Das Panoramabild Werner Tübkes von Bad Frankenhausen
Als wir kürzlich vom Hainich-Urlaub zurückkehrten, haben wir in Bad Frankenhausen das Panoramabild zum Deutschen Bauernkrieg besucht. Ich habe es zum ersten Mal gesehen.
Zu Tübke, dessen berühmtes Bild "Die Lebenserinnerungen des Dr. jur. Schulze" ich durchaus schätzte, hatte ich in langen DDR-Jahren ein distanziertes Verhältnis. Seine Fähigkeit, scheinbar mühelos in beliebige historische Malstile zu schlüpfen, war mir suspekt. Ich mußte mir zwar eingestehen, daß sich manche seiner Bildfindungen durchaus einprägten ("Der sizilianische Großgrundbesitzer", die DDR-Baubrigade im Stile von Renaissance-Fürsten) aber die Theatralik seiner "Figurationen" (das war durchaus abwertend gemeint), ließ mich kalt.
Jetzt aber hat mich das Panoramabild in Bad Frankenhausen stark beeindruckt.
Liegt es an den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen? (Heute darf man in einer schmalen, schlecht präsentierten Gedenkausstellung in Müntzers Mühlhäuser Kirche ein Faltblatt kaufen: "Müntzer - der Außenseiter der Reformation".)
Demgegenüber bin ich dankbar für die künstlerische Monumentalität des Gedenkens an die deutsche frühbürgerliche Revolution mit Thomas Müntzer im Zentrum, die der DDR-Führung und Werner Tübke zu danken ist.
Heute schien mir, daß sich Tübkes Theatralik wie ein zugleich illustrierendes und distanzierendes Moment zwischen den Betrachter und die historischen und mythologischen Vorgänge schiebt, und gerade dadurch einen vielschichtig reflektierenden Zugang ermöglicht.
Daß Tübke kein plattes Historienbild geschaffen hat, ist vielfach festgestellt worden, daß er eine radikale humanistische Parteilichkeit nicht scheute und sie künstlerisch bewältigte, habe ich mit Freude wahrgenommen.
Werner Tübke wäre heute 80 Jahre alt geworden.

Zu Tübke, dessen berühmtes Bild "Die Lebenserinnerungen des Dr. jur. Schulze" ich durchaus schätzte, hatte ich in langen DDR-Jahren ein distanziertes Verhältnis. Seine Fähigkeit, scheinbar mühelos in beliebige historische Malstile zu schlüpfen, war mir suspekt. Ich mußte mir zwar eingestehen, daß sich manche seiner Bildfindungen durchaus einprägten ("Der sizilianische Großgrundbesitzer", die DDR-Baubrigade im Stile von Renaissance-Fürsten) aber die Theatralik seiner "Figurationen" (das war durchaus abwertend gemeint), ließ mich kalt.
Jetzt aber hat mich das Panoramabild in Bad Frankenhausen stark beeindruckt.
Liegt es an den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen? (Heute darf man in einer schmalen, schlecht präsentierten Gedenkausstellung in Müntzers Mühlhäuser Kirche ein Faltblatt kaufen: "Müntzer - der Außenseiter der Reformation".)
Demgegenüber bin ich dankbar für die künstlerische Monumentalität des Gedenkens an die deutsche frühbürgerliche Revolution mit Thomas Müntzer im Zentrum, die der DDR-Führung und Werner Tübke zu danken ist.
Heute schien mir, daß sich Tübkes Theatralik wie ein zugleich illustrierendes und distanzierendes Moment zwischen den Betrachter und die historischen und mythologischen Vorgänge schiebt, und gerade dadurch einen vielschichtig reflektierenden Zugang ermöglicht.
Daß Tübke kein plattes Historienbild geschaffen hat, ist vielfach festgestellt worden, daß er eine radikale humanistische Parteilichkeit nicht scheute und sie künstlerisch bewältigte, habe ich mit Freude wahrgenommen.
Werner Tübke wäre heute 80 Jahre alt geworden.

kranich05 - 2009/07/30 10:14