „Sie haben ihm genau das gegeben, was er wollte.”

Nachbarn, die den Vorfall gegen 16:30 Uhr beobachtet hatten, sagten, Aho sei mit der Waffe in der Hand auf der Straße hin und her gelaufen, nachdem er die neuen Eigentümer weggejagt hatte. Als die Polizisten ihm befahlen, die Waffe fallen zu lassen, ignorierte der selbstständige Unternehmer sie und ging zurück zum Haus, um frisches Bier zu holen. Patrick Waddell, 26, sagte, er und die anderen Nachbarn hätten die Polizei angefleht, mit Aho sprechen zu dürfen, da sie um seine Selbstmordabsichten wussten. „Wir sagten den Polizisten: ‘Wenn Sie sich ihm nähern, will er doch nur, dass Sie ihn töten’”, sagte Waddell, ebenfalls ein Unternehmer, der Kacheln und Teppiche verlegt. Die Polizisten beschossen Aho zuerst mit Gummigeschossen und trafen ihn am Arm. Aho schoss darauf zweimal auf die Polizisten und streifte laut der Aussage des Polizeisprechers von Phoenix, James Holmes, das gepanzerte Fahrzeug des Spezialeinsatzkommandos. Ein Mitglied des SWAT-Teams gab laut Polizei den tödlichen Schuss ab und traf Aho mit einem einzigen Schuss tödlich in die Brust. Am Tag nach der Konfrontation, waren die Nachbarn über die gewalttätigen Szenen, die sich in ihrer Straße abgespielt hatten, immer noch völlig schockiert. „Er war ein sehr netter Kerl, aber er war an den Punkt gekommen, an dem er sich sagte, er hätte nichts mehr zu verlieren“, sagte Yair Lavi, 49, der seit 15 Jahren in der Nachbarschaft lebt.

Lavi sagte, er habe früher oft ein Bier mit Aho zusammen getrunken und mit ihm diskutiert, wie schwer die Wirtschaft ihre Unternehmen getroffen habe. Andere beschrieben Aho als eine Vaterfigur, die ihnen dabei half, ihr Auto zu reparieren, oder ihnen Ratschläge zu ihrem Privatleben erteilte. Aho war Inhaber von AZNU Engineering, einem Bauunternehmen. Freunde sagten, er habe es in der letzten Zeit schwer gehabt, Arbeit zu finden. Sie erzählten, er habe sich darauf vorbereitet, dass seine Tochter und sein Enkelsohn bei ihm einziehen würden, weil auch ihr Haus zwangsversteigert wurde. Roger Shaw, 40, ein Freund der Familie, erzählte, Aho habe Freunden und der Familie geholfen, trotz seiner eigenen finanziellen Sorgen, ihr Privat- und Geschäftsleben neu zu gestalten. Er fügte hinzu, er glaube, Aho habe der Polizei keine Wahl gelassen, als auf ihn zu schießen.

Anm.: Willkommen im US-Dreamland! Man darf gespannt sein, was noch passieren wird, im Hinblick auf die nun einsetzende Welle von Zwangsversteigerungen, die bis an die 7 Millionen Objekte reichen wird! Wer möchte, liest dazu nochmals: "
USA: Foreclosures führen zu Angebotsüberhang von bis zu 7 Millionen Einheiten"

Quelle: wirtschaftsfacts.de

Noch einmal im jüdischen Museum

Alena Fuernberg

In unserem Tagebuch vom 8.9. heißt es:
"Zum Besuch des jüdischen Museums mußte ich mich regelrecht hinschleifen (Erwartung, in notwendige Polemik mit Zionismus verwickelt zu werden). Eigentlich kam der Besuch nur zustande, weil F. (mein Sohn) ganz selbstverständlich die Absicht des Besuchs äußerte und wir uns treffen wollten...
Die Dauerausstellung im OG (Judentum in Deutschland von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert) gefällt mir sehr. Sie macht mir eine Leerstelle meines historischen Wissens bewußt. Diese ist das Ergebnis der Ausrottung dieses Lebens (samt seiner historischen Wurzeln) durch die Faschisten und dessen, daß seine massive Wiederbelebung zu DDR-Zeiten nicht erfolgte.
Für die Dauerausstellung im UG haben wir nicht mehr die Kraft und die Zeit, zumal hier besonders sorgfältige Betrachtung und eventuell Auseinandersetzung notwendig wird. Es scheint auf eine glättende Darstellung hinauszulaufen. "Schmutzig-praktische Interessen" oder gar Machtambitionen jüdischerseits scheint es nie gegeben zu haben.
Viele junge Leute gehen durch die Ausstellung, einzeln, paarweise, in Herde. Es erweist sich wieder die Notwendigkeit, in jede Ausstellung mit Vorwissen und offenen Fragen zu gehen."

Inzwischen habe ich das Museum noch einmal drei Stunden besucht. Mein erster Eindruck hat sich vertieft. Das jüdische Leben in Deutschland durch die Jahrhunderte ist von einem Gewicht, das wieder voll und ganz seine gebührenden Platz im Leben unserer Gesellschaft haben muß. Dabei scheint es alle denkbaren Schattierungen des Zusammenlebens zu geben (und geben zu müssen): tolerantes Nebeneinanderher, Wechselwirkung mit gegenseitiger Befruchtung wie Konkurrenz, Fremdheit bis Verschmelzung.
Dieses Erfordernis scheint mir manche Verwandtschaft zu haben mit der aktuellen Aufgabe der deutschen Gesellschaft, ein lebendiges, förderliches Zusammenleben mit ihrer islamischen Community herbeizuführen.

Ich weiß nicht, ob "Integration" der richtige Ansatz ist. Es geht um das förderliche Zusammenleben unterschiedener und unterschiedlich bleibender Gruppen. Dem schaden Ambitionen von Machtausübung und Überwältigung der Anderen.
Hilfreich wäre es, würden alle die unterschiedlichen Kulturgruppen sich selbst in Frage stellen, ihre eigenen Grenzen benennen, mit Selbstkritik nicht geizen, bis dahin, die in ihrem Namen begangenen Schandtaten in Geschichte und Gegenwart nicht unter den Teppich zu kehren.

Wirkt das jüdische Museum konsequent in diesem Sinne?
Es leistet einen großen Beitrag, jüdischem Leben in Deutschland wieder seinen Platz einzuräumen. Das ist gut und verdienstvoll.
Leistet es einen vergleichbaren Beitrag, jüdisches Welt- und Politikverständnis in seiner Differenziertheit, bis in seine extremen Ausprägungen darzustellen, also einschließlich orthodoxer, zionistischer, israelisch-völkerrechtswidriger Positionen und Aktionen?
Nein, diese Seite ist ganz und gar unterbelichtet. Das leider leistet das jüdische Museum nicht.

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